Markdorf Gedenkfeier: 15-jährige Helene Uhlig hält Rede zum Volkstrauertag

Die Gymnasiastin Helene Uhlig hält die Rede zur Gedenkfeier in der Aussegnungshalle des Friedhofs am Sonntag.

Dass Schüler des Markdorfer Gymnasiums am Volkstrauertag die Rede zur Gedenkstunde in der Aussegnungshalle des Friedhofs halten, ist nicht neu. Vier Mal bereits hat Deutschlehrerin Margit Looser Jugendliche aus ihren Kursen darum gebeten. Und auch in diesem Jahr ist es eine Schülerin, die sich Gedanken macht zum Themenbereich Gedenken, Erinnern an die Gefallenen in Kriegen, aber auch an Opfer von Rassenideologie und Fanatismus. Doch ist jene Schülerin, die am Sonntag zum Volkstrauertag sprechen wird, jünger als ihre Vorgänger. Helene Uhlig, so heißt die junge Rednerin, geht erst in die zehnte Klasse und ist erst 15.

"Ich habe keinen Zweifel", versichert Margit Looser, "dass Helene das gut macht." Die Lehrerin vertraut ihrer Schülerin, baut auf deren Klugheit und die Umsicht, die sie immer wieder unter Beweis stelle. Etwa, wenn sie sich für Mitschüler einsetze, Verantwortung unternehme. Helene Uhlig steht lächelnd daneben. Ganz wohl ist ihr offenbar nicht, so sehr gelobt zu werden.

"Das ist natürlich eine ganz große Ehre für mich, die Volkstrauertagsrede halten zu dürfen", erklärt die 15-Jährige im dunklen Anorak. Es sei gleichzeitig eine große Herausforderung. Denn Tod, Krieg, Gewalt seien nicht gerade die Bereiche, mit denen sie schon immer befasst habe. Im Gegenteil: Sie müsse sich erst hineinarbeiten in diesen traurigen Themenkomplex. Damit habe sie bereits begonnen. Nun gelte es, das Material zu sichten, die Gedanken zu ordnen und einen Faden als Leitlinie für die Ansprache zu finden.

"Nein, es hat mich nicht überwältigt", antwortet die Schülerin auf die Frage, ob so viel Leid, so viel Schmerz und Trauer, wie vergangene und aktuelle Kriege und Krisen mit sich bringen, nicht schiere Ratlosigkeit, völlige Hoffnungslosigkeit bewirken. Helene Uhlig hegt auch weiterhin Hoffnung. Die Schülerin sieht in der Begegnung der Nationen, in "Austauschprogrammen gerade für uns Jugendliche" das beste Mittel, um Konflikte abzubauen und Krisen zu vermeiden.

Die Gedenkstunde zum Volkstrauertag in der Aussegnungshalle des Friedhofs beginnt am Sonntag, 19. November, 11.15 Uhr.

 

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