Markdorf Einstieg ins Parkraummanagement: Gemeinderat stimmt für Blaue Zone

Der Einstieg in ein Parkraummanagement in Markdorf ist gemacht: Die Blaue Zone kommt im neuen Jahr. Dann ist die kostenfreie Parkzeit in der Innenstadt auf zwei Stunden begrenzt. Bürgermeister Georg Riedmann ist für eine Einführung zum 1. März oder 1. April und eine erste Bilanz im November. Außerdem sollen auf Antrag von Dietmar Bitzenhofer (FW) neben den von der Verwaltung geplanten Standorten noch die oberen Stockwerke der beiden Parkhäuser Poststraße und Bischofsschloss in die Blaue Zone aufgenommen werden.

Zunächst muss das Vorhaben allerdings von der Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt genehmigt werden. Dafür erhielt die Verwaltung am Dienstagabend im Gemeinderat mit großer Mehrheit den Auftrag.

Jürgen Hess, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, erläuterte zunächst das bisherige Vorgehen mit der Studie des Ingenieurbüros Brenner Bernhard zum Verkehrsentwicklungskonzept, das die Blaue Zone vorgeschlagen hatte, allerdings in einem größeren Gebiet. "Der Verwaltungsvorschlag ist, den Bereich kleiner anzusetzen", sagte Hess, "und auf Bereiche zu beschränken, wo der Parkdruck am größten ist". Rund 23 Prozent der Parkplätze im Innenstadtbereich sollen durch Dauerparker oder stundenlange Parker blockiert sein. Durch die Blaue Zone würden rund 125 bis 130 Fahrzeuge aus dem Innenstadtbereich verdrängt, erläuterte der Amtsleiter – ohne den Zusatzantrag von Bitzenhofer. Klar sieht er, wie auch die Fraktionssprecher allerdings auch das Problem, wo dann die Dauerparker oder in der Innenstadt Beschäftigte parken sollen. "Es gibt in Innenstadtnähe keinen großen Parkplatz, wo man sagen kann, Arbeitnehmer parkt doch bitte dort", so Hess. Ganz problematisch sieht er ein Ausweichen in Nebenstraßen nicht, weil die Anwohner tagsüber ja auch bei der Arbeit seien. Keinerlei Verständnis gab es für wochenlanges Parken. "Es gibt keinen Anspruch, das Auto in Markdorf abzustellen und in Friedrichshafen auf die Kanaren zu fliegen", meinte Riedmann plakativ.

Dietmar Bitzenhofer machte aus Sicht der Freien Wähler klar, dass Parkraum in der Innenstadt für Besucher und Kunden da sei und nicht für Personen, die gratis ihr Fahrzeug abstellen wollen. "Die Kommune ist nicht verpflichtet, Anwohnern auf öffentlichen Flächen das Parken zu ermöglichen", sagte Bitzenhofer: "Es wird Zeit für ein Parkraummanagment." Er sah hier auch die Parkhäuser Poststraße und Bischofsschloss, die vonseiten der Verwaltung zunächst außen vor bleiben sollten. Die Folgen sollten allerdings kritisch begleitet und überprüft werden. Fraktionsvorsitzende Susanne Sträßle (CDU) sah dies ebenso: "Ein Punkt hat uns intensiv beschäftigt, nämlich, wo sollen die Beschäftigten der Gastronomie-, Dienstleistungs- und Handelsbetriebe und die der Stadtverwaltung künftig parken?" Sie forderte die Verwaltung auf, zu prüfen, ob es im Bereich westlich des Bahnhofs oder in den Grivitten die Möglichkeit gibt, kostengünstig neue Parkplätze zu schaffen. Die Forderung nach einem neuen Parkplatz unterstützte auch Roland Hepting von der Umweltgruppe und nannte als Beispiel die Stadt Stockach. Fraktionssprecherin Susanne Deiters Wälischmiller verwies auf vergebliche Versuche in der Vergangenheit, durch den Kauf von Parkhausstellplätzen das Problem zu lösen. Die Blaue Zone müsse nur der Anfang sein, um den Verkehr aus der Innenstadt herauszuhalten. Auch für Uwe Achilles (SPD) ist dies nur ein erster Schritt.

Blaue Zone

Vorgesehen ist die Blaue Zone entlang der Hauptstraße, in der Tiefgarage Biberacherhofstraße (West III), am Stadtgraben auf den Parkflächen vor der Gehrenbergstraße, auf den Stellplätzen gegenüber der Stadthalle, Bussenstraße, sowie auf dem Marktplatz, ebenso auf den oberen Stockwerken der Parkhäuser Poststraße und Bischofsschloss. Die privaten Eigentümer des Parkhauses Proma und des Parkplatzes Neukauf haben ebenfalls Zustimmung signalisiert. Gelten soll das auf zwei Stunden begrenzte Parken mit Parkscheibe montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr und samstags von 8 Uhr bis 13 Uhr.

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