Die Post baut ab

So sehen Sieger aus: In Oberteuringen kommen Briefe und Zeitungen nur noch alle zwei Tage, aber die Post AG fährt einen 3,7-Milliarden-Euro-Gewinn ein. Das sieht nach einem Geschäftsmodell der Zukunft aus. Wenn da nur nicht die lästigen Privatkunden wären, meint SÜDKURIER-Redakteur Helmar Grupp.

Von der Post lernen heißt siegen lernen. Klingt seltsam? Ist aber so. Im zweiten Jahr in Folge hat der gelbe Logistikriese neue Rekordzahlen eingefahren. Den Umsatz auf 60 Milliarden Euro gesteigert und einen satten Ebit-Gewinn von 3,7 Milliarden Euro eingefahren. Wie das möglich ist, fragen Sie? Durchs Briefe zustellen sicherlich nicht. Das ist für den Konzern inzwischen nur noch eine lästige Pflichtaufgabe.

Deshalb machen die Strategen in Bonn Nägel mit Köpfen und bauen ab. Oder weiten Zustellbezirke so sehr aus, dass die Postboten nur noch alle zwei Tage kommen – wie in Oberteuringen. Dafür ist das Logistikzentrum in Markdorf zuständig und dort sagt man klipp und klar, woran es liegt, dass weder Briefe noch Zeitungen täglich zugestellt werden. "Uns hat man den Bezirk zu stark vergrößert, da können wir nichts machen." Nun sieht man zwar noch täglich Postboten um die Häuser rennen, aber die haben nur Pakete in den Armen. Briefe und Zeitungen bleiben in Markdorf liegen. Unser Rat: Ganz darauf verzichten, dann lässt sich auch die Vier-Milliarden-Marke knacken.

helmar.grupp@suedkurier.de

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