Markdorf Die Markdorfer Narren nehmen Fahrt auf

Bei der Martini-Sitzung der Historischen Narrenzunft am 11.11. im Zunfthaus Obertor herrscht eine ausgelassene Stimmung. Zunftmeisterin Birgit Beck lässt das Jahr Revue passieren.

Gleich drei Premieren standen bei der Martini-Sitzung der Markdorfer Narrenzunft auf dem Programm: Erstmals leitete Birgit Beck als Zunftmeisterin die Sitzung, erstmals spielte die Lumpenkapelle und ebenfalls erstmalig gaben mit Veronika Elflein und Diana Amann zwei Rektorinnen als heiteres Vortrags-Duett ihr Debüt. Nachdem die Lumpenkapelle fetzig losgelegt hatte, warteten die geladenen Gäste im Zunfthaus Obertor gespannt auf die Worte von Birgit Beck, die im Sommer dieses Jahres zur neuen Zunftmeisterin gewählt worden war. Sie ließ in Reimform die vergangene Fasnet Revue passieren und kam dabei zu zwei Erkenntnissen. "Schee war´s" und "Solch ein großes Treffen werden wir so schnell nicht mehr machen", gab die Zunftmeisterin zu, dass das große Narrentreffen im Januar auch ein gewaltiger Kraftakt für alle Beteiligten gewesen war. Der Blick richtet sich aber nun auf die kommende Fasnet, bei der das Motto "Alles im Griff auf dem närrischen Schiff" lauten wird. Man sei der Bitte von Vizezunftmeister Dietmar Bitzenhofer nachgekommen, wieder ein Motto vorzugeben.

Bevor die Zunftmeisterin das Reden anderen überließ, stellte sie noch eine Regel auf. Es durften während der gesamten Sitzung die Worte "Donau", "Fluss", "Quelle" "Furtwangen" und "Donaueschingen" nicht genannt werden, ansonsten war zur Strafe ein Euro für die Jugendkasse fällig. Im vergangenen Jahr hatten sich Bürgermeister Georg Riedmann, Landrat Lothar Wölfle und Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) einen Schlagabtausch geliefert, wo die Donauquelle ihren Ursprung habe.

Dieses Thema habe sich dann durch die ganze Fasnet durchgezogen und diesem wollte die Zunftmeisterin somit ein Ende setzen. Rekordzahler an diesem Vormittag waren Dietmar Bitzenhofer und Georg Riedmann, die für ihre "Unworte" mehrmals zur Kasse gebeten wurden.

Für viel Heiterkeit und Gelächter sorgten die beiden Rektorinnen am Bildungszentrum, Diana Amann (Gymnasium) und Veronika Elflein (Verbundschule), die die Fasnet und die Narrenzunft im Dialog auf den Prüfstand stellten. So forderten sie, dass auch Damen als "Greteler" in die Hänseler eintreten dürfen und lieferten auch gleich mehrere Begründungen. Eine davon: "An Greteler muss her. Ich sags euch, des freut jeden Hänseler sehr. Nur so, des lernt me in de Schul, ka de Hänsler sich vermehre, sonscht wär er jo schwul".

Viel Gelächter gab es auch, als Dietmar Bitzenhofer Birgit Beck regierungsfähig und repräsentativ ankleiden wollte oder es zumindest versuchte. So musste sie eine übergroße Amtskette tragen und erhielt unter anderem eine sonderbare Handtasche mit rotem Plüsch. Das richtige Regierungszepter für die Zunftmeisterin gebe es pünktlich zum Fasnetsbeginn am Dreikönigstag, versprach Dietmar Bitzenhofer.

Obervermesser Clemens Scheidweiler übernahm gewohnt routiniert und mit viel Humor das "Wort zum Tag". Er projizierte mittels eines Beamers das zukünftige Rathaus im Bischofsschloss auf die Leinwand. Künftig werden laut Scheidweiler die Rathausmitglieder mit einem roten Teppich empfangen, für die Amtsleiter werden die edlen Suiten nicht umgebaut, sondern inklusive Schlafstätte so belassen. Die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates wurden zu Robin Hood oder zum Mafia-Pate und auch Georg Riedmann wurde nicht verschont. Er wurde mit Donald Trump-Frisur dargestellt. Pfarrer Tibor Nagy meldete sich zu Wort und bot sich den Narren als Notfallseelsorger an. Er sei sicher, viel Arbeit zu haben.

VSAN-Vizepräsident Otto Gäng meldete Bedenken an, ob es künftig noch möglich sei, eine Großveranstaltung wie das jüngste Narrentreffen in Markdorf als Verein stemmen zu können. "Da fordere ich mehr Unterstützung aus der Politik. Es sind zuviel Hürden und Bestimmungen, die es einem Veranstalter schier unmöglich machen, solch eine große Veranstaltung umzusetzen", so Gäng. Durch die mangelnde Unterstützung aus der Politik sei das Brauchtum gefährdet, mahnte Otto Gäng in der Martini-Sitzung an.

Ehrungen

Für herrausragende Dienste um das Zunfthaus Obertor ernannte Otto Gäng, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreis Obertor, seinen Vorgänger Klaus Messmer zum Ehrenmitglied und überreichte ihm die Obertormedaille. Für seine Verdienste als Obertorpfleger erhielt Dietmar Bitzenhofer ebenfalls die Obertormedaille verliehen.

Als neue Narrenräte erhielten Doris Marbeiter und Julia Burkhart von Zunftmeisterin Birgit Beck die Narrenratsnadel überreicht. Mit einer Hänseler-Medaille wurden Julia Freyda und Brigitte Walters ausgezeichnet. (ala)

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