Markdorf Car-Sharing und Upcycling: Beim Fasten aufs Klima besinnen

Das Klima-Fasten ist ein Angebot der evangelischen Kirchengemeinde. Car-Sharing und Upcycling sind Themen bei weiteren Treffen.

Die Fastenzeit hat begonnen. Sieben Wochen lang bereiten sich gläubige Christen nun auf das Osterfest vor. In der evangelischen Kirchengemeinde Markdorfs geschieht das auf besondere Weise. Das Nachhaltigkeitsteam der Gehrenberg-Protestanten hat am Abend des Aschermittwoch zum Klima-Fasten eingeladen. Jene ehrenamtlich Engagierten, die im Zuge der EMAS-III-Zertifizierung das Öko-Management ihrer Gemeinde im Blick behalten, die in den Liegenschaften und für die Gemeindearbeit auf den Ressourcenverbrauch achten. Sie veranstalteten nun zusammen mit Pfarrerin Kristina Wagner eine Andacht. Eine Andacht, in der neben gemeinsamem Gebet und gemeinsamem Gesang auch Besinnung und Gespräch stattfanden: auf und über das Thema Klimaschutz.

"Im weitesten Sinne geht es natürlich immer um die Schöpfung, um die Frage, wie wir die erhalten können", erklärte Eckart Staesche. Staesche gehört zum Kirchengemeinderat und er gehört auch zum Nachhaltigkeitsteam. So wie etliche andere auch, die sich in einem der kleineren Räume des Hauses im Weinberg um eine auf dem Fußboden brennende Kerze scharen. Neben, vor und hinter der Kerze liegen Bücher, Broschüren, Faltblätter, einige davon aufgeschlagen. Zu sehen sind große Schriftzüge, die meisten mit dem einen Satz "So viel du brauchst". Es ist ein Zitat aus der Bibel. Es steht im zweiten Buch Mose 16. Und es ist das Motto der diesjährigen "Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit".

So heißt es in dem schmalen Heftchen, das jeder der 18 Andachtsbesucher im Haus im Weinberg unter seinem Stuhl vorgefunden hat – neben einem Gesangbuch und neben einem DIN-A4-Blatt, auf dem jene Geschichte aus dem Alten Testament erzählt wird, in der der Herr seinem Volk erst Wachtelschwärme schickt, dann Manna sendet.

Eckart Staesche hat auch schon am Klima-Fasten der Gemeinde im vergangenen Jahr teilgenommen. "Wir waren nur vier, fünf – sehr viel weniger als in diesem Jahr." Gebracht habe es ihm sehr viel. "Durch den Austausch darüber, wie man sich klimaverträglicher ernähren kann. Beeindruckt zeigt sich der Rentner von jener Smartphone-App, mit deren Hilfe sich bereits beim Einkauf die in einem Reinigungsmittel enthaltenen Schadstoffe erkennen lassen. Umwelt-Aktiver Frieder Staerke war 2017 noch nicht beim Klima-Fasten. Ihn interessiert, "wie man seinen Papier-Verbrauch reduzieren kann". Weitere Aufschlüsse dazu im Gespräch mit den anderen Klima-Fastenden wird Staerke spätestens am 14. März bekommen. Denn dann befasst sich die Gruppe mit dem Thema "Upcycling", Wiederverwertung von Abfallprodukten. Antje Wilton wird Methoden des Papier-Schöpfens zeigen.

 

Klima-Fasten

Gebet, Gesang und gemeinsame Bibel-Auslegung standen nur beim ersten Treffen der Klima-Fasten-Gruppe im Vordergrund. Bei den weiteren Zusammenkünften wird es im Haus im Weinberg, dem evangelischen Gemeindehaus, um sehr konkrete Themen gehen. Am 21. Februar, 20 Uhr, um Car-Sharing, am 28. Februar, 19 Uhr, um Geld und um Essen, am 14. März, 19 Uhr, um Upcycling und am 28. März, 19 Uhr, wird der Abschlussabend sein. Interessierte können sich am Klima-Fasten-Info-Plakat im Haus im Weinberg weitere Anregungen zu umweltverträglicherem Konsumieren und Produzieren holen. Teilnehmer melden sich per E-Mail: pfarrerin.wagner@ekima.de

 

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