Markdorf Benefizkonzert: Dixie und Gospel in St. Nikolaus

Die Swiss-German-Dixie-Corporation, der Gospel-Chor und Organist Christian Ringendahl haben in der Kirche St. Nikolaus in Markdorf für den guten Zweck gespielt und gesungen.

Es wurden immer mehr. Und sie stimmten auch mit wachsender Beherztheit ein – in die Spirituals, mit denen das Benefizkonzert in Markdorf schloss. Klang das „Swing low, sweet chariot“ noch zurückhaltend, so schlug Josua seine „Battle of Jericho“ schon mit tapferem Beistand aus den voll besetzten Bankreihen der St.-Nikolaus-Kirche in Markdorf. Hier wurde am späten Sonntagnachmittag nicht nur gesungen und musiziert, sondern obendrein erläutert, wohin das an den Kirchentüren per Korb eingesammelte Spendengeld gehen sollte. Und wofür die Huancaray-Gruppe der Seelsorgeeinheit beziehungsweise der Nabi-Verein diese Mittel verwendet.

Bernhard Kolodzik aus Markdorf gründete den Verein, nachdem er aus Ghana zurückgekehrt war, wo er gemeinsam mit seiner Frau Doris freiwillig ein halbes Jahr in einem Waisenhaus gearbeitet hatte. „Es fehlte an allem“, berichtete Kolodzik in einer Konzert-Pause den Zuhörern in St. Nikolaus, „kein Strom, kein fließend Wasser, keine Toiletten.“ Ihre Notdurft verrichteten die Kinder in offene Rinnen. Solches Elend gab ihm noch im Dezember 2013 den Anstoß, den Verein „Nation Builders International Germany“, kurz Nabi, zu gründen. Dessen Arbeit unterstützte der Markdorfer Rotary-Club, sodass bald ein Brunnen gebohrt werden konnte für die Wasserversorgung. Inzwischen bestehe auch ein Stromanschluss. Und der Verein visiere neue Ziele an, um den mittellosen Waisenkindern durch bessere Bildung eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.

Einigen Fortschritt konnte Huancaray-Gruppe schon bewirken, wie deren Initiatorin am Sonntag erläuterte. „Vor 26 Jahren haben wir uns gegründet“, erklärte Helga Konzet-Horn. Im Vordergrund stand die Hilfe für die katholische Partnergemeinde im peruanischen Anden-Hochland, einer bitterarmen Gegend, wie Helga Konzet-Horn ausführte. Aus Markdorf flossen Gelder für die Schulspeisung, für eine Apotheke, inzwischen auch für ein Mütterhaus als Anlaufstätte für Schwangere. Von großer Bedeutung aber sei das Wasserprojekt, durch dessen Hilfe inzwischen bereits der 20. Leitungsbau abgeschlossen werden konnte, der ein Dorf dank starker Eigenbeteiligung der Bewohner mit fließendem Trinkwasser versorgt.

Die Idee für das Benefizkonzert kam von Roland Wohlhüter, Band-Mitglied der Swiss-German Dixie-Corporation. Ähnliche Wohltätigkeitskonzerte hat die Formation schon des Öfteren organisiert – das jedoch vor allem in der Schweiz. In Markdorf wurde die Swiss-German Dixie-Corporation von Pfarrer Ulrich Hund willkommen geheißen. Statt der üblichen Vesper gebe es ganz ungewohnte Klänge, erklärte der Seelsorger, nachdem Kirchenmusiker Christian Ringendahl das Konzert mit Bach und Messiaen begonnen hatte. Zählt das „Dieu parmis nous“ des französischen Komponisten kaum zu den eingängigen Stücken der sakralen Musik, so entschädigten der Gospelchor und die Dixieband für die Herausforderung, sich einmal auf sperrigere Töne einzulassen. Wobei das elegante Spiel der Band jederzeit dem kirchlichen Rahmen gerecht wurde und der von Hans Jörg Walter dirigierte Chor ohnehin gesungenes Beten darbot.


Die Beteiligten

Christian Ringendahl an der Orgel mit Bach und Messiaen

die Swiss-German-Dixie-Corporation mit Stücken wie „Struttin“ oder „St. Louis Blues“

Markdorfer Gospel-Chor mit Gospels wie „Glory to God“ oder „Mary, Mary“

Band und Chor zusammen mit der Gemeinde – Spirituals

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren