Markdorf Auf der Suche nach dem eigenen Material

Andreas Gabelmann führt für den Kunstverein durch die aktuelle Buck-Retrospektive in der Markdorfer Stadtgalerie

Knüllen, reißen, flämmen, das war seine Methode. Freilich wandte der Radolfzeller Künstler Raimund Albert Buck noch viele weitere Verfahren an, um vor allem Transparentpapier, den von ihm bevorzugten Werkstoff zu flächigen Bildern, zu Reliefs, zu Skulpturen oder Wand-Objekten verwandeln. Etliche seiner Papier-Arbeiten färbte er mit Pigmenten ein. Auf dass das Changieren zwischen Weiß, Grau, Schwarz und den abgestuften Braun-Tönen der diversen Verbrennungs-Grade des Papiers sich durch zusätzliche Farbvalenzen ergänzte. Am weitesten entwickelt aber hatte der vor fünf Jahren verstorbene Künstler seine Technik des Konstruierens. Seine überaus kunstvolles Verfahren bei der Konstruktion von kompliziert aufgebauten Papier-Objekten. "Von innen nach außen vorgehend dabei", wie Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker aus Radolfzell und enger Freund der Familie Buck bei seiner gestrigen Führung durch die aktuelle Raimund Albert Buck-Retrospektive in der Markdorfer Stadtgalerie erklärte.

Gabelmann, Gestalter der Ausstellung, folgte seinem Konzept. Er schlug den Bogen von den malerischen und grafischen Anfängen Raimund Albert Bucks bis hin zu dessen Papier-Arbeiten. Und seine Zuhörer folgten der quasi-biografischen Leitlinie vom Erdgeschoss der Stadtgalerie bis ins Obergeschoss. Sie ließen sich erläutern welche künstlerische Entwicklung der studierte Bauingenieur zwischen 1990 und 2012 gemacht hat. Gabelmann sprach auch die Schaffenskrise an, die Bucks Hinwendung zur Papierkunst verursacht hat. Nach sehr herkömmlichen Anfängen, Landschaften, Stillleben im Stile der klassischen Moderne war der Radolfzeller abstrakter, außerdem durchaus experimentierfreudiger geworden.

In seiner "Y-Phase", wie Gabelmann sie bezeichnete, hat Buck sein Konzept der Farb-Raum-Entfaltung zur Reife gebracht. Eben dies, so Gabelmann, sei auch der Moment gewesen, als der Maler zum Bunsenbrenner griff und begann mit Papier zu experimentieren. Gerissen, geknüllt, verbrannt fügte Buck die Transparent-Papier-Fetzen zu Flächen oder zu Objekten zusammen. Mithin hatte er sein eigenes Material, aber auch seine eigene Form gefunden. Was vom Publikum auch erkannt wurde. Der gute Verkauf der Buckschen Kunst zeigt das – nun erneut in Markdorf.

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