Friedrichshafen Startschuss für Langenargener Festspiele

Mit der Aufführung von "Tom Sawyer & Huckleberry Finn" haben die Festspiele in Langenargen begonnen. Die Zuschauer, Kinder aus der Spielstadt Mini-LA, waren begeistert von der Abenteuergeschichte.

Am Ufer des Mississippi in der Stadt St. Petersburg leben die zwei Rabauken Tom Sawyer (Steffen Essigbeck) und Huckleberry Finn (Tobias Wagenblaß) und lassen es sich gut gehen. Nichts kann die zwei jungen Abenteurer erschüttern. Schlechtes Gewissen, Sorgen, Arbeit? Das sind für sie Fremdwörter. Die Schule wird großzügig geschwänzt. Nervige Freunde erledigen für Tom die Arbeit. Ja, so lässt es sich leben! Ihr Leben scheint sehr gemütlich, bis auf die anstrengende Tante Polly.

Tom Sawyer und Huckleberry Finn sind zwei Jungs, immer auf der Suche nach großen Abenteuern. Was gibt es da besseres, als um Mitternacht auf den nahegelegenen Friedhof zu schleichen? Doch genau in dieser Nacht hat auch Doc Robinson vor, etwas auf dem Friedhof zu erledigen. Für seine Experimente will er von dem Trunkenbold Muff Potter und dem gefürchteten Indianer Joe eine Leiche ausgraben lassen. Doch dann kommt alles anders. Aus einem Rachegefühl heraus tötet Indianer Joe den Doktor, während Muff Potter (gespielt von Stefanie Friedrich), bewusstlos von den Streitereien, daneben liegt.

Tante Polly (Christoph Franz), Huckleberry Finn (Tobias Wagenblaß), Muff Potter (Stefanie Friedrich) und Tom Sawyer (Steffen Essigbeck, von links) versetzen das Publikum der Langenargener Festspiele in eine Welt der Abenteuer.
Tante Polly (Christoph Franz), Huckleberry Finn (Tobias Wagenblaß), Muff Potter (Stefanie Friedrich) und Tom Sawyer (Steffen Essigbeck, von links) versetzen das Publikum der Langenargener Festspiele in eine Welt der Abenteuer. | Bild: Sophia Loos

Tom und Huckleberry schleichen sich schockiert davon. Indiana Joe macht sich ebenfalls aus dem Staub. Auf der Suche nach Tom entdeckt Tante Polly den toten Doktor und Muff Potter. Ihr erster Gedanke: Muff muss der Mörder sein. Richter Thatcher glaubt das und verurteilt den Unschuldigen zum Tode. Da helfen selbst die empörten Aufschreie der Kinder aus dem Publikum nichts. Potter widerspricht nicht, er weiß nicht, was passiert ist, und denkt, er habe die Tat im Alkoholrausch begangen.

Aus Angst vor dem gefürchteten Indianer Joe trauen sich Tom und Huckleberry nicht, die Wahrheit zu sagen. Sie verschwinden aus der Stadt und beschließen, fortan als Piraten zu leben. Nachdem keiner sie finden kann, werden sie für tot erklärt. Tom und Huckleberry kriegen davon Wind und überraschen die Trauergäste und vor allem Tante Polly bei ihrer eigenen Beerdigung. Die zwei Piraten wollen ihr altes Leben wiederhaben und sich nicht mehr vor dem Indianer Joe verstecken müssen. Endlich verraten sie, was an dem Abend auf dem Friedhof wirklich passiert ist, und retten somit Muff Potter das Leben. Indianer Joe versucht zu fliehen, aber wird auf tückische Weise von Tom, Huckleberry und Muff geschnappt. Endlich sitzt der gemeingefährliche Verbrecher hinter Gittern.

Gespielt werden alle Rollen von nur vier Schauspielern. In der einen Szene noch die hilflose Tante Polly, verwandelt sich Schauspieler Christoph Franz in der nächsten Szene in den gefürchteten Indianer Joe. Stefanie Friedrich wird in Sekundenschnelle von der süßen und schüchternen Becky Thatcher zum alten Trunkenbold Muff Potter. So macht jeder im Laufe des Stücks einige Verwandlungen hinter der Bühne durch: von jung zu alt, von nett zu böse – alles mit Kostümen! Hier haben Schauspieler, Regisseurin Nadine Klante und Kostüm- und Bühnenbildnerin Michaela Springer ganze Arbeit geleistet.

Das von Nadine Klante inszenierte Stück erfreut sich an diesem Nachmittag großer Begeisterung bei den Kindern von Mini-LA, die das Stück sehen durften. Die Langenargener Festspiele wollen ab 2018 ein großes Programm bieten. "Der Testlauf lief wie erhofft", freute sich Steffen Essigbeck, Schauspieler und einer der Initiatoren, über den Erfolg. Der Ansturm sei groß gewesen, das Wetter toll und das Ambiente perfekt. Besser hätte es aus seiner Sicht nicht laufen können.

2018 plant der Verein Langenargener Festspiele Eigeninszenierungen. Von Juni bis August sind dann zehn Vorstellungen geplant.

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