Langenargen Langenargen kämpft gegen Fracking

Gemeinderat Langenargen verabschiedet einstimmig Resolution zum Gebietsschutz. Gertrud Reiß (SPD): „Das Vorhaben ist unverantwortlich.“

In aller Deutlichkeit hat sich am Montagabend der Langenargener Gemeinderat in seiner Sitzung im Rathaus gegen die bereits genehmigten Aufsuchungen und gegen mögliche zukünftige Probebohrungen, Erschließungen und Förderungen unkonventioneller Gasvorkommen, das so genannte Fracking, auf dem Gebiet der Gemeinde und in der Region Bodensee-Oberschwaben ausgesprochen. „Die Gemeinde hat grundsätzliche Bedenken gegen diese überaus risikoreiche Art der Gasgewinnung und möchte sie insbesondere für ihr eigenes Gemeindegebiet grundsätzlich ausschließen“, heißt es in einer Resolution, die Bürgermeister Achim Krafft verlas.

Gemeinsam mit weiteren Kommunen in Baden-Württemberg setze sich die Gemeinde Langenargen dafür ein, dass das Bergrecht geändert werde. Die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen soll demnach ganz verboten werden. An den Genehmigungsverfahren für diese umstrittene Erdgasförderung sollten die Kommunen und Kreise zukünftig als Träger öffentlicher Belang maßgeblich beteiligt werden, fordert Krafft in der Resolution.

Wie zahlreiche Städte und Gemeinden in der Region sowie die Bodensee-Wasserversorgung, der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, der Deutsche Bauernverband, die Internationale Gewässerschutzkommission und weitere Organisationen und Institutionen sich gegen die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen ausgesprochen hätten, fordere auch Langenargen die Landsregierung auf, das bei der Erdgasförderung umstrittene Fracking-Verfahren bis auf weiteres auszusetzen und entsprechende Anträge abzulehnen und sich bei der Bundesregierung sowie im Bundesrat durch eine Initiative für eine Änderung des veralteten Bergrechts einzusetzen.

Neben einer Beteiligung der Gemeinden, Naturschutzverbände und Wasserversorgungsunternehmen müsse auch das Einvernehmen hergestellt werden durch ein Planfeststellungsverfahren sowie die Einhaltung der EU-Wasserrahmenrichtlinien.

Guido Köberle vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hatte zuvor in der Sitzung ausführlich Fracking erläutert und Hintergründe und Risiken des Verfahrens dargestellt. Bei dem Verfahren werde dichtes Speichergestein unter hohem hydraulischem Druck mit Wasser und unter Einsatz von Sand und unzähligen giftigen Chemikalien aufgebrochen (englisch: fracking). Köberle: „Die dadurch entstehende Wegsamkeit im Gestein erleichtert den Austritt und damit die Gewinnung des Erdgases. Die Befürchtung des Gemeinderats sowie vieler Verfahrenskritiker bezieht sich auf die zum Einsatz kommenden chemischen Zusatzstoffe, von denen einige im Verdacht stehen, krebserzeugend zu wirken.“

Die Mehrheit der Studien sei zu dem Ergebnis gekommen, so der Fachmann für Rohstoffsicherung und Energie, dass Fracking ein enorm hohes Risiko darstelle, durch Unfälle an Bohrplätzen, beim Transport der Stoffe und durch undichte Bohrungen. Das Verfahren selbst gefährde Grund- und Trinkwasser. Frackwasser stelle eine weitere Gefahr für Boden und Wasser dar.

Einhelliger Meinung gegen das Projekt waren die Fraktionssprecher. Herbert Löffler (FW) kategorisch: „Wir gehen auf keinen Fall den Fracking-Weg mit.“ Bernd Kleiser (CDU): „Wir wollen keine Erdöl- oder Erdgasregion werden.“ Gertrud Reiß (SPD): „Das Vorhaben ist unverantwortlich.“

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