Langenargen Duo-Abend mit Flöte und Harfe in Langenargen

Melina Elbe und Markus Thalheimer überzeugen nur teilweise mit ihrem romantischem Programm im Schloss Montfort.

Heiner Costabél, Veranstalter des Kammerkonzerts im Schloss Monfort in Langenargen am Sonntagabend, ist als Solist mit seinem Programm "Piano parlando" seit vielen Jahren bekannt. In seiner Begrüßung bedauerte Costabél, etwas verschnupft, dass durch die Erhöhung der Gebühren für den neuen Flügel ein Auftritt für ihn nicht mehr finanzierbar ist. So erlebten die Zuhörer im Schloss einen Duo-Abend mit Flöte und Harfe. Der Deckel des Steinway-Flügels blieb zu.

Die Flötistin Melina Elbe und der Harfenist Markus Thalheimer gründeten 2014 ein Duo, um originale Werke und Arrangements für diese reizvolle Instrumentenkombination zu erarbeiten und aufzuführen. Unter dem Titel "Auf den Flügeln des Gesanges" standen Werke aus der Zeit der ersten Doppelpedalharfe auf dem Programm.

Seit Sébastien Érard im Jahr 1810 sein Patent anmeldete, wurde die Form der Konzertharfe bis heute im Wesentlichen nicht verändert.

Der Einstieg in die deutsche Romantik mit dem Titel gebenden Kunstlied von Felix Mendelssohn Bartholdy gelang mit rundem Flötenton über gleichmäßigen Arpeggien der Harfe. In den folgenden Liedbearbeitungen von Franz Schubert zeigte sich das Duo gut aufeinander eingespielt. Resignierende Grundstimmung in der Melodie über langsamen Akkordfolgen, heitere Vor-, Zwischen- und Nachspiele der Harfe, schönes Ausmusizieren der Flöte über Wellenbewegungen der Harfe. Aber in der instrumentalen Fassung der "Trockene Blumen", "An die Musik" und "Wohin" aus "Die schöne Müllerin" fehlte die an das Wort gebundene dramatische Entwicklung der Kunstlieder.

In der Einleitung des zweiten Satzes der Sonate G-Dur von Friedrich Kuhlau entwickelte Thalheimer aus zartem Beginn einen Raum füllenden Harfenklang mit dem Thema. In den Variationen über ein Schwedisches Volkslied wechselte das Thema kunstvoll zwischen den beiden Partnern. Mal rhythmisch verändert, im Wechsel Dur-Moll oder im Legato umspielt.

Als versierte Solistin stellte sich Melina Elba mit dem Divertissement für Flöte Solo, ebenfalls von Kuhlau, vor: Ausgeglichen in allen Lagen mit voller Tiefe und strahlender Höhe, virtuosen Läufen und kleinen Cadenzen in gut gestützter Tongebung.

Der zweite Teil der Liedbearbeitungen nach der Pause stand wiederum wie im ersten Teil ohne Text etwas luftleer im Raum.

Im Solostück "The minstrel's adieu to his native land" des walisischen Harfenisten und Komponisten John Thomas zeigte Markus Thalheimer seine Ausnahmequalitäten. Leicht tänzerischer Charakter mit treffenden Akzenten bekam das Hauptthema. Die Veränderungen mit Figuralvariationen, Temposteigerungen, mitreißenden Glissandi, kraftvollen Basstönen und feinem Diskant verdeutlichten den Abschiedsschmerz des Minnesängers aus seiner Heimat. Faszinierend die verschiedenen Zupftechniken, die zu immer neuen Klangfarben führten.

Die Bearbeitung für Flöte und Harfe der original für "Arpeggione" und Klavier komponierten Sonate A-Moll von Franz Schubert konnte nicht überzeugen. Obwohl lyrisch und melodiebetont musiziert, im Finale mit ungarischer Spielfreude gewürzt, kam die Flöte nicht an den großen Tonumfang des aus Cello und Gitarre zusammengesetzten Instruments heran.

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