Kressbronn Unbekannte verschandeln Wahlplakate der Grünen

Schock und Entsetzen herrscht in Kressbronn über undemokratisches Verhalten

Mit großen Lettern wurden am Sonntag gleich zwei Wahlplakate der Grünen verunstaltet. Die Worte "Kinderschänder" und "Volksverräter" standen auf den Klebestreifen, die Unbekannte quer über die großformatigen Wahlanzeigen geklebt hatten. Eines der Plakate stand in Retterschen, das andere auf einem Feld kurz vor dem Kretzerhetzer-Kreisel. Der Schock über diesen Vandalismus ist nicht nur bei den Grünen groß. Kressbronns Bürgermeister Daniel Enzensperger bezeichnet den Vorfall als "bodenlose Sauerei". Erst vor einigen Wochen war ein Wahlplakat der SPD in Kressbronn abgehängt worden. "Üblicherweise passiert so etwas der CDU, aber in diesem Jahr scheinen wohl alle Parteien betroffen zu sein", so Kressbronns Bürgermeister. Für ihnen seien die Wahlplakate Ausdruck des demokratischen Staatsverständnisses und legitimes Mittel im Wahlkampf.
 

Auch Markus Böhlen, Bundestags-Kandidat der Grünen im Wahlkreis Bodensee, findet die Tat unerträglich. "Es ist einfach feige und keine demokratische Form der Auseinandersetzung. So kommen wir in unserer Gesellschaft nicht weiter", sagt Böhlen und ergänzt, dass es jede Menge Möglichkeiten gebe, mit den Grünen über Themen zu diskutieren, statt deren Plakate zu verunstalten. Auch der Kressbronner Ortsverein der Grünen ist entsetzt. Sabine Witzigmann entfernte die verunglimpfenden Aufkleber und brachte sie zur Polizei. "Wir haben natürlich Strafanzeige gestellt", erzählt Witzigmann. Die ganze Sache sei eine Unverschämtheit. "Es überrascht, aber es wundert uns nicht, dass dies gerade in Kressbronn passiert. Wir wollen aber keinen Verdacht aussprechen und haben auch keine Beweise für unsere Vermutungen", fügt Witzigmann hinzu.

Nun ermittelt die Polizei. Wie Polizei-Pressesprecher Markus Sauter auf Nachfrage des SÜDKURIER mitteilte, werden die etwa zwei Meter langen Aufkleber, die beide von identischer Machart sind, nun von der Kriminalpolizei auf Spuren untersucht. Die Aussichten, damit den Täter zu ermitteln, sind nach Angaben der Polizei jedoch eher gering. "Es handelt sich in diesem Fall um Sachbeschädigung. Der Tatbestand der Beleidigung ist wohl nicht erfüllt", so Sauter. Am Ende entscheidet aber die Staatsanwaltschaft Ravensburg, um welche Form der Straftat es sich genau handelt. Der Polizei sind bisher keine weiteren Fälle in vergleichbarer Art bekannt. Zwar war vor einigen Wochen in Kressbronn ein Plakat der SPD abgehängt worden, doch galt dies nicht als Straftat. In Konstanz beschmierten vor einigen Wochen Unbekannte ein Wahlplakat der CDU mit Nagellack.

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