Kressbronn Regionalverband: Schlagabtausch um Hotelstandort auf Bodan-Werftgelände

Zu einer heftigen Debatte um den geplanten Hotelstandort auf dem Gelände der Bodan-Werft kam es in der Verbandsversammlung.

Zu einer heftigen Debatte um den geplanten Hotelstandort auf dem bisherigen Gelände der Bodan-Werft kam es in der Verbandsversammlung des Regionalverbands bei der Beratung einer Neuabgrenzung der Grünzüge und Freiräume. Im Grundsatz seien die vorgeschlagenen Änderungen im Bereich Kressbronn/Langenargen sehr gut, lobte Siegfried Spangenberg (Grüne) aus Wangen den vom Planungsausschuss mehrheitlich befürworteten Entwurf. Doch das Detail, in Kressbronn ein „Luxushotel“ auf dem westlichen Teil der ehemaligen Bodanwerft zu ermöglichen, sei nicht zu vertreten. Wegen dieses „Sündenfalls“ werde seine Fraktion den ansonsten „lobenswerten Entwurf“ ablehnen. Dennoch votierte eine große Mehrheit für den Entwurf.

Die erforderliche Änderung in diesem Bereich war von der Gemeinde Kressbronn beantragt worden, da das Werftgelände im bestehenden Plan mit einem Grünzug belegt ist. Eine Werft sei an einem See durchaus verständlich, erklärte Spangenberg, aber das Hotel sei absolut nicht notwendig. Stattdessen könnte man hier einen Seezugang für alle eröffnen, wenn das Werftgelände schon innerhalb des aktuellen Grünzugs liege. Diese Tatsache nannte Verbandsdirektor Wilfried Franke einen formalen Fehler bei den Abgrenzungen des aktuellen Regionalplans aus dem Jahr 1996, den es zu korrigieren und damit der Realität anzupassen gelte. Zum anderen seien Defizite bei den Hotelangeboten nachgewiesen und die konkrete Planung schließlich Sache der Kommune und nicht des Regionalverbands. Insgesamt werden mit der Änderung an anderer Stelle die Grünzüge erweitert und landwirtschaftliche Flächen neu eingeordnet. Dem Bestand angepasst werden die Abgrenzungen auch im Bereich der Marina von Langenargen.

Schon Pascal Friedrich (SPD) aus Aulendorf hatte den Entwurf rundum gut geheißen, sein Häfler Kollege Norbert Zeller zeigte sich später „erstaunt über den Klassenkampf“ von Spangenberg. Zudem liege wohl „ein Irrtum vor“, was die Zuständigkeiten des Regionalverbands angehe. Auch Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter (FWV) verwies auf die Gestaltungshoheit der Kommune bei der konkreten Planung: „Wir entscheiden nicht, ob da ein Luxus- oder ein Low-Budget-Hotel hinkommt.

“ Auch Landrat Lothar Wölfle (CDU) kritisierte die „Neiddebatte“. In Kressbronn habe es eine sehr klare Ratsmehrheit für ein Hotel gegeben. Realität sei zudem, dass sich die Zahlen beim Tourismus in den letzten 20 Jahren verdoppelt hätten, betonte Wölfle. Dies habe auch zu vielen Arbeitsplätzen in diesem Bereich geführt. Im übrigen habe die Bodan-Werft lange Jahre mit Stoffen gearbeitet, die dem See „nicht gerade zuträglich waren“, sagte der Landrat. Vor diesem Hintergrund sei ein Hotel unter Umweltgesichtspunkten „eine erhebliche Verbesserung“.

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