Kressbronn Kleine Seebühne auf Bodanwerft-Gelände geplant

Die Baudenkmale auf dem Bodanwerft-Gelände sind in einem schlechten Zustand. Für 7,3 Millionen Euro sollen sie saniert und Gebäude umgebaut werden. Bei einer Begehung schauten sich Bürger um und erfuhren Details, was dort geplant ist.

Jörg Eberhardt vom Architekturbüro WSA und Bürgermeister Daniel Enzensberger gaben am Mittwochabend einen Einblick in die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und die zukünftige Nutzung der gemeindeeigenen, historischen Gebäude. Zahlreiche Bürger schlossen sich der Führung an und nutzten die Gelegenheit, das Konzept und die baulichen Maßnahmen zu diskutieren.

Gleich zu Beginn vermittelte Jörg Eberhard einen Einblick in den baulichen Zustand der Denkmale. Die historischen Holzgebäude, im Laufe der Jahrzehnte mit einfachen Mitteln erweitert und repariert, weisen teilweise eine unsichere Statik auf und müssen grundlegend saniert werden. Um die Schreinerei zu unterkellern, soll diese sogar behutsam rückgebaut, eingelagert und neu aufgebaut werden. "Bis auf das letzte Detail wird alles mit dem Denkmalamt abgesprochen", sagte Bürgermeister Enzensperger zu den teilweise erheblichen Maßnahmen. Da sowohl Halle 1 als auch die südliche Montagehalle, die ehemalige Schlosserei, als Verbindungsweg zwischen Bodanplatz, Brücken und Promenade dient, müssen Wände mit Fensterelementen entfernt und Tore geöffnet werden. So wird die Schlosserei zukünftig die unbeheizte Außengastronomie beherbergen, die Südwand jedoch den Blick auf See und Berge nicht freigeben. "Wir haben die Hoffnung, dass wir die Fenster bis auf den Boden ziehen können", sagte Enzensperger. Denn ebenso wie viele Bürger, die die Wand am liebsten komplett entfernen würden, schloss er sich nicht der Meinung des Denkmalamts an, dass der Eindruck vom See her erhalten bleiben muss.

Sowohl in der Schreinerei als auch in der nördlichen Montagehalle soll eine beheizte Gastronomie zum ganzjährigen Betrieb integriert werden. Um die baulichen Veränderungen dort so gering wie möglich zu halten, ist ein Seecontainer für die Küche geplant. Kran und eine alte Ständerbohrmaschine sollen integriert werden. "Es soll rustikal und trotzdem elegant aussehen", so Enzensperger. Ein Schiebetor soll eine Verbindung zum Herzstück der Werft ermöglichen. Hier, am Konzept für Halle 1, wurde von Seiten der Bürger die meiste Kritik geübt. Die Planung sieht einen Seecontainer für die Geschichte der Werft sowie Fotos und Texte an den Wänden vor. Der Slipwagen, derzeit im See geparkt, wird die Slipanlage hinaufgezogen und soll als Bistro oder bei Bedarf als Kleinkunstbühne dienen. "Das wäre sozusagen unsere kleine Seebühne mit Blick auf den Bodensee", sagte Enzensperger.

Während der Historiker Michael Berg das Ungleichgewicht zwischen Gastronomie und Erinnerungskultur kritisierte, wurde unter anderem vorgeschlagen, statt einer festen Brücke über die Slipanlage eine Zugbrücke zu bauen, um die Bühne tatsächlich auf den See fahren zu können. Doch dieser Vorschlag wurde bereits in der frühen Planungsphase aus Kostengründen verworfen. Detaillierten Berechnungen zufolge werden sich die Kosten auf einen Nettobetrag von 7,3 Millionen Euro belaufen, von denen das Land einen Teil übernimmt. Der Baubeginn ist für das erste Quartal des nächsten Jahres vorgesehen, die Bauzeit wird auf etwa zwei Jahre geschätzt.

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