Ravensburg Mordfall Hoßkirch gibt Rätsel auf

Nach dem zweiten Verhandlungstag vor dem Ravensburger Landgericht gegen einen 35-jährigen Mann aus Hoßkirch, dem die Anklage die Ermordung der Ehefrau und das Vortäuschen eines Verkehrsunfalls vorwirft, bleiben Fragen und rätselhafte Spuren. Das zeigte sich vor Gericht bei der Befragung von Polizeibeamten, die als Erste am Unfallort waren.

Nach der Anklage war die 30-jährige Ehefrau und Mutter von zwei Kindern in der Nacht zum Fasnetssonntag, 26. Februar 2016, in der gemeinsamen Wohnung durch „massiven Würgevorgang“ erstickt und später auf dem Fahrersitz eines Mercedes Vita angeschnallt worden. Dann soll der Ehemann das Fahrzeug in einen Acker gesteuert haben. Ein Polizeibeamter, der zum Unfallort kam, sagte gestern, der Angeklagte sei zirka 70 Meter vom Auto entfernt „bäuchlings“ im Acker liegend aufgefunden worden. Da es jedoch keinen Aufprall des Autos gegen ein Hindernis gegeben hatte, erschienen ihm die schweren Kopfverletzungen rätselhaft. Völlig unklar waren auch Grashalme am Holm der Beifahrertür und „relativ frische Fußspuren“ auf dem Acker. "Die Spuren passten nicht zusammen", so die Aussage des Beamten.

Ein Kriminaltechniker sagte später, ihm sei es auch rätselhaft, warum der Geldbeutel des Angeklagten und andere Gegenstände trotz der rund 100 Meter langen Fahrt über dem Acker auf der Konsole des Armaturenbretts lagen. Auf Nachfrage sagte er: "Die hätten im Auto verstreut sein müssen, vielleicht wurden sie nachträglich abgelegt.“ Und wie ist der Fußabdruck des Angeklagten auf die Motorhaube des Autos gekommen. Staatsanwalt Peter Spieler zuckt auf Nachfrage mit den Schultern.

Und da ist noch von einem Mann am Unfallort die Rede, der sich der Polizei als Zeuge anbot und berichtete, er habe an dem Morgen ein Fahrzeug mit Biberacher Nummer wegfahren sehen – auf einem Gemeindeverbindungsweg, den normalerweise nur Ortskundige benutzten. Die Identität des Mannes blieb gestern offen.

Zum Lebenslauf des Angeklagten, wurde bekannt, dass der gelernte Handwerker nach diversen Unfällen umgeschult hatte und seine Ehefrau am letzten Arbeitsort kennenlernte, wo sie als Praktikantin tätig war. Bei seiner Vernehmung „hatte er Probleme, sich an die eigene Vita zu erinnern“, so ein Kripobeamter.

Fortgesetzt wird der Prozess am 6. Dezember.

 

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