Immenstaad Russische Schüler stehen in Immenstaad auf der Bühne

Ein einprägsames Theaterstück über deutsche Kriegsgefangene an der Ostfront wird von russischen Schülern in Immenstaad vorgeführt.

Oft kommt es vor, dass noch lebende Zeitzeugen nicht über ihre Erlebnisse des Krieges sprechen wollen. Doch hin und wieder findet sich jemand, dem es wichtig ist seine Erfahrung zu teilen. So ist es auch beim Buch "Komm wieder, aber ohne Waffen!" von Peter Steger. Ein Buch bestehend aus Erinnerungen an den Krieg und die Gefangenschaft in der russischen Region Wladimir. Steger sammelte sämtliche Berichte und Erinnerungen in einem Buch.

Diese Lektüre kam der Landesprogrammlehrerin Rose Ebding in die Hände, welche daraufhin ein dazugehöriges Stück mit ihrer Kollegin Marina Kotschkina und Schülern des Gymnasiums Nr. 1 aus Nischni Nowgorod in Russland erarbeitete. Einer der Protagonisten der Inszenierung ist Alex Lerom, gespielt von Grigori Schewtscheno. Er ist nicht nur eine Figur in einem beliebigen Theaterstück. Nein, es handelt sich dabei um eine reale Person, welche die vorgeführten Szenen in Wirklichkeit erleben musste, nämlich Wolfgang Morell.

Am vergangenen Sonntag standen die russischen Schüler mit ihrem Stück im Immenstaader Rathaussaal auf der Bühne. Zu Beginn des Abends bedankte sich Bürgermeister Jürgen Beisswenger im vollen Saal bei den Schauspielern und allen Beteiligten, nicht nur für das Theaterstück, sondern auch für den wertvollen Beitrag, welchen dieses für die Bildung und die Zukunft mit sich bringt.

Das Stück beginnt mit einer Schweigeminute und handschriftlichen Briefen aus der damaligen Zeit, vorgelesen von den Schauspielerinnen. Szene eins beschreibt die Zeit, in der sich die Protagonisten auf die Zeit an der Front vorbereiten und dies als Heldentum ansehen. Die Soldatenfreunde sind noch recht heiter, doch dies soll sich bald legen. In Szene zwei werden sie halb erfroren von russisches Soldaten festgenommen. Verschleppt in ein Lager müssen sie mit ansehen, wie die Kameraden um sie herum sterben. Tag und Nacht arbeiten sie unter schlimmsten Bedingungen im Sumpf zur Torfgewinnung.

Die hübsche Russin Schanna, gespielt von Polina Lopatnikowa, plant ein Konzert für die verletzten Soldaten im Lenin-Kulturpalast in Gorki. Alex Lerom soll als Dolmetscher dienen und mit Schanna zusammen durch das Konzert für die "Bürger" führen. Gesungen wird die russische Romanze im Mondschein und das berühmte Stück "davon geht die Welt nicht unter", welches im Original von Zarah Leander gesungen wird. Auch der klassische russische Volkstanz Kalinka wird originalgetreu vorgeführt und die Zuschauer klatschen kräftig im Takt mit. Man fühlt sich für einen kurzen Moment, als würde man wirklich in dem damals vorgeführten Konzert anwesend sein und der Musik lauschen. Genau bei diesem Konzert verlieben sich Alex und die schöne Schanna.

Nur wenige Monate darauf wird die Romanze beendet, denn nach langem Hoffen und vielen Gebeten geht es für die überlebenden Soldaten endlich wieder in die Heimat. Beim Abschied tritt eine alte russische Dame zu Alex Lerom – mit den Worten "kommt wieder, aber ohne Waffen!". Die Verbindung zwischen Schanna und Alex wird durch seine Heimkehr getrennt. Doch wie durch ein Wunder treffen sich Schanna und Wolfgang Morell im wirklichen Leben im April 2017 bei einem Interview wieder.

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