Immenstaad Johannes Henne ist in Immenstaad mit Volldampf gestartet

Am Montag ist er seit 100 Tagen im Amt – der neue Bürgermeister wird 2018 Vater und heiraten.

Seit dem 15. Januar weht ein neuer Wind im Immenstaader Rathaus. Am Montag ist auf den Tag genau seit 100 Tagen Johannes Henne im Amt. "Ich bin sehr gut hier angekommen und fühle mich rundum wohl", sagt der neue Bürgermeister, auch wenn er (noch) in einer Ferienwohnung sein Quartier hat. Für ihn wird das Jahr 2018 nicht nur wegen der Wahl zum Gemeindeoberhaupt ein Meilenstein. Im Mai steht die Hochzeit mit seiner Partnerin Emma Heinz auf dem Plan, und im August erwarten sie ihr erstes Kind. Als Standesbeamter fungiert übrigens Kippenhausens Ortsvorsteher Martin Frank. "Wir freuen uns unheimlich darauf, in unserer neuen Heimat zu heiraten." Eine gemeinsame Bleibe mitten im Ort ist auch schon gefunden, sodass im Juli auch noch der Umzug ansteht. "Vier Zimmer, Küche, Bad zur Miete: Das ist perfekt für uns", freut sich Johannes Henne über die nun doch erfolgreiche Wohnungssuche.

Im Rathaus wird sich wohl einiges ändern. Eine Organisationsuntersuchung sei gerade abgeschlossen, erzählt Johannes Henne. Die Ergebnisse werden heute Abend im Gemeinderat vorgestellt und besprochen. "Wir werden im Haus ein bisschen umstrukturieren. Eine leistungsfähige Verwaltung ist beispielsweise Grundlage für mehr Bürgerbeteiligung", sagt er, und die ist dem neuen Bürgermeister wichtig. In seinem Büro hat sich seit dem Auszug von Jürgen Beisswenger allerdings fast nichts verändert. Keine neuen Möbel, nichts wurde für den neuen Chef im Rathaus renoviert. Selbst den Stehtisch mit dem Computer darauf hat er von seinem Vorgänger übernommen, obwohl der 30-Jährige keine Rückenprobleme hat. Johannes Henne hat einfach losgelegt, und das mit Volldampf.

Mit dem Rat in Klausur

Es ist Zufall, dass heute Abend an seinem 100. Arbeitstag auch der Gemeinderat tagt – zum dritten Mal unter Hennes Leitung. Um sich besser kennenzulernen, hatte der Bürgermeister am vorletzten Wochenende das Gremium zur Klausurtagung eingeladen. "Da war auch mal Zeit, abends beim Bierchen ins Gespräch zu kommen", sagt er. Das straffe Korsett einer Ratssitzung lasse wenig Freiraum, sich mal intensiver oder informell auszutauschen. Die Klausursitzung war für ihn nicht nur spannend, sondern "sehr erfolgreich".

Denn auch inhaltlich wurde einiges geschafft. Henne schwebt ein städtebaulicher Rahmenplan zunächst für die Ortsmitte, später für die ganze Ortschaft vor. Der neue Bürgermeister möchte Leitlinien abstecken, wie sich Immenstaad weiterentwickeln könnte. Von heute auf morgen funktioniert das nicht. "So etwas muss wachsen und es ist wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen", sagt er. Bei der Klausurtagung habe man zunächst Ideen gesammelt, um herauszufinden, welche Vorstellungen die Gemeinderäte haben. "Es wird eine spannende Aufgabe, die verschiedenen Meinungen unter einen Hut zu bekommen", freut sich der neue Bürgermeister auf diesen Prozess, den er im nächsten halben Jahr auch für die Bürgerschaft öffnen möchte.

Tourismus-Forum am 2. Mai

Nicht weniger spannend fand er die Diskussion darüber, welche Projekte in Immenstaad Priorität haben sollten, denn aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde komme man nicht umhin, den Gürtel ein wenig enger zu schnallen. "Wir werden in der Ratssitzung im Mai öffentlich darüber sprechen", kündigt Johannes Henne an. Die Haushaltslage der Gemeinde war für ihn ein wichtiger Grund, die Klausurtagung einzuberufen, um die finanzielle Marschrichtung für die nächsten Jahre abzustimmen, ohne dass sich Immenstaad über Gebühr verschuldet.

Gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Echt-Bodensee-Card (EBC) lädt Bürgermeister Henne am 2. Mai zu einem Tourismus-Forum ein, das er sich gut als jährliches Format vorstellen kann. Er hält die Gästekarte für eine gute Sache, möchte sich aber ein Meinungsbild bei denen einholen, die die EBC direkt betrifft – Touristiker und Gastgeber. Impulse für die Diskussion setzen die Tourismusexpertin Prof. Anja Brittner-Widmann von der DHBW Ravensburg und Enrico Heß, Geschäftsführer der DBT, die die EBC verantwortet.

Nicht weniger treibt den neuen Bürgermeister die B 31-Problematik um. Er vertritt eine klare Position: "Die neue Straße gehört nicht vor die Haustür der Leute, sondern ins Hinterland." Für ihn sei wichtig, dass der Gemeinde nicht jegliche Möglichkeit genommen werde, den Raum zwischen Kippenhausen und Immenstaad zu entwickeln. Wenn die Bundesstraße den Ort nicht mehr durchschneide, seien völlig neue Konzepte möglich, um den Verkehr aus dem Ort zu holen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Aber: "Wir müssen kompromissfähig bleiben, denn wir brauchen eine leistungsfähige B 31", sagt er.

 

Zur Person

Johannes Henne entstammt einer Bürgermeisterfamilie in Sigmaringendorf. Sein Vater war 37 Jahre Bürgermeister in der Heimatgemeinde, sein Bruder Matthias ist seit 2014 Bürgermeister in Zweifalten (Allgäu). Johannes Henne ist 30 Jahre alt. Er hat Verwaltungswissenschaften an der Hochschule Kehl studiert und war zuletzt als Kommunalberater tätig. Johannes Henne kandidierte als einziger Bewerber für das Amt in Immenstaad. Er wurde im Oktober mit 94,7 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Nachfolger von Jürgen Beisswenger gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 41 Prozent. (kck)

 

 

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