Heiligenberg Narren nehmen Abschied von der Fasnacht

Die Gemeinden der Region verabschieden sich mit Kehraus, Usfegete, Zunftball, Verlosung oder Versteigerung des Narrenbaums ganz unterschiedlich von der närrischen Zeit. In Heiligenberg fällt der Narrenbaum nicht wie geplant. Die Sumpfgeister verbrennen ihren "Sumpfi".

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Die Gemeinden der Region verabschieden sich ganz unterschiedlich von der närrischen Zeit. Mit Kehraus, Usfegete, Zunftball, Verlosung oder Versteigerung des Narrenbaums. In Unteruhldingen wurde der Baum bereits am Samstag auf dem Puperball mit Erwerb der Eintrittskarte verlost. Auch in Owingen wechselte der Baum schon am Fasnachtssonntag beim närrischen Frühschoppen den Besitzer und wurde gegen eine Naturalienspende dem Gewinner nach dem Fällen am Aschermittwoch übergeben. Beim Kehraus am Dienstagabend wurde die Fasnacht unter Wehklagen im Sarg zu Grabe getragen, informierte Ingrid Miller, Schriftführerin der Nebelspalter Owingen.

Der erste Narrenbaum, der in der Region gefällt wird, ist der in Heiligenberg. Termin ist bereits am frühen Dienstagnachmittag. Eigentlich soll das Wahrzeichen in einem Rutsch mit lautem Krachen fallen. Dieses Jahr kam es allerdings zu einem "Umfall-Unfall", wie Markus Leppert, Präsident der Wolkenschieber, es lakonisch kommentierte. Der Baum verhakte sich im Schacht, blieb hängen und wippte noch eine Zeit lang über der Straße. Erst der Einsatz der Motorsäge brachte den Baum dann zu Fall.

Zuvor wurde der Baum versteigert. Mit einem Wecker wird der Zeitraum eingestellt, in dem geboten werden darf. Die Männer der Zimmermannsgilde stehen mit Hüten in der Hand verteilt in der Zuschauermenge. Die Bieter werfen abwechselnd Euromünzen hinein und bei Schnapszahlen gibt es zur Steigerung der Spannung ein Ständchen der Stadtkapelle. Fortlaufend zählte Narrenpräsident Leppert vom Balkon des Schloss-Cafés lautstark mit: "294, 295". Bei 296 klingelte der Wecker und den Zuschlag bekam Ronnie Heller, Chef der Zimmermannsgilde, mit dem zuletzt eingezahlten Eurostück. Für einen seiner stärksten Konkurrenten bei der unterhaltsamen Versteigerung, Karl Franz Stefan, stand der Spaß im Vordergrund: "Mitsteigern, andere zum Bieten anreizen, damit die Tradition nicht einschläft", begründete er seine humorig gestaltete Teilnahme.

Schaurig-schön beendeten die Sumpfgeister Daisendorf die Fasnacht. Feierlich mit Kerzenlicht aufgebahrt im Nebenraum der Zunftstube wartete "Sumpfi" im Sumpfgeisterhäs mit Maske auf seine Beerdigung. Mit einer kleinen Prozession wurde er anschließend auf der Bahre vor das Rathaus getragen. Dort wurde er "ins Reich der Dämonen, Geister und Hexen" entlassen. Zuvor dankte die Narrengemeinde für die schöne Fasnet und bat mit "Sumpfi, verzeihe uns" um Vergebung der Sünden in der närrischen Zeit. Entkleidet wurde die Strohpuppe dann unter Wehklagen verbrannt. "Am Aschermittwoch versteigert die Zimmermannsgilde den Narrenbaum und fällt ihn anschließend", antwortete Marion Kaja, Präsidentin der Sumpfgeister, auf Nachfrage.

In Meersburg ging die Usfegete unter musikalischer Begleitung der Baumeister fröhlich los. Auch hier wurde der Narrenbaum versteigert, gefällt wird er am Aschermittwoch. Die Versteigerung nach amerikanischer Art geht in Runden vonstatten. Die erste Runde kostet einen Euro, die zweite zwei Euro und so weiter. Wegen der Unglückszahl 13 wurde gleich mit Runde 14 weitergemacht. Runde für Runde werden es weniger Bieter und bei Runde 15 bot nur noch Claudia Raschke und ersteigerte damit den 27 Meter langen Baum, der etwa eineinhalb Ster Brennholz bringt, wie Narrenpolizist Thomas Bergmoser im Vorfeld des Bieterverfahrens erläuterte. Raschke bekam zusätzlich zum Narrenbaum noch ein Foto der Vermählung der Narreneltern. "Ich habe den Baum für meine kranke Mutter ersteigert", erklärte die Burghexe. Die erkrankte Barbara Stremlow hatte in den Vorjahren schon mehrfach den Baum selber ersteigert, konnte dieses Jahr aber nicht anwesend sein. Anschließend wurde die Fasnacht mit Geheule symbolisch mit Heuballen verbrannt.

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