Heligenberg Applaus für vielseitige Jazzaband im Hotel Heiligenberg

Das interkulturelle "MaLiNa-Projekt" begeisterte mit einer Synthese aus Jazz, Latin, Flamenco und Folklore.

"Wohlfühlmusik" könnte man das bezeichnen, was die dreiköpfige Formation "MaLiNa-Projekt" in der Konzertreihe "Jazz auf dem Berg" im Hotel Heiligenberg präsentierte. Was das Publikum im kleinen Nebenraum des Hotels erwartete, war eine hoch interessante, überaus ohrgefällige Synthese aus Jazz, Latin, Flamenco, Folklore mit Spuren von Klassik. Zwar durchweg melodiös, aber gewürzt mit den verschärfenden Dissonanzen, begeisterte die Musik die Zuhörer, wozu auch die Vielseitigkeit der musikalischen Einflüsse beitrug.

Diese Vielseitigkeit erklärt sich aus der Zusammensetzung des Trios, dessen Mitglieder sich aus der Musikhochschule Mannheim kennen. Faszinierend war der Gesang der russischen Sängerin Valeria Maurer aus Novosibirsk, die aber jetzt in Mannheim wohnt und mit lupenreiner, ausdrucksvoller Stimme souverän von Jazzstandards bis hin zu russischer Folklore mit charakteristischem Portamento begeisterte. Fantastisch war das überaus virtuose Spiel des marokkanischen Gitarristen Naoufal Montassere, der zu Bossa-Nova und Latin-Musik eher zur "Godin-Gitarre", zur Musik im Flamenco-Stil lieber zu einer spanischen Gitarre griff. Montassere experimentiert gerne: Bei Eigenkompositionen, wie zum Beispiel beim äußerst emotionalen Stück "Ghazza", stimmte Montassere seine nylonbesaitete Gitarre etwas tiefer, was dem Klang voller, saftiger und mehr bassbetont machte. Der Gitarrist und sein Instrument schienen beim konzentrierten, bewegenden Spiel zu einer Einheit zu verschmelzen.

Statt dem angekündigten kubanischen Perkussionisten Marcos Gonzáles Jimánez, der offensichtlich die Formation kürzlich verlassen hatte, debütierte im Trio überzeugend die Profi-Perkussionistin Marie Bechtolf mit feinfühligem Einsatz beispielsweise von Bongos, Cajon, Becken, Schellentrommel. Den vielseitigen, interkulturellen Jazzabend honorierten die Zuhörer mit langem Applaus. Als Zugabe präsentierte das Trio eine völlig eigene Version von "What a wonderful world".

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