Hagnau Winzer holen 15 Ehrenpreise in Folge

49 Goldmedaillen sind die Grundlage für den Erfolg des Winzervereins Hagnau. Internationale Wettbewerbe stehen vermehrt im Fokus.

Alle Jahre wieder lädt der Winzerverein Hagnau zu einem Stehempfang ins Winzergebäude ein, um die Erfolge der vergangenen Monate zu präsentieren und zu feiern. Anlass dazu ist jetzt zum 15. Mal in Folge die Verleihung des Ehrenpreises des Badischen Weinbauverbandes für den Bereich Bodensee, ein Jubiläum, das die Hagnauer besonders stolz macht. "Solche Erfolge sind ganz wichtig für den Erhalt unserer Betriebe", betont Winzerchef Karl Megerle und verrät einige Faktoren, die seiner Meinung nach zum Erfolg beitragen: "Wir versuchen, alle Weine möglichst gut zu machen, nicht nur die Spitzenweine. Deshalb sind bei uns auch viele einfache Qualitätsweine mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden.

Die Goldmedaillen sind die Grundlage für den Erfolg beim Ehrenpreis. 49 davon hat der Winzerverein in diesem Jahr abgeräumt, für rote und weiße Weine, traditionell und biologisch angebaute gleichermaßen. Einen Teil des Erfolges schreibt Megerle auch dem Prinzip Handarbeit zu. "Wir lesen grundsätzlich von Hand. Dabei ist ein sehr selektives Arbeiten möglich. Befallene Trauben können viel effektiver aussortiert werden, als dies mit einem Vollernter möglich wäre. Das kommt der Qualität zugute." Außerdem lobt er seine Kellermeister. "Die haben Lust und Laune, immer wieder etwas Neues und Besseres zu produzieren. Das ist eine Voraussetzung, um so viele Preise zu gewinnen."

Die werden nicht nur in Baden eingefahren, sondern auch bei nationalen und internationalen Prämierungen. Dabei gelingt es immer häufiger, auch mit Rotweinen zu punkten, etwa mit einem Pinot Noir bei der "International Wine Trophy" in Frankfurt oder mit einem Spätburgunder aus dem Barrique-Fass bei der "Portugal Wine Trophy". Besonders freut sich Geschäftsführer Tobias Keck aber über die Preise für die Bioweine, ein Segment, das demnächst noch aufgewertet werden soll. "Wir werden ab nächstem Jahr die strengen Demeter-Auflagen erfüllen", verrät er.

Der Erfolg des Winzervereins ist eng verknüpft mit den Namen zweier Kellermeister: Herbert Senft holte die ersten acht Ehrenpreise nach Hagnau, nachdem er vorher bereits einige in die markgräfliche Kellerei nach Salem geholt hatte. Seit 2010 ist Jochen Sahler für die Hagnauer Weine verantwortlich. Er holte die nächsten sieben Ehrenpreise und ist fest gewillt, sein großes Vorbild im nächsten Jahr einzuholen. "Wir arbeiten jetzt schon auf den Ehrenpreis 2018 hin", hieb er, wie vorher schon sein Vorsitzender. "Und das wird von Jahr zu Jahr schwerer", ergänzte Tobias Keck.

Stolz präsentiert Kellermeister Jochen Sahler die 49 mit einer Goldmedaille prämierten Weine, darunter viele "einfache" Qualitätsweine.
Stolz präsentiert Kellermeister Jochen Sahler die 49 mit einer Goldmedaille prämierten Weine, darunter viele "einfache" Qualitätsweine. | Bild: Uwe Petersen

Sahler ist nicht erst als Nachfolger in Hagnau mit Herbert Senft verbunden. Bereits in seiner Lehrzeit zum Winzer bis 1995 in Bermatingen war Herbert Senft sein Chef. Nachdem Sahler für ein Jahr auf zwei Weingütern in Kalifornien Erfahrungen gesammelt hatte, wollte er eigentlich eine Ausbildung am Berufskolleg machen. Doch wieder war es Senft, der ihn mit einem Anruf nach Salem lockte, wo er seinen Schützling zum Weinküfer ausbildete. Quasi nebenbei ließ er sich in zwei Winterhalbjahren zum "Staatlich geprüften Wirtschafter für Weinbau und Kellerwirtschaft" ausbilden, was ihn zur Führung eines Betriebes berechtigte.

Nach einer kurzzeitigen Vertretung als erster Kellermeister in Salem und zwei Jahren Tätigkeit beim Weingut Clauß in Lottstetten nahe Schaffhausen legte Sahler seine Meisterprüfung ab und wurde anschließend in die große Winzergenossenschaft Durbach als erster Kellermeister geholt. "Da war ich auf einmal Chef von über 20 Mitarbeitern. Das war für mich ein Riesenstress. Vor allem musste ich in Durbach auch viel Arbeit außerhalb des Kellers übernehmen, etwa auf Messen oder bei Präsentationen in Hotels." Aber er habe auch viel dazugelernt.

Schließlich war es erneut Herbert Senft, der seinen Werdegang beeinflusste. "Als der 2010 aus Altersgründen in Hagnau kürzer treten wollte, hat er mich gefragt, ob ich nicht sein Nachfolger werden wolle. Ich habe nicht lange überlegt, denn ich wollte immer wieder gerne an den See zurück, auch weil meine Freundin und jetzige Frau hier arbeitete und nicht nach Durbach wollte."

Der Ehrenpreis ist für Jochen Sahler sehr wichtig. Das sei sozusagen seine Referenz gegenüber den Winzern und der Geschäftsführung. Ganz persönlich aber hat er einen anderen Traum: "Ich möchte irgendwann einmal den besten Wein der Welt machen, egal wann und in welcher Kategorie."

Prämierungen

Mit Prämierungen bei insgesamt 21 verschiedenen Wettbewerben im In- und Ausland im Jahre 2017 war der Hagnauer Winzerverein wieder sehr erfolgreich. Mit verantwortlich dafür ist Kellermeister Jochen Sahler, der seit 2010 die Kellermannschaft anführt. Sahler wurde 1974 in Überlingen geboren und wuchs in Frickingen auf, wo er die Grundschule besuchte. Am Bildungszentrum in Salem absolvierte er die Hauptschule, an der Constantin-Vanotti-Schule in Überlingen die mittlere Reife. Danach machte er in Bermatingen eine Winzerlehre. Ein Jahr lang ging er für ein Praktikum nach Kalifornien, ließ sich anschließend bis 2002 in Salem zum Küfer und in Bad Kreuznach zum Kellerwirtschafter ausbilden. 2005 legte er die Meisterprüfung ab. Über Lottstetten (2003-2005) und Durbach (2005-2010) kam er 2010 nach Hagnau.

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