Hagnau Humorvolles Plädoyer für Dialekt mit Werner Mezger

Werner Mezger hat im Hagnauer Museum einen Vortrag zum Thema „Dialekt als Muttersprache – vom Leben mit der Mundart“ gehalten. "Schwätzen, wie einem der Schnabel gewachsen ist, kann auch ein Gewinn sein", sagte er.

Dass Dialektsprecher Vorzüge gegenüber reinen Hochsprachlern haben, das verdeutlichte Professor Werner Mezger von der Universität Freiburg bei seinem Vortrag „Dialekt als Muttersprache – vom Leben mit der Mundart“ im Hagnauer Museum. Es handelte sich um eine Veranstaltung des Katholischen Bildungswerkes Immenstaad Hagnau in der Seelsorgeeinheit Meersburg in Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Hagnau und Altenwerk im Zusammenhang mit der Ausstellung "BemerkensWERTe".

So bekannte Mezger mit hintergründigem Humor zunächst, fast nicht eingeschult worden zu sein, als er bei der obligatorischen Zulassungsprüfung bei einem Tierfigurentest „des isch a Sau“ statt „ein Schwein“ geantwortet habe. In der Volksschule, so der gebürtige Rottweiler, habe sich ein Labyrinth zwischen dem Schwäbischen und der Hochsprache aufgetan, im Gymnasium der Lehrer gerufen: „Lernen Sie Schwäbisch, dann können Sie Griechisch.“

In Bezug auf das enorme Spektrum an Vorzügen, das Dialektsprecher gegenüber reinen Hochsprachlern hätten, sagte Mezger: "Schwätzen, wie einem der Schnabel gewachsen ist, kann auch ein Gewinn sein." Der Dialekt sei eine differenzierte Form, sich auszudrücken. Allerdings versage das Schwäbisch, abstrakte Dinge auszudrücken. "Die Würde des Menschen ist unantastbar" sei so ein Beispiel. Das lasse sich nichts ins Schwäbische "übersetzen".

Auch kenne das Schwäbisch keinen Imperfekt: "I bin gange." Mezger sinnierte über Aussagen aus dem Alltag wie etwa, wenn sich einer verabschiedet ("I gang jetzt hom zum Wohnen") oder wenn sich unangenehme Zeitgenossen nähern ("Kommet, wir gange, se kommet"). Beispiele gab er für schwäbische Pädagogik („I lern dir's“) oder für schönes Schwäbisch: "Wa hesch denn dou do dou?" ("Was hast denn du da gemacht?"). Unzählige Schwaben-, aber fast keine Badenerwitze gebe es. "Mir hän't nix gege Badener. Zumindest nix, was hilft", sei einer der seltenen. Und als er gehört habe, als zwei Italiener im Ländle im Sinne bester Integration zueinander sagten: "E grazie per lo Stückle Kueche", da habe er sich "saumäßig" gefreut.

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