Hagnau Hagnau feiert sein 40. Weinfest

100 Mitglieder der Musikkapelle sind am Wochenende wieder im Einsatz, wenn Hagnau sein Weinfest feiert. Der alte (Tilo Schaal) und der neue (Philipp Gotterbarm) Festwirt erinnern sich an die Anfänge und kritische Jahre. Mit Programm

Auch mit der 40. Auflage ihres Weinfestes setzt die Musikkapelle Hagnau auf Altbewährtes. "Wir haben Einiges vor gehabt, aber wir sind immer wieder auf unser Konzept zurück gekommen", sagt Philipp Gotterbarm, Vorsitzender der Musikkapelle Hagnau. Nun wird das 40. Hagnauer Weinfest also in bekannter und bewährter Weise durchgeführt. Bei der Programm-Vorstellung war auch Tilo Schaal vor Ort. Der langjährige Vize-Vorsitzende der Musikkappelle Hagnau fungierte bis 2012 als Festwirt, bevor er dieses Amt an Gotterbarm abgab. Beiden fallen viele Geschichten rund um das Weinfest ein, das erst Torkelfest hieß.

Tilo Schaal (links) und Philipp Gotterbarm, alter und neuer Festwirt des Hagnauer Weinfestes, laden zum Wochenende zur 40. Auflage des beliebten Festes Hagnauer Torkel ein. Bild: Mardiros Tavit
Tilo Schaal (links) und Philipp Gotterbarm, alter und neuer Festwirt des Hagnauer Weinfestes, laden zum Wochenende zur 40. Auflage des beliebten Festes Hagnauer Torkel ein. Bild: Mardiros Tavit
"Wir brauchten Geld. Instrumente und Uniformen waren teuer, es gab kaum einen Zuschuss von der Gemeinde", erzählt Schaal. Aus einer Laune heraus hätte er mit dem damaligen Vorsitzenden Roland Bertsch das Weinfest ins Leben gerufen. "Aber Weinfest klang uns zu einfach, wir wollten etwas besonderes. Da wir am Torkel feierten, nannten wir es damals Torkelfest." Am Nordufer des Bodensees gab es damals nur das Meersburger Weinfest. Das Hagnauer Fest ist somit eines der ältesten Weinfeste am See.

Schon vor über 40 Jahren wurde das Torkelfest der Hagnauer Musikkapelle ein Erfolg, der setzte sich fort: "Heute kommen die Söhne und Töchter unserer ersten Besucher", weiß Schaal. Auch die Urlaubsgäste des Fischer- und Winzerdorfes sind treue Besucher des Festes. Besonders scheint das Fest es den Gästen von der Schwäbischen Alb angetan zu haben: "Die Balinger kamen eine Zeit lang mit mehreren Bussen, auf denen sie extra die Aufschrift "Hagnauer Weinfest" angebracht hatten", erinnert sich Gotterbarm.

Ein Jahr ausgesetzt

Doch 2008 wurde das Fest das Opfer seines Erfolgs: Einige Gäste trieben es zu bunt, Polizei und Veranstalter konnten den Randalierern kaum Herr werden. 2009 wurde das Fest abgesagt. Für 2010 wurde von der Musikkapelle Hagnau, der Gemeindeverwaltung, der Polizei und einer regionalen Sicherheitsfirma dann ein neues Fest- und Sicherheitskonzept entwickelt. Aus dem "Hagnauer Torkelfest" wurde das "Hagnauer Weinfest – Blasmusik am See". Das Konzept ging auf. Seitdem sind die Weinfeste am Torkel im idyllischen Bürgerpark wieder friedlich und sehr gut besucht. Der Samstag wird als klassischer Festabend begangen, es werden wieder über 2000 Gäste erwartet. Der Sonntag ist Familientag, entsprechend ist das Musik- und das Rahmenprogramm. Für die Kinder ist eine Aktionswiese aufgebaut. Zauber-Clown Roland und Musikerinnen des Vereins kümmern sich dann um die Kleinen.

Damals wie heute müssen alle beim Weinfest mit anpacken. "An jedem Festtag sind über 100 Mitglieder im Einsatz, plus Auf- und Abbau", zählt der aktuelle Vorsitzende Gotterbarm auf. "Sowas geht nur, wenn du eine gute Kameradschaft im Verein pflegst", ergänzt Schaal. Gute Kameradschaft pflegen die Hagnauer Musiker nicht nur innerhalb ihres Vereins. Zum 40-jährigen Bestehen haben sie wieder die "Reit im Winkler Musikanten" gebucht, die aus dem Musikverein Reit im Winkl hervorgegangen sind, den die Hagnauer als Partnerverein bezeichnen. "Und den Abschluss spielt wieder der Musikverein aus Kressbronn. Die sind am Wochenende zwar schon in der Sommerpause, aber zum Abschluss der Saison spielt er ein letztes Mal bei uns auf", sagt Festwirt Gotterbarm erfreut über so viel Musiker-Freundschaft.

Bodenseeweinprinzessin Stephanie Staneker darf heuer als Wein-Hoheit ein zweites Mal auf ihrem Heimatfest sein. Das Ende ihrer Amtszeit verschob sich von März auf September. Bild: Mardiros Tavit
Bodenseeweinprinzessin Stephanie Staneker darf heuer als Wein-Hoheit ein zweites Mal auf ihrem Heimatfest sein. Das Ende ihrer Amtszeit verschob sich von März auf September. Bild: Mardiros Tavit
Zwar konzentrieren sich die Verantwortlichen auch an ihrem Jubiläums-Weinfest auf das Altbewährte, doch eine Besonderheit gibt doch: Bodenseeweinprinzessin Stephanie Staneker, gebürtige Hagnauerin, wird ihr Heimatfest als Wein-Hoheit nach 2016 heuer ein zweites Mal mitfeiern können. Das Ende ihrer Amtszeit wurde von März auf September verlegt.

Das Programm

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass auf den Jugendschutz sehr strikt geachtet wird, und Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten ist.

  • Samstag, 5. August: 17 Uhr spielt Musikverein Bergareute, 19.30 Uhr gibt es Reit im Winkler Musikanten und 24 Uhr ist Ausschankschluss.
  • Sonntag, 6 August: 11.30 Uhr Reit im Winkler Musikanten, Begrüßung der amtierenden Bodenseeweinprinzessin Stephanie Staneker, 14.30 Uhr spielt Musikkapelle Aach-Linz, 17.15 Uhr der Fanfarenzug Hagnau und 18 Uhr der Musikverein Kressbronn. 22 Uhr ist Musik- und 23 Uhr Ausschankende.
  • Kinderprogramm am Sonntag, 6. August: Bis 14.30 Uhr Zauber-Clown Roland auf dem Festplatz, 15 bis 17 Uhr Aktionswiese mit Spielen.
  • Getränke: Auf der Karte sind zwölf Weine, aber kein Bier zu finden. Der günstigste Wein ist ein Hagnauer Müller-Thurgau trocken für 10 Euro pro Flasche. Auch an die Liebhaber lieblicher Weine wurde gedacht.
  • Essen: Auf der Speisekarte ist fangfrischer Fisch der kulinarische Höhepunkt. Die Käsewürfelschale mit einzeln gezupften Trauben hat schon Kultstatus. Am Sonntag gibt es Kaffee und hausgemachten Kuchen.

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