Friedrichshafen Zum Projekt Karl-Olga-Park liegen nicht alle Zahlen vor

Der Finanzaufwand für den Familientreff, der im Altbau des städtischen Alten- und Pflegeheims der Stadt Friedrichshafen eine endgültige Bleibe finden soll, ist völlig unklar. Für das Projekt Karl-Olga-Park sind bis jetzt knapp 28 Millionen Euro eingeplant.

Knapp 28 Millionen Euro werden bisher für den Neubau veranschlagt, mit dem die Stadt das Alten- und Pflegeheim Karl-Olga-Haus (KOH) ersetzen will. In dieser Investitionssumme enthalten sind knapp fünf Millionen Euro für eine sechsgruppige Kindertagesstätte, die in den neuen Karl-Olga-Park (KOP) integriert werden soll. Noch völlig offen ist, wie teuer der Umbau des KOH wird, um hier dauerhaft den Familientreff "Insel" unter zu bringen. Bis zum Jahresende findet sich der Treff im Gebäude der ehemaligen Stadtkasse an der Friedrichstraße. Er muss zum Jahreswechsel in ein neues Zwischendomizil in der Scheffelstraße umziehen. Sobald der Altbau des KOH entsprechend umgebaut ist, soll der Familientreff hier seinen endgültigen Standort finden.

Doch zu den Kosten für den Umbau des Altbaus wollte sich Thomas Alber als Chef des KOH in der Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses des Gemeinderats am Montag nicht äußern. Auf die Frage von Gemeinderat Achim Baumeister (Freie Wähler), ob entsprechende Kosten in den vorliegenden Schätzungen enthalten seien, verneinte dies Alber. Und fügte hinzu, dass der Familientreff keineswegs die komplette nötige Summe verursache. Sondern es sei eben auch der Preis, der bezahlt werden müsse, diesen Teil des KOH für die Nachwelt zu erhalten. Investitionen für den Erhalt des historischen Gebäudes seien sowieso fällig. Klar ist auch, dass Räume im tief liegenden Erdgeschoss des KOH nur als Lagerräume genutzt werden könnten. So sollen das erste und das zweite Stockwerk des Altbaus für die Bedürfnisse des Familientreffs umgebaut werden.

Zwei verbundene u-förmige Gebäude bilden das neue Alten- und Pflegeheim der Stadt. Hier ein Modell des Architekturbüros Thillmann. <em>Bilder: Manfred Dieterle-Jöchle </em>
Zwei verbundene u-förmige Gebäude bilden das neue Alten- und Pflegeheim der Stadt. Hier ein Modell des Architekturbüros Thillmann. Bilder: Manfred Dieterle-Jöchle

Die neuen Räume sollen mittels eines Aufzugs barrierefrei gestaltet werden, sagte Architekt Michael Thillmann vor dem Finanz- und Verwaltungsausschuss. Thomas Alber sagte, dass mehrere Gespräche mit Vertretern des Familientreffs gut verlaufen seien. Er habe durchaus Begeisterung wahrgenommen. Dass die "Insel" im KOH-Altbau eine endgültige Bleibe finden könne, sei einvernehmlich vereinbart worden.

Trotz der offen bleibenden Frage nach den Kosten, um den Familientreff im KOH-Altbau unterzubringen, sprachen sich am Montag die Gemeinderäte dafür aus, die Planungen für den Karl-Olga-Park weiter voranzutreiben. An deren Ende wird dem Gemeinderat dann eine relativ sichere Schätzung der Kosten für den Neubau vorliegen. Ein Neubau des städtischen Alten- und Pflegeheims ist notwendig, da das Land künftig Einzelzimmer vorschreibt.

Planer Michael Thillmann schilderte den Gemeinderäten ausführlich, warum es sinnvoller sei, die Idee von Verwaltung und Gemeinderat zu verwerfen, auf den Neubau nochmals zwei Stockwerke darauf zu setzen. Hier sollten Wohnungen für Beschäftigte des KOP entstehen. Hintergrund war, dass es dank dieser Wohnungen zusätzlich gelingen könnte, qualifiziertes Personal für das städtische Alten- und Pflegeheim zu gewinnen. Aufgrund der architektonischen Vorgaben für die darunter liegenden Seniorenwohnungen und den nötigen Bau von Stellplätzen sei der Bau von Mietwohnungen in zusätzlichen Dachgeschossen wirtschaftlich nicht sinnvoll. Regine Ankermann (Grüne) wollte sich damit zunächst nicht zufriedengeben. Thillmann verwies auch darauf, dass der Neubau des Alten- und Pflegeheims so konzipiert sei, dass das Personal nur möglichst kurze Wege zu den Patienten zurücklegen müsse. Dies sei vor allem während der Nachtschicht von großer Bedeutung. Regine Ankermann stimmte am Ende auch für das vorgelegte Konzept.

Sozialbürgermeister Andreas Köster warb während der öffentlichen Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses eindringlich für das Konzept, dass das Projekt Karl-Olga-Park auch die Integration einer sechsgruppigen Kindertagesstätte vorsehe. Sowohl die Senioren als auch die Kinder würden von dieser Nachbarschaft profitieren. Als Begegnungsraum soll ein Café dienen, schilderte Architekt Thillmann. Ein solches Konzept funktioniere in einem ähnlichen Projekt in Marburg sehr gut, sagte er.

 

Weniger Verlust fürs Karl-Olga-Haus im Jahr 2016

Der Jahresabschluss für 2016 des Häfler Alten- und Pflegeheims Karl-Olga-Haus wurde dem Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am Montagnachmittag vorgelegt.

Im Vergleich zum Jahr 2015 gelang es, den Verlust um gut 200 000 Euro auf rund 470 000 Euro gedrückt zu bekommen, wie KOH-Chef Thomas Alber den Mitgliedern des Gemeinderats darlegte. Seit Jahren sei es damit in 2016 gelungen, eines der besten Finanzergebnisse zu erzielen, sagte Sozialbürgermeister Andreas Köster. 2004 konnte mit 62 000 Euro Verlust ein bisher historischer Tiefstand erreicht werden. Nach den Angaben im Bericht zum Jahresabschluss 2016 sei die Summe des Abmangels in den vergangenen Jahren immer wieder sehr deutlich gestiegen. Bürgermeister Köster hatte darauf hingewiesen, dass erfolgreiches Wirtschaften schwierig sei, da das KOH immer noch teilweise Zwei-Bett-Zimmer habe, statt der stark nachgefragten Ein-Bett-Zimmer. Thomas Alber verwies auf erfolgreiche Verhandlungen mit den Krankenkassen, die zu "recht guten Pflegesätzen" geführt hätten. Die Bilanzsumme des KOH beläuft sich für 2016 auf rund neun Millionen Euro. Das Heim verfügt derzeit über 110 Plätze – einschließlich zehn Plätzen für Kurzzeitpflege. Im Jahr 2016 lag die Auslastung bei gut 83 Prozent und damit etwas höher als 2015, als sie bei 81 Prozent lag. Das KOH ist das ehemalige Krankenhaus Friedrichshafens, das von 1890 bis 1892 gebaut wurde. (dim)

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