Friedrichshafen Winterdienst steht in den Startlöchern

Die Stadt Friedrichshafen hat das Salz- und Splittlager gut gefüllt. Was Bürger über ihre Räumpflichten wissen müssen.

Der erste Schnee in diesem Winter ist schon lange geschmolzen. Aber für die nächsten Tage ist zum Teil kräftiger Schneefall prognostiziert, auch wenn die weiße Pracht dank Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts nicht liegen bleiben dürfte. Wichtig ist: „Wir sind vorbereitet und das Team steht in den Startlöchern“, erklärt Alexander Stein, Abteilungsleiter der Städtischen Baubetriebe. Doch nicht nur die Stadt muss für eis- und schneefreie Straßen und Wege sorgen, sondern auch der Bürger.

  1. Welche Pflichten hat der Bürger? Die Gehwege müssen werktags bis spätestens 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr geräumt und gestreut werden, schreibt die Streupflichtsatzung der Stadt vor. Die Räumpflicht endet um 20 Uhr. Der geräumte Schnee sollte nicht auf die Straße geschoben werden, sondern nur bis zur Bordsteinkante, damit die Räumfahrzeuge ihn nicht wieder auf das Grundstück zurückschieben. Wenn es schneit, rückt der städtische Winterdienst ab 4 Uhr morgens – an Wochenenden und Feiertagen eine Stunde später – aus. Der Einsatz endet um 22 Uhr. Zudem ist ein 24-stündiger Bereitschaftsdienst eingerichtet, zu dessen Aufgaben es gehört, sich über die Wettervorhersagen beim Deutschen Wetterdienst auf dem Laufenden zu halten. Außerdem werden an 13 besonders sensiblen Messpunkten in der Stadt die Straßenbedingungen um 3 Uhr und um 19 Uhr kontrolliert.
  2. Worauf muss der Bürger beim Winterdienst achten? Gestreut werden dürfen Splitt und Sand. Auftausalz hingegen ist nur in besonderen Fällen wie bei Glatteis, Eisregen oder zum Auftauen festgetretener Eis- und Schneerückstände erlaubt, wenn nur so die Sicherheit von Fußgängern oder Radfahrern gewährleistet werden kann.
  3. Woher bekommt der Bürger Splitt? Während man in fast jedem Bau- oder Supermarkt Streusalz bekommt, ist Splitt nur schwer erhältlich, sofern man nicht Bausplitt verwenden will. Eine Alternative ist Lavastreugut; ein 20-Kilo-Sack kostet etwa 5 Euro. Auch Sand darf verwendet werden. Die Stadt bietet verteilt an 72 Standorten zudem Streugutkisten mit einem Splitt-Salz-Gemisch an. Die sind vor allem an Gefahrenstellen und Steigungen aufgestellt. Sie dienen nach Angaben der Stadt aber in erster Linie den Handkolonnen des städtischen Winterdienstes, um ihre Streugutbestände nachzufüllen und damit die Fahrten zurück zum Zentrallager im Betriebshof zu reduzieren. Aber auch Kraftfahrer können das Streumaterial als Anfahrtshilfe nutzen.
  4. Warum darf der städtische Winterdienst Salz streuen, obwohl es dem Bürger nur ausnahmsweise gestattet ist? „Feuchtsalz ist bei uns mit meist nur geringen Schneemengen und häufiger Glätte am wirksamsten“, erklärt Frank Kahle, Leiter der Städtischen Bauverwaltung. Dies sei wirtschaftlicher und weise eine bessere Ökobilanz als Splitt auf. Um möglichst wenig Salz zu streuen, werden alle wichtigen Straßen zuerst mechanisch geräumt. Zudem sind die Streugeräte so voreingestellt, dass im Standardbetrieb maximal zehn Gramm pro Quadratmeter ausgebracht werden, erklärt die Pressestelle. Bei starker Vereisung, Eisregen oder Schneeglätte kann die Dosierung in Einzelfällen bis auf 40 Gramm pro Quadratmeter erhöht werden. Im Uferpark wird ausschließlich mit Splitt gestreut. An Treppen, steilen Rampen und an Bushaltestellen verwendet der Bauhof ein Splitt-Salz-Gemisch. Neben 1000 Tonnen Vorrat an Streusalz hat die Stadt 25 Tonnen Splitt und 25 Tonnen Splitt-Salz-Gemisch gelagert. Darüber hinaus sind 30 0000 Liter Calciumchlorid-Lösung sowie 25 Tonnen Calciumchlorid-Flocken zur Feuchtsalzmischung gebunkert.
  5. Wird die Einhaltung der Räum- und Streupflicht von der Stadt kontrolliert? Das sei nicht leistbar, erklärt die Stadt. Es liege aber im Interesse jedes Straßenanliegers, dem privaten Auftrag für den Winterdienst nachzukommen. Denn wenn vor dem eigenen Haus ein Fußgänger oder Radfahrer auf schnee- oder eisglattem Weg stürzt und sich verletzt, weil der Streupflicht nicht nachgekommen wurde, ist der Eigner haftbar.

 

Statistik

An der Einsatzstatistik des Winterdienstes der Stadt Friedrichshafen in den vergangenen acht Jahren lässt sich gut ablesen, welcher Winter besonders streng oder schneereich war.

So mussten die Mitarbeiter im Winter von 2009/10 und 2012/13 jeweils zu 37 Großeinsätzen ausrücken und haben zusammen mehr als 10 500 Personalstunden im Räum- und Streudienst absolviert. In beiden Wintern beliefen sich die Gesamtkosten für den Winterdienst auf knapp eine Million Euro, wobei gut 1500 Tonnen Streusalz ausgebracht wurden.

Im Vergleich dazu waren die Wintermonate 2013/14 kaum der Rede wert. Bei fünf Großeinsätzen leisteten die Mitarbeiter insgesamt nur knapp 2500 Personalstunden, um Schnee zu räumen und rund 330 Tonnen Salz zu streuen. Mit knapp 440 000 Euro war der Winterdienst um die Hälfte günstiger als im Winter zuvor. (kck)

 

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