Friedrichshafen Weiter kein Durchkommen in der Ehlersstraße

Die Bauarbeiten in der Ehlersstraße dauern noch bis 10. November. Im Anschluss folgt die Sanierung am Knotenpunkt Ailinger Hof. Der Bereich wird daher erst im Frühjahr 2018 für den Verkehr freigegeben.

Stadtrat Bernhard Leins nutzte den Tagesordnungspunkt "Verschiedenes", um sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung über die seit dem Frühjahr gesperrte Ehlersstraße zu beschweren. "Die Bauarbeiten dauern ewig, viele Anwohner und auch Gewerbetreibende klagen darüber und über Umsatzausfälle", so Leins. Es werde Zeit, dass endlich die restlichen Arbeiten ausgeführt werden. Zudem monierte der Stadtrat der Freien Wähler, dass für Außenstehende der Eindruck entstehe, dass nur sporadisch an der Baustelle gearbeitet werde. Erster Bürgermeister Stefan Köhler antwortete, dass die Arbeiten an der Dauerbaustelle in einigen Tagen eingestellt würden. "Ich gehe davon aus, dass am 20. Oktober die Fahrbahn wieder frei ist", so Köhler. Doch die Pressesprecherin der Stadt, Monika Blank, korrigierte ihn: "Als Fertigstellungstermin ist der 10. November vorgesehen", so Blank. Zudem seien die Arbeiten "voll im Zeitplan".

Die Arbeiten an der Ehlersstraße hatten Ende März begonnen. Im März und Juni hatte die Stadt mitgeteilt, dass die halbseitige Sperrung bis voraussichtlich 2. September andauern wird. Gestern erklärte die Stadt auf Anfrage: "Es ist richtig, dass als Abschluss der Bauarbeiten im südlichen Abschnitt der Ehlersstraße der 2. September genannt wurde. Direkt anschließend wurde mit den Bauarbeiten im nördlichen Abschnitt begonnen. Diese dauern nach der Rahmenplanung bis 10. November."

Für Stadtrat Bernhard Leins, der als Notar der Kanzlei Kubon sein Büro in der Ehlersstraße hat, ist es nicht nachvollziehbar, "dass man einen Hauptverkehrszweig der Stadt für so lange Zeit blockiert und damit ein ganzes Stadtviertel über Monate abgeschnitten wird". Die Zufahrt zu Betrieben und Wohnungen in der Ehlersstraße sei nur eingeschränkt möglich und viele Fußgänger müssten den Weg über ein privates Grundstück nehmen, um weiter in Richtung Schwabstraße zu kommen. "Ich habe auch schon Anrufe von Kunden bekommen, die sagten, dass sie uns nicht gefunden haben", so Leins. Er hätte eine Sanierung der Straße in mehreren Etappen begrüßt. Und weiter kritisiert er: "Die Baustelle war tagelang schlecht besetzt. An manchen Tagen habe ich maximal fünf Leute gezählt." Auch Fritz Hack, der als Architekt und Stadtplaner ein Büro in der Ehlersstraße betreibt, erklärt zur Dauer des Sanierungsprojekts: "Da wir selbst in der Baubranche sind, können wir vieles noch nachvollziehen und versuchen Verständnis zu haben – aber so langsam wird es dramatisch." Auch bei ihm ist der Zugang zum Büro nur noch eingeschränkt – "durch die Wiese" – möglich. Insgesamt würden Menschen in der Baubranche fehlen und das sei auch hier deutlich zu erkennen.

Dass bei Anwohnern der Eindruck entstanden ist, dass an der Baustelle nicht ausreichend gearbeitet wird, "können wir nicht nachvollziehen, zumal sich die Arbeiten im Zeitplan befinden", teilt Monika Blank mit. Die Baustelle sei jeweils entsprechend der anstehenden Arbeiten besetzt. Die Baufirma habe ein Interesse an einer schnellstmöglichen Abwicklung des Bauvorhabens, allein schon aus wirtschaftlichen Gründen. "Derzeit wird mit zwei Kolonnen gearbeitet, einer Pflasterbaukolonne und einer Straßenbaukolonne", so Blank. Die Arbeiten in der Tiefe würden zudem oft nicht so wahrgenommen, wie im Hochbau. Da könne der Eindruck entstehen, dass wenig vorangeht, obwohl in Wirklichkeit die Arbeiten wie geplant laufen. Die lange Sperrung ist nach Angaben der Stadtverwaltung notwendig, weil es sich um sehr aufwendige Arbeiten im innerstädtischen Bereich handelt: Neben Kanalbauarbeiten der Stadt verlege das Stadtwerk am See Leitungen für Strom, Wasser Fernwärme und Gas. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung erneuert, ebenso die dazugehörigen Leitungen. Außerdem müssen laut Blank alle privaten Zufahrten angeglichen werden. Dort wo der Boden nicht tragfähig ist, müsse ein Bodenaustausch vorgenommen werden, danach könne erst die Kiestragschicht aufgebracht werden.

Doch auch wenn die Bauarbeiten am 10. November abgeschlossen werden, ist weiterhin noch Geduld gefragt. Wie die Stadt mitteilt, ist vorgesehen, im Anschluss den Knotenpunkt am Ailinger Hof zu sanieren. "Daher kann die Straße dann noch nicht für den Verkehr freigegeben werden", so Blank. Möglich sei dann die Zufahrt zum Finanzamt aus Richtung Schwabstraße. Eine generelle Freigabe könne erst nach Fertigstellung der Kreuzung Ailinger Hof erfolgen. Dies wird erst im Frühjahr 2018 der Fall sein. "Damit geht das Drama weiter", sagt Fritz Hack und fügt hinzu: "Besonders wenn das dann auch wieder so lange geht." Eine Baustelle auf den Winter hin zu beginnen sei schließlich mit zahlreichen Risiken verbunden.

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