Friedrichshafen Teilzeitausbildung als Chance für alleinerziehende Frauen

Der Weg in die finanzielle Unabhängigkeit kann über eine Teilzeitausbildung führen. Das CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschland) biete in Friedrichshafen Kurse dafür an: „Taff“ - Teilzeitausbildung für alleinerziehende Frauen. Teilnehmerin Adriana Böhm schildert ihre Erfahrungen bei der Berufsfindung.

Schule, Ausbildung oder Studium, Beruf und irgendwann Familie – nicht bei allen Frauen läuft das Leben so geradlinig. Nicht selten ist die Reihenfolge vertauscht, so wie bei Adriana Böhm aus Friedrichshafen. Ab September will die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern beruflich durchstarten und eine Ausbildung in Teilzeit zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen Assistentin beginnen. Unterstützung auf dem Weg zum Ausbildungsplatz erhielt die junge Frau durch das CJD Bodensee-Oberschwaben, wo sie den Kurs „Taff“ besucht. Taff steht für Teilzeitausbildung für alleinerziehende Frauen. „Eigentlich hatte ich den Gedanken an eine Ausbildung schon aufgegeben“, erinnert sich Adriana Böhm. Nach der Trennung von ihrem Mann hat sie auf 400-Euro-Basis gejobbt. „Aber mir war klar, dass das nichts für die Zukunft ist.“ Als ihre Fallmanagerin im Jobcenter den Kurs beim CJD vorschlug, war die 31-Jährige gleich dabei. Morgens besuchte sie den Unterricht und an zwei Nachmittagen belegte die gebürtige Rumänin einen Deutschkurs. „Das hat mir unheimlich viel gebracht, vor allem in Sachen Rechtschreibung und Grammatik“, erzählt sie in fließendem Deutsch. Neben dem Fachunterricht spielte das persönliche Coaching der Teilnehmerinnen im Taff-Kurs eine wichtige Rolle. „Es ging erst mal darum, herauszufinden, welcher Beruf wirklich zu mir passt“, so Adriana Böhm. Der Praxistest folgte in einem potenziellen Ausbildungsbetrieb im Rahmen mehrerer Praktika.

Zunächst hat sich Adriana Böhm für den Beruf der Frisörin interessiert. „Aber die Arbeitszeiten sind schwierig, wenn man Kinder hat. Außerdem ist die Bezahlung eher schlecht.“ Erfahrungen sammelte sie in einer Arztpraxis, in einer Boutique, in einem Modeatelier und in einem städtischen Amt. „Das ist es“, habe sie bereits nach drei Tagen in der Schlossapotheke in Tettnang gewusst. „Der Beruf ist toll, die Atmosphäre stimmt und ich habe sogar eine gute Busverbindung“, freut sie sich über ihren Vertrag für die Teilzeitausbildung.

Teilzeit ist übrigens weder gleichbedeutend mit halbtags noch mit ausschließlich vormittags. So arbeitet Adriana Böhm inklusive der Zeit an der Berufsschule 33 Stunden pro Woche. „Vereinbart habe ich mit meinem Arbeitgeber, dass ich auch an jedem zweiten Samstag arbeite“, berichtet sie. Sehr hilfreich sei, dass ihre beiden acht und neun Jahre alten Kinder von 7 bis 17 Uhr die Ganztagesschule besuchen. „Sonst ginge das nicht.“ Nichtsdestotrotz wollen die Ferienzeiten gut geplant sein.

Viel Lob hat Adriana Böhm für Antje Thüncher, die die Kursteilnehmerin beim CJD betreut. „Ihre Hilfe war genial. Sie hat uns immer dazu motiviert, am Ball zu bleiben“, sagt sie. Sei es beim Ausfüllen von Anträgen, bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder bei Fragen zur Kinderbetreuung – Antje Thüncher habe gezeigt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. „Jetzt habe ich ganz viel Hoffnung, dass es mir und meiner Familie nach der Ausbildung finanziell besser geht und dass wir unabhängig von Hartz IV werden“, freut sich Adriana Böhm auf den neuen Lebensabschnitt. Nicht nur die Kursteilnehmerinnen, auch die Ausbildungsbetriebe erhalten Unterstützung durch das CJD, zum Beispiel bei rechtlichen und verwaltungstechnischen Fragen.

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