Friedrichshafen - Stadtorchester spielt vor großer Leinwand

Im Zentrum des "Entertaining Winds"-Konzerts des Stadtorchesters Friedrichshafen stehen viele Filmmusik-Klassiker – darunter "1805 – A Town's Tale" und "Spiel mir das Lied zum Tod".

"Vorhang auf" im wörtlichen Sinn wird es beim Stadtorchester-Konzert heißen. Das Kernwerk ist "1805 – A Town's Tale", im Jahr 2011 von Otto M. Schwarz komponiert. Es ist ein für symphonisches Blasorchester laut Stadtorchester-Dirigent Pietro Sarno einmaliges Film-Musik-Event. Der auf einer bühnenbreiten Leinwand im Hintergrund des Orchesters gezeigte 35-minütige Film ist kein klassischer Stummfilm. Der Originalität besteht in der "live" gespielten Filmmusik.

Dies stellt insbesondere den Dirigenten vor enorme Herausforderungen. Die Kunst besteht darin, dass Bild und Musik genau übereinander liegen. So muss das Orchester exakt dem Dirigenten folgen. Bei üblichen Aufführungen ist es dagegen leicht möglich, dass den Musikern eine gewisse Freiheit hinsichtlich spontaner Tempoänderungen gewährt wird. Spannend wird sein, wie es Sarno gelingt, das Orchester wieder auf die Spur zu bringen, falls die Synchronität mit dem Film am Samstag doch einmal verloren gehen sollte. Ein Orchester sei diesbezüglich natürlicherweise eine "träge Masse", meint Sarno. In den Proben habe es auch etwas gedauert, bis das Stadtorchester auf das ungewohnte Spielen eingestellt war. Pietro Sarno arbeitet dabei ohne optische Signale für die Tempiwechsel und Orchestereinsätze. Er bekommt lediglich "Klicks" über Kopfhörer zu hören. Ohne dies wäre es nicht möglich.

Otto M. Schwarz ist bisher vor allem als Komponist klassischer Filmmusik in Erscheinung getreten. Zahlreiche ARD- und ORF-Produktionen hat er bisher unterlegt. "1805 – A Town's Tale" erzählt vor dem Hintergrund einer historischen Schlacht eine Liebesgeschichte. Der Film "funktioniert nur mit der Musik", so Sarno. Ebenso ist die Musik ohne den Film nicht aufführbar. Sarno ist froh, 60 Musiker zur Verfügung zu haben, da das Werk eine große Besetzung erfordert. Unter anderem wird das Blasorchester um Harfe, Piano und Kontrabass ergänzt.

Dirigent Pietro Sarno über der Partitur.
Dirigent Pietro Sarno über der Partitur. | Bild: Philipp Sitte

Der erste Teil am Samstag wird rein konzertant sein, ohne Film im Hintergrund, aber ebenso unter dem Motto "Film und Musik" stehen. So erklingen Filmmusik-Klassiker wie "Spiel mir das Lied vom Tod", komponiert von Ennio Morricone. Auch Moderneres ist zu hören wie "Jurassic Park" von John Williams oder "Das Boot" von Klaus Doldinger, der eigentlich Jazzmusiker ist.

"Entertaining Winds" ist ein Teil der jährlichen Konzertreihe des Stadtorchesters. Zusammen mit "Classic Winds", "Summer Winds" und "Kids Winds" soll damit ein breites Publikum angesprochen werden. Pietro Sarno ist zufrieden mit der Konzertvorbereitung. Gerade habe man ein ganzes Wochenende intensiv auf einer Hütte im Bregenzerwald geprobt. Selbstverständlich habe man sich "1805 – A Town's Tale" angesehen. Die Musiker versuchten, sich in die einzelnen Filmstimmungen hineinzuversetzen. Diesbezüglich bietet der Film eine ganze Menge: Kriegsszenen mit Angst und Grusel wechseln mit liebevollen sowie melancholischen Momenten.

Das Konzert ist am Samstag, 18. November, um 20 Uhr im GZH. Karten gibt es zu 16/10 Euro, unter Telefon 0 75 41/28 84 44.

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