Friedrichshafen - Sinfonieorchester Friedrichshafen spielt Dvorák und Beethoven

Solist des Konzerts am zweiten Advent im Graf-Zeppelin-Haus ist Gustav Rivinius bei Dvoráks Cellokonzert. Von Beethoven wird die sechste Sinfonie aufgeführt.

Brahms sagte kurz vor seinem Tod, hätte er gewusst, dass man ein solches Cellokonzert schreiben könnte, hätte er auch eines geschrieben. Es ging um das Violoncello-Konzert h-Moll von Antonín Dvorák. Es entstand gegen Ende von Dvoráks Amerika-Aufenthalt, in dem er auch die „Sinfonie aus der Neuen Welt” komponierte. Vielleicht lag es am Heimweh, dass er hier wieder auf seine böhmischen Wurzeln zurückgriff. Komponiert als Dialog, gönnt das Konzert dem Orchester eine ausführliche Einleitung, ehe das Cello antwortet und die Themen weitersingt. Im zweiten Satz zitiert Dvorák das Lieblingslied seiner gerade verstorbenen Schwägerin Josefine, in die er als junger Mann verliebt war. Den Finalsatz prägt bei allem stürmischem Aufbrausen eine wehmütige Stimmung.

„Es ist einfach das schönste Cellokonzert, das es gibt“, sagt auch Musikdirektor Joachim Trost. „Es hat sehr viel Sinfonisches und gibt doch dem Instrument weiten Raum.“ Er steht gerade kurz vor der Hauptprobe mit dem Sinfonieorchester Friedrichshafen, am Sonntag ist Konzert im GZH. Zur Probe erwartet er schon den Solisten des Abends, den Cellisten Gustav Rivinius. Er errang 1990 mit 24 Jahren als bisher einziger deutscher Musiker den ersten Preis des Internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs. Seither konzertiert er weltweit, unter anderem mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Tschechischen Philharmonie und dem Houston Symphony Orchestra. Auch als Kammermusiker ist er engagiert, etwa mit seinen Brüdern im Rivinius Klavierquartett. Zudem gründete er mehrere Ensembles. Rivinius lehrt als Professor an der Hochschule für Musik Saar und am Konservatorium Maastricht.

Gustav Rivinius ist Solist beim Cellokonzert von Dvorák.
Gustav Rivinius ist Solist beim Cellokonzert von Dvorák. | Bild: Kulturbüro Friedrichshafen

Beethoven nannte seine sechste Sinfonie „Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben“. Sie steht als zweites Werk auf dem Programm. „Beethovens Pastorale ist musikhistorisch sehr bedeutsam. Sie hat die weitere Entwicklung der Sinfonie geprägt“, sagt Trost. „Sie weist den Weg sowohl zur absoluten Musik als auch zur Programmmusik, obwohl Beethoven sich stets verbeten hat, sie als Programmmusik zu verstehen.“ Sie zeichnet Empfindungen im Rahmen der Natur und ahmt lautmalerisch Vogelstimmen oder Bachgeplätscher nach. Im vierten Satz „Gewitter, Sturm“ zucken hörbare Blitze durch die Musik und Donner grollt.

Ob Beethoven die Partitur wirklich in Wiener Vororten schrieb und dabei auf die Stimmen in seiner Umgebung horchte, ist umstritten. Jedenfalls liebte er die Natur und fand in ihr Ruhe und Inspiration. Berlioz nannte die Pastorale die „schönste der Beethovenschen Kompositionen“. Sie entstand gleichzeitig mit der als „Schicksalssinfonie“ bekannten fünften. Beide wurden 1808 gemeinsam in Wien uraufgeführt.

Das Konzert findet am Sonntag, 10. Dezember, 19.30 Uhr, im Graf-Zeppelin-Haus statt. Karten unter Telefon 0 75 41/28 84 44.

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