Friedrichshafen Schläge wegen Whisky-Flaschen: Männer müssen Geldbuße zahlen

Das Amtsgericht Tettnang hat am Dienstag die Verfahren gegen drei junge Männer wegen gefährlicher Körperverletzung eingestellt, bei zwei von ihnen gegen Geldauflagen. Sie gaben zu, im Mai einen damaligen Freund nachts in seiner Wohnung in Efrizweiler aufgesucht und dort mit ihm gestritten zu haben. Bei dem Streit ging es um zwei Flaschen Whisky.

Einer der drei hatte dem Geschädigten ins Gesicht und in den Bauch geschlagen. "In mir ist es so hochgekocht, weil er mich angelogen hat. Da ist mir die Hand ausgerutscht, einmal in das Gesicht, einmal in den Bauch. Es tut mit so Leid", sagte er und entschuldigte sich während der Verhandlung. Auch die anderen beiden Angeklagten bekundeten Reue.

Laut übereinstimmenden Zeugenaussagen ging es bei dem Streit um zwei Flaschen Whisky, die der Geschädigte bei einer Geburtstagsfeier zwei Wochen vor dem Vorfall mitgenommen hatte, ohne den Gastgeber zu fragen. In der Nacht auf den 14. Mai erzählte dieser zwei Freunden in seiner Stammkneipe davon. "Ich habe gesagt, das will ich jetzt geklärt haben", sagte er. Mit den beiden Freunden fuhr er mit dem Taxi nach Efrizweiler und ließ sich von einem Nachbarn die Haustür öffnen. Er beschimpfte den Geschädigten und verlangte 70 Euro als Entschädigung für den Whisky und das Taxi. Ob der Geschädigte im Schlaf überrascht wurde oder den dreien schon im Flur entgegen kam, stellten Angeklagte und Geschädigter unterschiedlich dar, ebenso die Anzahl der Faustschläge. "Er hat mir mehrmals ins Gesicht geschlagen und einmal in den Bauch", sagte der Geschädigte. Er habe Nasenbluten gehabt, eine Prellung unter dem Auge und einen schmerzenden Kiefer. "Ich kann mich nur an zwei Schläge erinnern", sagte der Angeklagte. Allerdings seien seine Freunde und er betrunken gewesen. Die Polizei, die am nächsten Tag die Anzeige aufnahm, stellte keine sichtbaren Verletzungen fest. Nachdem die gegenüber wohnende Mutter des Geschädigten das Geld für ihn ausgelegt hatte, verließen die drei das Haus wieder.

Bei zwei Angeklagten sei nach der Beweisaufnahme lediglich von psychischer Beihilfe auszugehen, erläuterte Richter Martin Hussels-Eichhorn. Die sei bei einem höher zu gewichten, da er massiver gebaut, einschlägig aktenkundig und nach Zeugenaussagen am Streit stärker beteiligt war. Ihm legte Hussels-Eichhorn daher eine Geldbuße von 500 Euro auf. "Was ich nicht akzeptieren kann, ist ein Schlag mit der Faust ins Gesicht", sagte er zum dritten Angeklagten. Dessen Anwalt Gerd Prokop beantragte trotzdem auch hier die Einstellung des Verfahrens: "Er ist Jungfrau, was strafrechtliche Belange angeht. Der Streit ist eskaliert, es tut ihm schrecklich Leid und die Freundschaft ist kaputt", sagte er. "Ich habe Schwierigkeiten, noch eine gefährliche Körperverletzung zu erkennen. Dann bleibt die einfache Körperverletzung übrig und dann kann ich der Einstellung zustimmen", sagte Staatsanwalt Max Märkle.

Der Hauptangeklagte muss allerdings eine Geldbuße von 1000 Euro an den Weißen Ring, eine Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer zahlen.

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