Friedrichshafen SPD im Bodenseekreis fordert AfD-Kandidatin Alice Weidel zur politischen Debatte auf

Eine Plakataktion im Wahlkreis appelliert an die Spitzenkandidatin der AfD, sich mit anderen Parteien in ihrem eigenen Wahlkreis öffentlich auseinanderzusetzen.

Das erste Plakat hängt seit heute, Freitag, am Friedrichshafener Stadtbahnhof: „Angst vor der Diskussion, Alice Weidel?“ steht darauf. Aufgehängt hat es SPD-Kandidat Leon Hahn. Ihn stört, dass die AfD-Spitzenkandidatin in ihrem eigenen Wahlkreis Bodensee zwar Wahlkampf vor Ort betreibe, sich aber keinen Debatten mit ihren Mitbewerbern stelle. „Ich möchte die Kernforderungen der AfD öffentlich widerlegen“, sagt Hahn. „Es geht nicht darum, den eigenen Leute im Hinterzimmer zu begegnen, sondern sich der politischen Diskussionen mit anderen Parteien zu stellen.“ Landesweit beobachte er diese Verweigerungshaltung der AfD, oft habe sie nicht einmal Wahlbüros vor Ort.

Auch der SÜDKURIER handelte sich für seine Podiumsdiskussion in Salem am 14. September eine Absage ein. „Terminkollisionen“ nannte Magnus Heutmann, Presse- und Terminkoordinator des AfD-Spitzenteams, bereits Mitte Juli per Mail als Grund. Zu einem Interview mit unserer Zeitung für ein Kandidatenportrait war Alice Weidel ebenfalls nicht bereit.

Einen Korb von Weidel handelten sich auch Wilfried Rupp von der Umweltgruppe Meersburg und Achim Homburger (Freie Wähler) ein, die am 16. September im Dorfgemeinschaftshaus Meersburg-Baitenhausen ein Kandidaten-Podium veranstalten. „Nach einer anfänglichen Zusage hat sie dann doch abgesagt“, erläutert Rupp. Als Landtagskandidatin im Bodenseekreis war die damals noch weitgehend unbekannte Weidel im Februar 2016 sowohl nach Baitenhausen als auch zum SÜDKURIER-Podium gekommen.

Laut Heutmann von der AfD hat Weidel während des Wahlkampfes vier Auftritte im Bodenseekreis, einer davon sei ein nichtöffentlicher Ausflug mit AfD-Senioren auf dem Bodensee. Vier Termine seien mehr als in den anderen bundesdeutschen Wahlkreisen, sagte Heutmann und zog in einem Telefonat, das der SÜDKURIER bereits am gestrigen Donnerstag mit ihm führte, in Zweifel, dass die Spitzenbewerber anderer Parteien in ihren Heimatwahlkreisen mehr Auftritte hätten. Im AfD-Wahlkalender im Internet sind für Weidel lediglich zwei Auftritte ausgewiesen, ihre Veranstaltung am 17. August im Graf-Zeppelin-Haus und ein zweiter am 17. September: „Bodenseekreis (nach)mittags“ ist eingetragen. Das sei „die Podiumsdiskussion der Schwäbischen Zeitung in Friedrichshafen“, sagte Heutmann. Ob Leon Hahn wirklich die Gelegenheit zum Schlagabtausch bekommt, muss dennoch offen bleiben. Zwar plant die Friedrichshafener Tageszeitung ein Podium, allerdings an einem anderen Tag.

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