Friedrichshafen Rund 1400 MTU-Mitarbeiter streiken für mehr Lohn

Kundgebungen in den Werken 1 und 2 sollen Druck auf die Arbeitgeber erhöhen

Im Vorfeld der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie erhöhen weitere Warnstreiks in der Region den Druck auf die Arbeitgeber. Nach Angaben der IG Metall gingen am Vormittag rund 1400 Beschäftigte von der MTU in den Ausstand und versammelten sich zu Kundgebungen. „Die Wirtschaft brummt und auch bei uns sprudeln die Gewinne. Die Beschäftigten haben diesen Erfolg erarbeitet, jetzt wollen wir auch angemessen an ihm beteiligt werden. Wir fordern 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten“, rief Achim Zinser, freigestellter Betriebsrat bei dem Motorenhersteller den Versammelten zu. „Die Beschäftigten sind hochflexibel und bereit, auf die betriebswirtschaftlichen Anforderungen der Unternehmen zu reagieren“, stellte Claudia Rankel, Betriebsrätin und stellvertretende Vertrauenskörperleiterin auf der Kundgebung klar. „Mit unserer Forderung nach einem Rechtsanspruch auf kurze Vollzeit holen wir uns ein Stück mehr Flexibilität vom Arbeitgeber zurück. Dass solche Modelle funktionieren, beweisen wir bei der MTU Tag für Tag.“

Im Rahmen der Standort- und Beschäftigungssicherung wurden bei dem Friedrichshafener Unternehmen Regelungen zu einer befristeten Reduzierung der Arbeitszeit und einer anschließenden Rückkehr auf die Vollzeitarbeitszeit vereinbart. Das Modell wird seither sehr rege in Anspruch genommen, heißt es aus den Reihen der IG Metall. „Mit den in der Tarifrunde geforderten Entgeltzuschüssen könnten wir unsere Modelle für die Beschäftigten abrunden“, so Rankel weiter. Die IG Metall fordert neben einem verbindlichen Rechtsanspruch auf eine befristete kurze Vollzeit auch Entgeltzuschüsse für Kolleginnen und Kollegen, die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen. Zudem soll es für Beschäftigte mit besonders belastenden Arbeitszeiten Zuschüsse geben.

Helene Sommer, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben betonte: „Wer zum Beispiel durch Schichtarbeit besonderen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt ist muss die Möglichkeit haben, seine Arbeitszeit zeitlich befristet zu reduzieren. Damit sich die Kollegen das auch leisten können, sind Entgeltzuschüsse unverzichtbar.“

Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich Arbeitnehmer von Schuler in Weingarten, Step-G in Vogt und Robert Bosch Powertools in Ravensburg an Frühschlussaktionen.

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