Friedrichshafen Neue Schulhöfe braucht die Stadt

Trist, marode, wenig Spielmöglichkeiten: Die Häfler Pausenhöfe sind in die Jahre gekommen. Nun sollten die Gemeinderäte entscheiden, welcher Hof zuerst saniert wird.

Die Debatte um die Sanierung der in die Jahre gekommenen Pausenhöfe etlicher Schulen im Stadtgebiet ist neu entfacht. Am Montag sollte der Gemeinderat Prioritäten für Baumaßnahmen beschließen, doch damit taten sich Räte aus verschiedenen Fraktionen schwer. Am Ende gab es eine Entscheidung: 2017 werden zunächst die beiden Höfe des Karl-Maybach-Gymnasiums (KMG) aus restlichen Mitteln des aktuellen Haushalts (545 000 Euro) saniert. Die anderen Schulen müssen sich weiter gedulden, dürfen aber auf Gelder im Doppelhaushalt 2018/2019 hoffen.

Die Vorgeschichte: Der Gemeinderat hatte die Verwaltung im Rahmen der Schulbedarfsplanung um eine Prioritätenliste und Zeitschiene gebeten. Die Kernfrage lautete: Welcher Schulhof hat es am nötigsten, saniert zu werden? Die Antwort der Verwaltung: Am dringlichsten ist der Umbau des nördlichen Schulhofs des KMG, es folgen der Hof, die Sportanlagen und der Hartplatz des Schulzentrums Ailingen. Auf Platz drei stellte die Verwaltung den Pausenhof, die Turnhalle und den Parkplatz der Gemeinschaftsschule Graf-Soden, Platz vier ist der südliche Hof des KMG.

 

Das Schulhof-Areal des Graf-Zeppelin-Gymnasiums (GZG), der Pestalozzi-Schule und der Musikschule fehlte in der Liste gänzlich, obwohl bereits seit 2012 konkrete Planungen für diesen Hof vorliegen. Da klingelten bei den Elternbeiräten des GZG und der Pestalozzi-Schule die Alarmglocken und sie schrieben Briefe an den Gemeinderat. "Diese nach so vielen Jahren des Aufschiebens auf weitere Jahre hinaus immer noch fehlende Perspektive ist aus Sicht der Schüler und Eltern am GZG untragbar", heißt es in dem Schreiben des GZG-Elternbeirats.

Das brachte Bewegung in die Diskussion. Die CDU-Fraktion beantragte, den Bereich GZG, Pestalozzischule und Musikschule in die Prioritätenliste einzufügen. Eine Änderung schlug auch die FDP vor: Sie wollte den südlichen Hof des KMG vorziehen auf Platz drei. Stephanie Glatthaar (Grüne) plädierte dafür, der Graf-Soden-Schule als gebundene Ganztagsschule den Vorrang zu geben. Und einigen entzog sich die Sinnhaftigkeit, überhaupt über eine Prioritätenliste zu diskutieren, wenn doch 2017 ohnehin nur Mittel für einen Hof über sind. "Wir haben einen Schulhof gedeckt, wir müssen eine Entscheidung treffen, mit welchem wir starten", begründete Oberbürgermeister Andreas Brand. Beim Thema GZG verwies er auf die ungeklärte Standortfrage der Sprachheilschule, die eventuell in die Pestalozzischule umgesiedelt werden wird. "Im März gibt es hierzu einen konkreten Vorschlag", versprach Amtsleiter Reinhard Friedel.

"Eine Priorisierung, bei der einer hinten runter fällt, ist nicht im Sinne von Kindern und Eltern", bemerkte Achim Brotzer (CDU). "Schulhöfe sind wichtige Bewegungsräume", sagte Gaby Lamparsky, "wir müssen das Tempo ab 2018 anziehen, ein bis zwei Höfe pro Jahr sind zu wenig." Für Baubürgermeister Stefan Köhler stellt das offenbar kein Problem dar, wenn die Mittel bereitgestellt sind und die Ausschreibung frühzeitig erfolgt. Und genau das soll im Zuge der Debatte zum Doppelhaushalt 2018/2019 stattfinden. Für die Eltern der anderen Schulen gibt es nun also Hoffnung.

 

Freude beim KMG

Dass auf den Schulhöfen des Karl-Maybach-Gymnasiums Sanierungsbedarf besteht, ist seit Jahren unstrittig. "Wir freuen uns nun sehr, dass etwas voran geht", sagt Schulleiter Christoph Felder. Skizzen liegen bereits in der Schublade. "Wir brauchen mehr Bewegungsräume, beispielsweise einen Ballkäfig", berichtet Felder. Noch 2017 sollen die Höfe saniert werden.

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