Friedrichshafen Närrischer Auftakt im "Buchhorner Hof": Die Seegockel läuten die Fasnet ein

Der närrische Auftakt im "Buchhorner Hof" sorgt mit einem Bademeister-Casting für das neue Hallenbad und Landrat Lothar Wölfle in der Gockelmiste für ordentlich Stimmung.

Mit der großen Glocke zählte Karl Haller, Präsident des Friedrichshafener Vereins zur Pflege des Volkstums, am Samstag die letzten Sekunden ab. Um Punkt 11.11 Uhr läutete er die Fasnet zusammen mit Elferräten, Zunftmeistern, Trägern von Freundschaftskappen und allerlei närrischer Prominenz im Hotel "Buchhorner Hof" ein.

In Reimform eröffnete Oberbürgermeister Andreas Brand den Reigen der Grußworte. Viel Umtrieb habe es in der Stadt gegeben – vom Streit ums Klangschiff über Negerbad und Straßenbau in Kluftern bis zum alten Flieger, der ein Museum "für die Familienehre" bekommen soll. Das dabei auf Kämmerers Truhe geschielt werde, bringe ihn nicht aus der Ruhe. "Das haben schon ganz andere versucht", so Brand mit Blick auf den Rathaussturm der Seegockel am Gumpigen Donnerstag. Tino Jäger, Vorsitzender des Elferrats, schlug vor, dass seine Männer die Zeppelin-Apotheke als Schenkung übernehmen. "Wir kümmern uns dafür um die laufende Unterhaltung." Seien im Elferrat doch Spezialisten vom Gärtnermeister über Elektriker, Rennfahrer und Metzger bis zum Juristen versammelt. Auch für die scheidenden Elferräte gebe es hier eine anspruchsvolle Anschlussbeschäftigung: Ernst Weinert, Michael Auer, Peter Pietrucha, Helmut Wild und Erwin Wicker ließen sich nochmals ein Ei zum Abschied schmecken.

Abschied vom Elferrat (von links): Vorsitzender Tino Jäger bedankte sich am zu Beginn der neuen Fasnetssaison bei Erwin Wicker, Helmut Wild und Peter Pietrucha.
Abschied vom Elferrat (von links): Vorsitzender Tino Jäger bedankte sich am zu Beginn der neuen Fasnetssaison bei Erwin Wicker, Helmut Wild und Peter Pietrucha. | Bild: Claudia Wörner

Da es schwierig ist, Personal für das neue Häfler Hallenbad zu finden, holten die Seegockel die drei Bürgermeister zum Bademeister-Casting auf die Bühne. Als erster habe Stefan Köhler seine Qualitäten ins Sportbecken geworfen – kenne er sich doch bestens mit Abwasser aus. Dank seiner hanseatischen Herkunft habe Andreas Köster den Umgang mit Wasser in die Wiege gelegt bekommen und OB Brand dürfte nach der Erfahrung in Aufsichtsräten und Ausschüssen das Sitzen im Bademeisterstuhl nicht schwer fallen. Letztendlich entschieden sich die Seegockel aber doch dafür, das städtische Dreigestirn am Eröffnungstag lieber Bratwurst für einen guten Zweck verkaufen zu lassen, als an den Beckenrand zu stellen. Oli Venus, Zunftmeister der Narrenzunft Seegockel, beschäftigte sich mit dem Badestand Manzell und seinem politisch nicht korrekten Namen. "Nennen wir ihn doch künftig einfach nach dem Mainzer Fastnachter Ernst-Neger-Bad." Ein jeder Mensch sei letztlich gleich und Toleranz das, was zähle. So ist der Platz für "braune Flaschen" für ihn auch auf der Deponie und nicht im Bundestag.

Die Seegockel suchen Bademeister für das neue Hallenbad (v. li.): Präsident Karl Haller, OB Andreas Brand, Schriftführer Thomas Thomas Martin,und Elferrats-Chef Tino Jäger.
Die Seegockel suchen Bademeister für das neue Hallenbad (v. li.): Präsident Karl Haller, OB Andreas Brand, Schriftführer Thomas Thomas Martin,und Elferrats-Chef Tino Jäger. | Bild: Claudia Wörner

Von der Gockelmiste herab verteilte Landrat Lothar Wölfle lustvoll Seitenhiebe in alle Richtungen. Die Stadt Friedrichshafen wolle sich von ihrem Logo "Seeblick mit Weitsicht" verabschieden. "Eigentlich verabschiedet sie sich nur von der Weitsicht, der Seeblick bleibt ja." Nach einer fünfstündigen Diskussion habe sich aber auch der Kreirat frist-, form- und fruchtlos mit der Aquakultur beschäftigt und Weitsicht gezeigt. Dann kam Wölfle zur Weltpolitik und schlug vor, das nächste Mal Donald Trump mit seinem "Lättageschwätz" in die Gockelmiste einzuladen.

"Dann gilt das Motto Lake-Gockels first". Dazu passt, dass Wölfle die Seegockel auf die Liste der bedrohten Arten setzen lassen will. Über eine Freundschaftskappe freute sich Bürgermeister Andreas Köster. Als neuer Schriftführer erhielt Thomas Martin die Präsidiumskappe. Neu in den Elferrat aufgenommen wurde Emin Akata.

Die wichtigsten Termine

Die Saalfasnet 2018 im Graf-Zeppelin-Haus, organisiert vom Elferrat, steht unter dem Motto "Fernsehen war gestern": Bürgerbälle am 2. und 3. Februar; Kinderball am Bromigen Freitag, 9. Februar; Maskenball am Samstag, 10. Februar; Jugendball am Sonntag, ­­11. Februar; Rosenmontagsball am 12. Februar und Kehraus am 13. Februar. Der Vorverkauf beginnt am 6. Januar. Der Narrenbaum wird am Gumpigen Donnerstag, 8. Februar, gesetzt. Der große Narrensprung ist am Fasnetssamstag, 10. Februar. (rac)

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