Friedrichshafen Nach Kollision mit Katamaran: Wrack der Segeljacht liegt in 240 Metern Tiefe

Die Katamaran-Reederei hat sich ein Bild von den Schäden gemacht. Der Katamaran Constanze ist momentan nicht einsatzfähig. Das gesunkene Segelschiff liegt in rund 240 Metern Tiefe. Experten entscheiden in den nächsten Tagen, ob das Schiff geborgen wird.

Nach der Kollision des Katamarans Constanze mit einer Segeljacht am vergangenen Freitag hat sich die Katamaran-Reederei am Montagmorgen ein Bild von den Schäden gemacht. Nach Angaben von Sebastian Dix, Pressesprecher der Katamaran-Reederei, wurde der Rumpf des Katamarans vorne links verformt. "Außerdem gibt es Dellen und Lackschäden auf dem Deckaufbau. Anders als der Schaden am Rumpf sind diese allerdings nicht relevant für die Fahrtüchtigkeit des Katamarans", betont Dix.

Derzeit prüft die Reederei, ob und wann der Katamaran wieder eingesetzt werden kann. "Es fand bereits eine Testfahrt statt, die war in Ordnung", erläutert der Sprecher. Man wolle allerdings sichergehen, dass kein Wasser in den Rumpf eindringt, daher soll es weitere Überprüfungen geben. "Es sieht momentan nicht so schlimm aus wie anfangs befürchtet, wann genau der Katamaran wieder einsatzfähig ist, können wir derzeit aber noch nicht sagen." Die Schadenssumme liegt laut Dix vermutlich im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Katamaran-Verbindungen zwischen Friedrichshafen und Konstanz kann nach Angaben der Reederei ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden. "Das gilt für die normalen Verbindungen und den Abend-Kat", sagt Dix. Lediglich am Samstag zum Seenachtfest seien alle drei Katamarane eingeplant gewesen. "Da mussten wir auf Bus und ein BSB-Schiff ausweichen, um die Verbindung ab Lindau gewährleisten zu können."

Das gesunkene Segelschiff liegt nach Angaben der Wasserschutzpolizei in rund 240 Metern Tiefe. "Technisch ist eine Bergung der Einzelteile sicherlich möglich, allerdings ist der logistische Aufwand sehr groß", betont Roland Fleischer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Einsatz. Die Entscheidung treffe das Landratsamt Bodenseekreis als zuständige Behörde. "Von dem Wrack geht keine akute Gefahr für die Schifffahrt oder die Umwelt aus", sagt Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamts. Es gebe keine Meldungen über einen Dieselaustritt. Bislang sei unbekannt, wie viel Diesel, Öl oder andere Schmierstoffe sich an Bord befinden. "Darüber können uns sicherlich die Eigner Auskunft geben", erklärt Schwarz. Experten werden dann in den nächsten Tagen entscheiden, ob eine Bergung des Wracks grundsätzlich möglich und verhältnismäßig ist.

Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der Schiffsführer des Katamarans das Segelboot übersehen hat. Auf Höhe Hagnau, wo sich der Unfall ereignet hat, ist der Katamaran mit 32 Stundenkilometern unterwegs. "Der Katamaran hat hier keine Vorfahrt", erläutert Dix. Der grüne Ball, der Vorrangfahrzeuge auf dem Wasser kennzeichnet, gelte beim Katamaran nur im Hafenbereich und in der Langsamfahrzone. Interne Ermittlungen zum Unfallhergang gibt es bei der Katamaran-Reederei nicht. "Wir haben natürlich mit dem Schiffsführer und Passagieren gesprochen. Ansonsten verlassen wir uns auf die Ermittlungen der Polizei", betont Dix.

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