Friedrichshafen Mobilitätsberatung für ZF-ler

Die rund 8500 Beschäftigten am Hauptsitz des Automobilzulieferers in Friedrichshafen legen nach Firmenangaben jährlich 52 Millionen Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. Ein hauptamtlicher Mobilitätsberater soll künftig dazu beitragen, dass auf den einen oder anderen Autokilometer verzichtet werden kann.

Produkte mit einem ZF-Logo drauf sollen möglichst umweltfreundlich sein. "Null Unfälle und keine Emissionen" heißt der Leitgedanke hinter "Vision Zero", die den Automobilzulieferer erfolgreich in die Zukunft führen soll. Um auch innerhalb des Unternehmens dazu einen Beitrag zu leisten, soll für den Hauptsitz in Friedrichshafen die Stelle eines hauptamtlichen Mobilitätsberaters geschaffen werden. Dies sagte Betriebsratschef Achim Dietrich nach der Betriebsversammlung am Montag in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Er verwies dabei auf eine Aussage von Standortleiter Dirk Hanenberg. Die gut 8500 Beschäftigten würden jährlich 52 Millionen Kilometer auf dem Weg von und zur Arbeit zurücklegen. 38 Millionen Kilometer davon würden nach ZF-internen Erhebungen mit Autos zurückgelegt. Wie Dietrich berichtete, seien viele ZF-ler durchaus bereit beispielsweise auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Doch dazu müssten auch attraktive Angebote geschaffen werden. So könne der eine oder andere Autokilometer gespart werden. Möglicherweise würden dann auch Debatten über Parkplätze entspannter geführt werden. Was attraktivere Buslinien anlangt, sieht Dietrich durchaus auch die Stadt in der Pflicht.

Achim Dietrich, Chef des Betriebsrates der ZF, vor einem Feuerwehr-Oldtimer im ZF-Forum. Bild: Manfred Dieterle-Jöchle
Achim Dietrich, Chef des Betriebsrates der ZF, vor einem Feuerwehr-Oldtimer im ZF-Forum. Bild: Manfred Dieterle-Jöchle | Bild: Manfred Dieterle-Jöchle

ZF-Chef Stefan Sommer war am Montag auch Gast der Betriebsversammlung, die erneut in der Messe stattfand. Mit rund 3000 Teilnehmern war sie nach Dietrichs Angaben gut besucht. Was wohl auch daran gelegen habe, dass der Vorstandsvorsitzende da war. Dieser habe nochmals die Zukunftsstrategie verdeutlicht. Und darauf hingewiesen, wie wichtig Kooperationen wie mit dem Sensoren-Hersteller Hella seien, um ganz vorne in der ersten Liga des Automobilmarktes mitspielen zu können. Am Dienstag wurden neue Kooperationen bekannt gegeben – siehe Infotext unten.

Weiterhin diskutiert wird nach der Schilderung Dietrichs in der Belegschaft das Vier-Gruppen-Modell, nachdem Pilotgruppen in der Getriebemontage arbeiten. Vor allem die bis morgens um 6 Uhr dauernde Nachtschicht sei ungeliebt. Auf der Betriebsversammlung wies der Betriebsratschef nochmals daraufhin, dass die Pilotphase für dieses Modell bis Oktober dauere. Veränderungen zum Vorteil der Beschäftigten müssten danach drin sein, sagte er gegenüber dem SÜDKURIER. Er kann sich vorstellen, dass Regelungen innerhalb der Arbeitsgruppen gefunden werden, die die jetzt möglichen langen Laufzeiten der Montagebänder nicht gefährden würden.

Ab 2018 wird es am Stammsitz zwei Betriebsratsgremien geben – bisher gibt es einen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde auf Basis des Tarifvertrags getroffen, so Dietrich. Aufgrund der erfolgten unternehmensinternen Aufteilung in Divisionen wären bis zu sechs Arbeitnehmergremien möglich gewesen.

Neue Partner

Der Stiftungskonzern ZF und das chinesische Internetunternehmen Baidu haben eine strategische Kooperation vereinbart. Beide Unternehmen wollen nach ZF-Angaben von Dienstag in den Bereichen autonomes Fahren und Telematik sowie Mobilitätsdienstleistungen zusammenarbeiten. Ziel sei es, umfassende technische Lösungen für das autonome Fahren in China zu entwickeln. Zudem gab ZF gestern bekannt, dass der Stiftungskonzern gemeinsam mit UBS und IBM eine neue, offene Automotive-Transaktionsplattform für Mobilitätsdienste bereitstellen werde. Car eWallet sei ein digitaler Assistent im Auto, der sicher „on-the-go“ bezahlen und Zahlungen entgegennehmen könne. Er könne auch weitere Aufgaben erledigen, zum Beispiel die Türen öffnen. (dim)

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