Friedrichshafen Mit dem Rollstuhl-E-Bike am See unterwegs

Eine Gruppe von Rollstuhl-E-Bike-Fahrern freut sich über viele Touren rund um den See. Mit dabei ist auch der städtische Behindertenbeauftragte Freddy Pfleiderer.

Sie kommen aus Freiburg, Ravensburg, Offenburg, Hüfingen, Sasbach, Rhein-Bischofsheim und aus Friedrichshafen. Und sie sind alle sportlich gut drauf – trotz ihrer körperlichen Behinderung. Am Dienstag haben die elf Rollstuhl-E-Biker die 85 Kilometer lange Tour von Romanshorn über Bregenz und Lindau nach Friedrichshafen mit viel Spaß bewältigt. Am Mittwoch ging's wiederum radelnd nach Meersburg, mit der Fähre nach Konstanz und dann in Richtung Schweiz. Auch in den kommenden Tagen hat man noch viel vor. Die Gruppe, die sich seit Jahren regelmäßig trifft, hat sich dieses Mal Friedrichshafen als Ausgangspunkt für ihre Tagestouren ausgesucht – und ist sich einig, eine hervorragende Wahl getroffen zu haben. Mit dabei ist auch der städtische Behindertenbeauftragte Freddy Pfleiderer.

Glücklich sind alle Beteiligten insbesondere darüber, im CAP Rotach eine geeignete Unterkunft gefunden zu haben. "Dieses Haus ist wirklich einzigartig. In anderen Hotels ist man in der Regel überfordert, sechs bis acht Rollstuhlfahrer unterzubringen. Hier ist das überhaupt nicht der Fall. Auch in puncto Parkplätze und Aufzug sind wir sehr zufrieden", sagt Hans Erk. Die Gruppe hat bereits das Dornier-Museum besichtigt, auch den Zeppelin-Hangar und das ZF-Forum. "Und wir konnten uns entlang der Häfler Uferpromenade davon überzeugen, dass Freddy Pfleiderer bereits Vieles bewegen konnte", ergänzt Julia Dierkesmann, zum Beispiel mit Blick auf die verbesserten Beschilderungen für Behinderten-Toiletten am Hinteren Hafen und am Antonius-Eck. "In Friedrichshafen ist aus unserer Sicht alles wunderbar", sagt sie begeistert.

Durch die E-Mobilität sei gerade auch bei den Rollstuhlbikes ein großer Fortschritt erzielt worden, wie alle Beteiligte betonen. So ist nun die Ausübung der sportlichen Betätigung auch gemeinsam mit den nicht im Rollstuhl sitzenden Ehepartnern möglich. Trotz aller positiven Erlebnisse rundum den Bodensee gibt es natürlich auch das ein oder andere Problem. So habe man die Hilfe der Begleitpersonen in Anspruch nehmen müssen, als in Nonnenhorn eine Schlauchabdeckung auf einer Straßenbaustelle zu einer unüberwindbaren Hürde geführt habe. Oder als man in Eriskirch auf einem noch nicht verdichteten Kiesweg steckenblieb. Trotzdem: "Bisher haben wir prima Erfahrungen gemacht", sagt Hans Erk, Inhaber eines Ladens für Rehabilitations- und Sportbedarf aus Kehl, der selbst auch Handbike-Fahrer ist und die WhatsApp-Gruppe der Handbike-Fahrer vor Jahren gegründet hat.

Beauftragter der Stadt

Einstimmig hatte der Häfler Gemeinderat im Dezember 2016 Freddy Pfleiderer zum ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten gewählt. „Mein Ziel sind regelmäßige Sprechstunden“, erklärte er damals. Die Anliegen der Behinderten soll er in städtische Prozesse einbringen, vor allem was die Bereiche Mobilität, Wohnen und Bauen angeht, kurzum also das Thema Barrierefreiheit. Entsprechend der städtischen Satzung bekommt er für seine ehrenamtliche Tätigkeit maximal 350 Euro monatlich. Für Fortbildungen und Ähnliches sollen jährlich maximal 1500 Euro zur Verfügung stehen. (sk)

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