Friedrichshafen Messe Friedrichshafen verliert Outdoor-Messe und kündigt neue Plattform ab 2019 an

Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Die Messe Friedrichshafen wird nicht mehr Ausrichter der Outdoor Messe sein. Die Messe München wird neuer Partner der European Outdoor Group. "Doch es geht weiter", kündigt die Häfler Messe an.

Seit 25 Jahren ist der wichtigste Treff der Branche in Friedrichshafen beheimatet. Für die Messe Friedrichshafen ist die Entscheidung bitter. "Mit großer Enttäuschung stellen wir uns dem Wahlergebnis – schließlich ist die Outdoor vor einem Vierteljahrhundert am Bodensee geboren und wir haben hier eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben", kommentiert Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann das Verbandsvotum. "Für Friedrichshafen als Gesellschafter, aber auch für den Messe- und Wirtschaftsstandort ist das bedauerlich", so Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand zur Entscheidung. Mit dem Verlust der Outdoor verlieren die Friedrichshafener ein wichtiges Standbein. Denn diese Messe ist eine der drei europäischen Leitmessen am Bodensee.

Laut Pressemitteilung der EOG sprachen sich 65 Prozent der Mitglieder für München aus. Als Bewerber waren zuletzt noch die Messen Hamburg, München und Friedrichshafen im Rennen. Bereits im Juli 2017 hatte die EOG den Vertrag mit der Messe Friedrichshafen gekündigt und zum Jahr 2019 neu ausgeschrieben, um "sich in der Erarbeitung von neuen Branchenvisionen frei zu machen von allen Zwängen", wie EOG-Sprecher Arne Strate damals erläuterte. Bei der Jahresversammlung der EOG präsentierten sich die drei Messestandorte. Danach hatten alle 98 EOG-Mitgliedsfirmen die Möglichkeit, in einer geheimen Online-Wahl für ihren Favoriten abzustimmen. "Das war ein transparenter Prozess. Alle drei Bewerber haben starke und klare Bewerbungen abgegeben. Nun ist die letzte Entscheidung in einem wahrhaft demokratischen Prozess gefallen. Dass die Abstimmung so klar für München ausgegangen ist, zeigt die große Einigkeit innerhalb unseres Verbands", kommentiert EOG-Präsident John Jansen die Entscheidung.

Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Herstellers Vaude aus Tettnang-Obereisenbach, ist selbst im Vorstand der EOG. "Ich war etwas überrascht, dass es dieses klare Ergebnis gab. Andererseits bin ich aber auch froh, denn das bedeutet, dass wir als Verband eine eindeutige und gemeinsame Linie verfolgen." Von Dewitz hatte sich lange für den Standort Friedrichshafen stark gemacht. "Ich bin etwas wehmütig, denn die Outdoor war 25 Jahre lang in Friedrichshafen erfolgreich. Das war unser Gründungshafen, dort hat sich auch die Identität der Branche formiert, das Team und die Location waren toll", sagt die Vaude-Chefin. EOG-Präsident John Jansen fügt hinzu: "Die Messe Friedrichshafen hat hart mit uns in den letzten Jahren gearbeitet und hat uns eine tolle Plattform geliefert." Doch es gab auch Punkte, die schwierig waren, etwa die Infrastruktur. "Ich denke, dass für viele die Anbindung in München an den Flughafen und die besseren Übernachtungsmöglichkeiten sicher wichtige Faktoren für die Entscheidung waren", so Antje von Dewitz.

Die Messe München habe auch schon bei der ISPO gezeigt, dass sie viele gute Konzepte habe und den Fokus klar auf Innovation und Digitalisierung setze. "Wir danken der EOG für ihr Vertrauen", sagt Klaus Dittrich, Chef der Messe München. „Wir freuen uns, die Partnerschaft jetzt intensivieren zu können." Die Aufgabe laute nun, die Outdoor zu einer modernen Branchenplattform für die digitale Zukunft weiterzuentwickeln. Die Messe Friedrichshafen hat kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung angekündigt, nun eine eigene Outdoor-Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Bei der Konzeption setzt Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann auf die Erfahrung aus der Vergangenheit. "Wir werden ein einzigartiges Messe-Ambiente bieten, in dem die globale Outdoor-Fachwelt die Weichen für den wirtschaftlichen Erfolg stellt und ihre Begeisterung für das Naturerlebnis zelebriert", so Wellmann. Schon vor der Wahl habe die Messe Rückhalt für diese Idee erhalten. "Nicht nur von den EOG-Mitgliedern, sondern auch von vielen der weiteren Aussteller, die in der Verbandserhebung nicht befragt wurden", erklärt Bereichsleiter Stefan Reisinger.

 

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