Friedrichshafen Mann aus dem Bodenseekreis muss für Körperverletzung und weitere Taten in Haft

Ein 49-Jähriger ist vom Amtsgericht Tettnang zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Er war angeklagt, drei Polizeibeamte und einen ehemaligen Freund geschlagen zu haben. Außerdem wurde wegen mehrfachen Beleidigungen und Widerstand gegen Polizeibeamte gegen ihn verhandelt.

Zu neun Monaten Haft ohne Bewährung hat Richter Christian Pfuhl am Amtsgericht Tettnang am Mittwoch einen 49-jährigen Mann aus dem Bodenseekreis verurteilt. Angeklagt war er wegen zweier Taten in Friedrichshafen. Zum einen leistete er laut Anklage Widerstand gegen Polizeibeamte, beging dabei drei Körperverletzungen und vier jeweils mehrfache Beleidigungen. Zum anderen soll er einem ehemaligen Freund unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Angeklagte war zum Großteil geständig und entschuldigte sich. Allerdings ist dies nicht das Ende der Fahnenstange, denn es läuft noch eine Berufung in einem weiteren Fall. Hier wurde der 49-Jährige in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt: gefährliche Körperverletzung plus Sachbeschädigung, begangen im Uferpark in Friedrichshafen.

Der Mann war 2001 nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten und Geld an seine Familie schicken zu können, insbesondere weil seine Mutter krebskrank ist und keine Krankenversicherung hat. In Deutschland wurde er Vater zweier Kinder, ist jedoch mit keiner der beiden Mütter noch zusammen. Dauerhafte Beschäftigung fand er nie. Er ertränkte seine Frustration über die Krankheit seiner Mutter und das Scheitern seiner Beziehungen mit Alkohol, wurde dabei aggressiv und beging Straftaten, wie es im Zuge der Verhandlung geschildert wurde. Der Mann lebe seit fast zwei Jahren von Hartz IV, rund 350 Euro. Nach eigenen Angaben hat er 26 000 Euro Schulden. "Er hat sehr viele Probleme", meinte der ehemalige Freund vor Gericht.

Zweieinhalb Flaschen Rotwein hatte der Mann im Oktober 2016 gegen Mittag nach eigenen Angaben getrunken, als er in einer Tankstelle am Hinteren Hafen auftauchte und Bier haben wollte, das er nicht bezahlen konnte. Er fing an zu randalieren. Zwei Polizeibeamte stellten ihn auf der Uferpromenade. Er leistete heftigen Widerstand. Einem Beamten trat er gegen den Oberschenkel, einer Beamtin zog er den Kopf an den Haaren nach unten, wie in der Verhandlung angesprochen wurde. Erst mit Pfefferspray hätten die Beamten ihn überwältigen und ihm Handschellen anlegen können. Zwei Beamte brachten ihn zur Blutprobe ins Krankenhaus. Dabei versetzte er der einem der Männer einen Kopfstoß gegen den Kehlkopf. Die ganze Zeit habe er üble Beleidigungen ausgestoßen. Er hatte zum Tatzeitpunkt fast zwei Promille.

Auf den ehemaligen Freund sei er im Januar 2017, nach eigener Angabe nüchtern, zufällig in einer Bank gestoßen. Der Angeklagte sagte aus, der Freund habe ihm einmal ein neues Handy gestohlen und er habe ihn deshalb geschlagen. Der Zeuge meinte hingegen, dass der 49-Jährige nicht verkraftet habe, dass er die Freundschaft wegen der dauerhaften Probleme beendet habe. Inzwischen hat der Angeklagte dem Freund 1000 Euro im Zuge eines außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleichs gezahlt. Das Geld habe er sich zusammengeliehen.

Neun rechtskräftige Vorstrafen hat der 49-Jährige, davon acht einschlägig. "Der Alkohol hat mich kaputtgemacht", sagt er selbst. "In Ihrem Fall darf man überhaupt keinen Alkohol trinken", stellte Pfuhl fest.

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