Friedrichshafen Lichtvolles Glaubensgeschenk

Der Philharmonische Chor Friedrichshafen gibt mit Motetten „Von der Finsternis ins Licht“ ein erhebendes Konzert in Kehlen

Mit festlicher Chorfülle und einnehmender Überzeugungskraft eröffnet der Philharmonische Chor Friedrichshafen unter der Leitung von MD Joachim Trost nach schwungvoller Orgeleinleitung (Patrick Brugger) seine Chormusik zum Osterfest „Von der Finsternis zum Licht“ am vergangenen Sonntagabend in der gut besuchen Kirche St. Verena in Kehlen. Die Motette „Insanae et vanae curae“ von Joseph Haydn, die hier gemeint ist, legt den Zuhörern die Grundlosigkeit unheilvoller, vergeblicher Sorgen ans Herz. Trosts lichtvolle Interpretation potenziert deren Eindringlichkeit. Die im Mittelteil in sanften Linien genommenen, ans Herz rührenden Worte zeigen auf, wie differenziert der Chor Kontraste und Akzente schafft. In bester stimmlicher Verfassung greift er den österlichen Gedanken in drei Teilen auf – teils a cappella, teils mit Orgelbegleitung – von der Geburt und der Erinnerung an das Leid Christi über die Erlösung bis zum Jubel über die Auferstehung.

Tief verinnerlicht schwebt das sphärische „Omagnum mysterium“ von Morten Lauridsen durch den Kirchenraum, das vom großen Geheimnis und staunenswerten Wunder der Geburt Jesu kündet und mit einem überaus friedlichen, wie von oben herabsenkenden „Alleluja“ ausklingt. Die kleinen Intonationsschwächen schmälern den Eindruck nicht.

„Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Mendelssohn-Bartholdy ist eine der überirdischsten Kompositionen überhaupt. Trosts fließendes Dirigat beflügelt den Chor, der – trotz kleiner Tempounstimmigkeiten – einem Engelschor gleich, allen voran die lieblichen Frauenstimmen, wie aus einer anderen Welt herübertönt. Obwohl Anton Bruckners A-cappella-Chorwerke mit ihrer konzentrierten Klarheit, ihrem spätromantischen Reichtum und innigen Glaubensausdruck zu den Preziosen seines Schaffen zählen, sind diese nur selten zu erleben. Als einer der gehaltvollsten Chorsätze gilt seine achtstimmige Motette „Os justi“. Mit ihrer lydischen Tonart stellt sie eine Kuriosität in der Chorliteratur dar. Mit gekonnten Kontrasten und groß angelegten Steigerungen lässt Trost sie aufleuchten, die unerwartet mit einem gregorianisch anmutenden „Alleluja“ unisono verklingt. Mit verinnerlichter Demut gestaltet der Chor das innigliche „Ave Verum“ von Colin Mawby. Auch hier beeindruckt er mit Homogenität, Differenziertheit und Transparenz, bei anspruchsvollen Rhythmen und wechselnder Tonart wie im „Sanctus“ aus dem Requiem von Maurice Duruflé mit gestalterischem Facettenreichtum. Vom Dunkeln ins Helle strebt auch Duruflés meist ruhevolles Orgel-Prélude mit Fuge, die seinem Freund Alain gewidmet ist, eine mystische Komposition, die Patrick Brugger sehr gehaltvoll und virtuos interpretiert. Auch sie steht ganz im Zeichen der Losung „Von der Finsternis ins Licht“. Im ersten Teil hatte er bereits mit einer festlichen Orgel-Sonate von Mendelssohn-Bartholdy bravourös geglänzt.

Im dritten Teil „Christus ist wahrhaft auferstanden“ hat der Chor allen Grund zum Jubel. Aus vollen Kehlen und voll strahlender Klangfreude posaunt er diesen in „Rejoice in the Lord alway“ von Basil Rathbone aus, einem der prächtigsten Titel im Konzert. Das Gloria aus der D-Dur-Messe von Antonin Dvorak greift diese euphorische Stimmung auf, das bei „und Friede auf Erden“ oder „erbarme dich unser“ in eine zartfühlende Klangsprache zurückfällt. Hier muss einmal der reine, fein klingende Sopran erwähnt werden, der wie mit einer Stimme singt. Bei den Intervallsprüngen zeigt das Tutti große Sicherheit und setzt ein mächtiges, alles übertönendes Amen an den Schluss.

Pfarrer Josef Scherer hätte das Konzert nicht besser würdigen können als mit diesen Worten: „...ein musikalisches Geschenk des Glaubens, im Herzen aufgenommen und im Herzen aufgegangen.“ Ganz sicher wird der Philharmonische Chor damit auf seiner Konzertreise in die Partnerstadt Imperia große Begeisterung ernten. In St. Verena gab es jedenfalls reichlich begeisterten Applaus für dieses erhebende Konzert.

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