Friedrichshafen - Kolumban und Columban in stimmlicher Eintracht

Ein uralter Name vereint zum Abschluss des Columbanfests in Friedrichshafen zwei Chöre. Beim Konzert schlagen Kostbarkeiten der Kirchenmusik eine Brücke über den Bodensee.

Vor rund 1500 Jahren kam der irische Mönch Columban von Luxeuil an den Bodensee nach Bregenz und in die Schweiz. Zwar zog er nach Italien weiter, doch zeugen noch heute mehrere nach ihm benannte Kirchengemeinden vom Erfolg seiner spirituellen Mission. Am Schweizer Bodenseeufer wurde bereits im neunten Jahrhundert eine Kirche auf Rorschacher Gebiet dem Heiligen Kolumban geweiht.

Auf diese Gründung geht die noch heute existierende katholische Gemeinde zurück, in der vor 250 Jahren der Kolumbans-Chor gegründet wurde, der damit einer der ältesten noch immer bestehenden Vereine der Region ist. Vor 51 Jahren wurde die St. Columbankirche in Friedrichshafen geweiht und vor 29 Jahren der Junge Chor St. Columban gegründet. Beide Chöre widmen sich „dem kostbaren Erbe der Kirchenmusik“, wie Pfarrer Bernd Herbinger einen der Chöre zitiert. Beim gemeinsamen Kirchenkonzert am Sonntagabend wird unter dem zeltgleichen Kirchendach von St. Columban in Friedrichshafen der Abschluss des diesjährigen Columbanfestes zelebriert. Weitere Mitwirkende sind das Orchester Sinfonietta Rhenania aus Vorarlberg sowie vier Solisten. Alexa Vogel ist Koloratursopranistin und kommt aus St. Gallen, Mezzo-Sopranistin Victoria Türtscher stammt aus Lustenau in Vorarlberg, Tenor Bejamin Berweger wuchs in der Schweiz in Stein am Rhein auf und Bass Clemens Morgenthaler lehrt in Trossingen und in Feldkirch. Auf dem Programm stehen hauptsächlich Werke aus der Gründungszeit des Rorschacher Chores.

Den Anfang machen die männlichen Sänger aus Rorschach mit dem gregorianischen Choral „Salve Regina“ des spätmittelalterlichen Liederdichters Mönch von Salzburg. Aufgrund der seitlichen Positionierung kommt bedauerlicherweise auf der gegenüberliegenden Seite der Kirche nur ein Teil des Gesangs zum Tragen. Wesentlich voller erklingt das „Salve Regina V“ von Michael Haydn, gesungen vom Gesamtchor aus Rorschach unter der Leitung von Franz Pfab. Die Instrumentalbegleitung der Streicher und Posaunen sowie der Bass von Clemens Morgenthaler lassen eine festliche Stimmung in der Kirche entstehen, die weitergetragen wird von Wolfgang Amadeus Mozarts „Regina Coeli“, bei dem auch die anderen Solisten zur Geltung kommen. „Herrlich“, flüstert es aus der Kirchenbank. Mozarts Kirchensonate für zwei Trompeten, Streicher und basso continuo beschließt diesen ersten Teil.

An die Stelle der etwa 30 Sängerinnen und 15 Sänger des Kolumbans-Chores tritt in personell etwas stärkerer Besetzung der Junge Chor St. Columban. Maria Hasenmüller übernimmt das Dirigat für den weiteren Abend. „Dominus regnavit“ aus der Feder Michael Haydns und Mozarts „Ave verum“ erklingen in Chor und Orchester. Mit Sicherheit ein Höhepunkt ist die A-Capella-Darbietung des Chores „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Musikalisch sicher und sauber artikuliert umschmeicheln Worte und Töne das Gehör des Publikums. Bevor der Junge Chor etwas zusammenrückt, um ausreichend Platz auch für die älteren Sangesfreunde aus der Schweiz zu machen, ist Josef Haydns Konzert für Orgel und Orchester Nr. 2 zu hören. Georg Hasenmüller an der Orgel und die Sinfonietta Rhenania harmonieren aufs Beste und gestalten einen Dialog aus der hellen Orgel und den wiegenden Streichinstrumenten.

Zwei Werke von Nikolaus Betscher geben die beiden vereinten Chöre und die Solisten mit dem Orchester zum Besten. Das „Magnificat in D“ und die „Missa brevis in g“ wogen durch den Kirchenraum, begeistern die Hörer und lassen sie in den kurzen Intervallen zwischen den Einsätzen in die Hände klatschen. „Großartig“, lautet der ergriffene Kommentar aus der Mitte des Publikums, bevor sich der Schlussapplaus über die Künstler erhebt.

Blumen und Dankesworte folgen, Erleichterung und Freude über das Geleistete kommen zum Ausdruck, altirische Segensworte werden ausgesandt und mit der Zugabe von Georg Friedrich Händels „Halleluja“ geht ein feierlicher Konzertabend zu Ende.

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