Friedrichshafen "Keine Zauberkunst": Magier Mario Richter über seine Entfesselungsaktion im Bodensee

Wie erlebte der Magier Mario Richter seine spektakuläre Entfesselungsaktion für den guten Zweck im Bodensee vor Friedrichshafen? SÜDKURIER Online sprach mit ihm über Vorbilder, Ängste und falsche Vorurteile.

Können Sie den Menschen sagen, wie Sie es geschafft haben, sich unter Wasser zu entfesseln? 

Ich kann nachvollziehen, dass die Zuschauer Einblicke in die Hintergründe dieser besonderen Unterhaltungskunst haben wollen. Wir Entfesselungskünstler sind aber eine verschworene Gruppe, Geheimnisse werden da seit Generationen weitergegeben und sind streng geheim. Da ist es eine Frage der Ehre, Informationen aus dieser Community nicht zu verraten. Ich finde es großartig, dass die Aktion unter diesen schwierigen Bedingungen im Bodensee geklappt hat. Es geht mir nicht um das Geheimnis der Aktion, sondern was ich damit für den guten Zweck für die Urmel-Kinderkrebshilfe in Tettnang erreicht habe.

Was waren die besonderen Herausforderungen bei der Aktion im Bodensee? 

Unterwasserentfesselung ist eine der schwersten Entfesselungsarten die man machen kann. Das Element Wasser kann eine große Gefahr sein, zudem kann man sich im Untergrund verheddern, oder im Schlamm einsacken, wie es mir im Bodensee passiert ist, wo ich den Untergrund nicht so schlammig erwartet hatte. Der Bleigurt (21 Kilogramm) und das Gewicht der Ketten hatten mich fast bis zur Hüfte in den Untergrund gedrückt. Daher musste ich mich zuerst aus dem Boden befreien, das war natürlich brutal in dieser Extremsituation.  

Warum wurde der Vorgang nicht gefilmt?

Wir hatten keine Kamera unten im Einsatz, weil der Schlamm zu extrem war, ich habe alles blind gemacht, es war wie wenn ich in Milch schwimmen würde. Wenn manche Leute sagen, das wäre ein Trick, dann finde ich das schade, kann aber gegen so eine Unterstellung nichts machen. Ich weiß ja, dass es keine Illusion und nicht geschummelt ist, wie man im Fernsehen manchmal meinen könnte. Auch ich hatte da zunächst meine Zweifel, bevor ich mich nun intensiv damit beschäftigte. Es gibt die Entfesselungskunst als eigene Form, sie ist keine Zauberkunst.

Hatten Sie Angst, dass das Vorhaben scheitern könnte?

Angst ist für mich ein Wort, das es nicht gibt. Ich spreche mehr von Respekt, zudem war ich ja voll fokussiert, auch bereits auf dem Steg auf dem Weg zum Wasser.

Wie hat Ihnen das Training im Vorfeld geholfen?

Ich habe mich viel reingelesen in diese Art der Entfesselungkunst, man muss sich vor allem körperlich und mental vorbereiten. Ich war zudem viel im Fitness-Studio, was im Anzug aber natürlich nicht zu sehen war. Da sah ich eher pummelig aus (lacht). Auch das Atemtraining in der Therme Meersburg war extrem wichtig. Unter Wasser muss man sich extrem stark bewegen, da braucht man viel Sauerstoff, die Ketten drücken zudem das Lungenvolumen zusammen. Es war eine absolute Extremsituation und ganz klar nicht zur Nachahmung empfohlen. Normale Bürger wären wohl bewegungsunfähig bei der Dunkelheit und Kälte. Die Hände etwa schwellen auch an, da sich das Blut staut durch den Druck der Ketten.  

Wie wäre im Notfall ein Kontakt mit Ihren Begleitern unter Wasser möglich gewesen?

Die schwierige Frage war, wie gebe ich ihnen ein Zeichen bei diesem Schlamm? Wir haben daher eine Zeit ausgemacht, nach einer Minute hätten sie eingegriffen, dann wäre es super brenzlig geworden, weil dann der Sauerstoff ausgehen würde bei dieser großen Anstrengung unter Wasser.

Würden Sie die Aktion im Bodensee nochmal machen?

Der Glaube an meine Fähigkeiten ist groß und ja ich könnte es nochmal machen, aber wer wollte das ein zweites Mal sehen? Ich habe mich auf jeden Fall in die Geschichtsbücher eingetragen, da ich meines Wissens der erste Entfesselungskünstler im Bodensee war.  

Haben Sie Vorbilder im Bereich der Entfesselungskunst?

Ganz klar der amerikanische Entfesselungskünstler Harry Houdini. Als ich in einem Bericht der "Houdini vom Bodensee" genannt wurde, war das eine große Ehre für mich. Er war einer der besten Entfesselungskünstler der Welt.

Was sind die nächsten Projekte?

Am Freitag (20.4.) bin ich zu sehen beim Benefizzauber am See in Friedrichshafen (20 Uhr, im Kiesel im K 42). Der Gewinn dort kommt auch der Urmel-Kinderkrebshilfe in Tettnang zu Gute. Wie viel dann am Ende für die gute Sache zusammenkam durch beide Projekte, werde ich am Montag auf Facebook veröffentlichen. 

 

 

Mario Richter ist ein 35-jähriger hauptberuflicher Magiekünstler und Moderator. Davor war er bei mehreren Radiosendern wie RTL Radio, Radio 7 und Radio Seefunk (auch im Off Air Moderationsbereich) tätig. Seine berufliche Laufbahn begann als Restaurantleiter nach einer drei-jährigen Ausbildung zum Restaurantfachmann im Steigenberger Graf Zeppelin Hotel in Stuttgart. Er wohnt in Ailingen-Friedrichshafen und wünscht sich, mir mit seiner Kunst anderen helfen zu können.

 

 

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