Friedrichshafen "Keine Waffen vom Bodensee": Demonstration vor MTU-Toren

Abgesichert mit einem relativ großen Polizeiaufgebot mit 13 Fahrzeugen haben rund 70 Mitglieder und Sympathisanten des Vereins "Keine Waffen vom Bodensee" und der Partei Die Linke am Donnerstag vor dem Tor des MTU-Werks 1 gegen deutsche Waffenexporte in Krisenregionen demonstriert.

Anlass der Demonstration war der Einsatz von an die Türkei gelieferten deutschen Leopard-2-Panzern mit MTU-Motoren in Nordsyrien gegen die Kurdenmiliz YPG, die von der Türkei als Ableger der Terrororganisation PKK angesehen werden. "Deutsche Panzer mit MTU-Motoren vom Bodensee morden Kurden!", heißt es im Kundgebungsaufruf. Für Lothar Höfler, Vorsitzender des Vereins aus Lindau, ist es ein "völkerrechtswidriger Angriffskrieg".

Nach Angaben von Höfler wurden seit 1982 an die Türkei 700 Leopard-Panzer geliefert. Laut Claudia Haydt von der Linken, sie ist Mitarbeiterin der Informationsstelle Militarisierung (IMI), sind bei der türkischen Armee 350 Panzer mit MTU-Motoren im Einsatz. Höfler, Haydt und Peter Grottian, Vereinsmitglied und Politikwissenschaftler aus Berlin, erinnerten an die lange Geschichte des Rüstungsbaus bei MTU und daran, dass die Bodenseeregion eines der größten Rüstungs-Cluster in Deutschland sei. "Uns geht es darum, wach zu halten", meinte Höfler. Nur die alten Menschen hätten noch den Krieg erlebt. "Haben die Menschen und Mitarbeiter von MTU und den anderen Rüstungsbetrieben am See daraus gelernt? Nein!", rief er. "Die Menschen in den Kriegsgebieten zahlen mit ihrem Tod, der Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, Familien und Heimat, mit Flucht, Vergewaltigung und Verlust ihrer Zukunft den bitteren Preis für unseren Wohlstand und unser gutes Leben am See", so Höfler, der mit Haydt und Grottian ein Ende der Exporte und der technischen Unterstützung forderte.

Das Unternehmen Rolls-Royce Power Systems, zu dem MTU gehört, verwies in einer Stellungnahme auf die strenge Exportkontrolle. "Rolls-Royce Power Systems bewegt sich beim Export im Rahmen der geltenden Regulierungen und Prozesse, die wir in vollem Umfang anerkennen und einhalten", teilte Pressesprecher Wolfgang Boller mit.

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