Friedrichshafen Große Investitionen für städtische Museen stehen im Raum

Seit Jahren fordert der Gemeinderat vergeblich ein Gesamtkonzept, nun erhöht sich der Druck durch das Landshut-Projekt.

Als Oberbürgermeister Andreas Brand den Gemeinderat im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses im Juni kurz über die Pläne von David Dornier, die Landshut nach Friedrichshafen zu holen, informierte, war den meisten Räten vermutlich noch nicht bewusst, welchen Hype das schrottreife Flugzeug auslösen würde. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, gab es lediglich ein paar Wortbeiträge. Eine Debatte, gar öffentlich, über das Für und Wider und die Auswirkungen auf die Finanzen dieser Stadt gab es bisher nicht. Dem Gemeinderat fehlen schlichtweg Informationen.

Doch nicht nur die Info- und Faktenlage über die Landshut gestaltet sich schwierig. Auch ein Museumskonzept über die städtischen Einrichtungen ist seit langer Zeit in der Schwebe. "Wir kämpfen seit Jahr und Tag um eine solche Konzeption", sagt ein Gemeinderatsmitglied, "doch außer Wahlkampfversprechen und Absichtserklärungen haben wir noch nichts auf dem Tisch." Gemeint sind die Erweiterung des Zeppelin Museums, 100-prozentige Tochter der Stadt, die Integration einer Maybach-Ausstellung darin und die ausstehende Sanierung des Schulmuseums. Oberbürgermeister Andreas Brand verkündete in seinem Wahlkampf mit einem "Museumsquartier" im Hinteren Hafen die ganz große Lösung. Wie der SÜDKURIER bereits berichtete, wird intern bereits über Verschiebungen des Busbahnhofes und der Tankstelle im Bereich Hinterer Hafen nachgedacht. Bisher wurde das Thema allerdings nur hinter verschlossenen Türen im Rathaus verhandelt. Öffentlich ist eine Neukonzeption noch nicht thematisiert und debattiert worden. Fakt ist: ein neues Quartier im Bereich Hinterer Hafen würde die Zeppelin-Stiftung viele Millionen Euro kosten.

Doch von der Integration in eine solche Gesamtlösung ist das Dornier-Museum offenbar meilenweit entfernt. Insider beschreiben das Verhältnis zwischen der Familie Dornier und der Stadt Friedrichshafen als schwierig. Doch nicht nur das: Auch die finanzielle Situation des privaten Museums scheint problematisch zu sein. "Da meine Familie die finanziellen Lasten des defizitären Museumbetriebes künftig nicht dauerhaft alleine tragen kann, ist es meine Aufgabe, die Stadt Friedrichshafen, die mit ihren Bürgern und der Tourismusbranche der größte Nutznießer dieses Museums ist, in eine nachhaltige Grundfinanzierung miteinzubinden", schreibt Dornier in der Mitgliederzeitschrift des Freundes- und Förderkreises des Museums im Juni. Konkrete Zahlen des "defizitären" Betriebs haben allerdings bisher weder dessen Mitglieder, noch der Gemeinderat gesehen.

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