Friedrichshafen Gewaltpräventionswochen an Häfler Schulen beginnen

Gewaltbereite Jugendliche gibt es fast in jeder Stadt – auch in Friedrichshafen. Sahin Yasar, 17 Jahre, war einer von ihnen.

„Früher habe ich viel Scheiße gebaut. Heute weiß ich, dass es falsch war und nicht der richtige Weg.“ Besonders dieser Satz lässt Peter Köstlinger von der Polizei Friedrichshafen, den Sozialarbeiter Florian Nägele, die Boxtrainer Harald Beck und Michel Hofmann lächeln. Diese Erkenntnis beweist ihnen, dass sie gute Arbeit geleistet haben und einem Jungen wie Sahin Yasar den richtigen Weg weisen konnten.

Mit den Gewaltpräventivwochen, die noch bis 30. November stattfinden, wollen die Polizeidirektion Friedrichshafen, der Verein „Kommunale Kriminalprävention Bodenseekreis“ (KKP) und die Schulen in und um Friedrichshafen den Schülern zeigen, dass man Konflikte auch ohne Gewalt lösen kann. Deshalb geht Peter Köstlinger in die Schulen und spricht mit den Jugendlichen darüber, wie man es verhindert, ein Opfer zu sein. „Denn jeder kann das nächste Opfer sein“, sagt Köstlinger.

Neben diesen Unterrichtseinheiten fördert der KKP auch noch andere Projekte. In diesem Jahr wird der ehrenamtliche Verein „Gewaltfrei durchboxen“ mit 10 000 Euro unterstützt. Mit Hilfe dieser finanziellen Unterstützung wollen die Boxtrainer Beck und Hofmann anderen Jugendlichen beweisen, dass es immer eine gewaltfreie Lösung gibt. So wie es auch Yasar gelernt hat. Doch bis zu dieser Erkenntnis war es ein langer und vor allem harter Weg für Yasar. Mittlerweile ist er schon seit drei Jahren beim Boxverein dabei. Doch freiwillig war das anfangs nicht. Wegen seines aggressiven Verhaltens wurde Yasar hingeschickt. „Ich habe absichtlich Trainingsstunden verpasst“, sagt Yasar.

Aber ungefähr ein Jahr nach Beginn des Trainings hatte er ein Aha-Erlebnis. Irgendwann begegnete er eines Abends einem Jungen, der ihn vorsätzlich anrempelte. „Da wusste ich: er sucht Stress“, berichtet der 17-Jährige. Doch er ließ sich nicht provozieren. „Noch vor dem Boxen, wäre die Geschichte bestimmt anders ausgegangen“, erzählt Yasar. Mittlerweile ist das Boxen mehr als nur ein Hobby: „Für mich ist das Boxen zu einer zweiten Familie geworden. Das Boxen bedeutet für mich Respekt und Liebe.“

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