Friedrichshafen Gemeinderat will sich aus operativem ZF-Geschäft zurückhalten

Die Häfler Kommunalpolitik unterstützt den Kurs von Oberbürgermeister Andreas Brand und der Zeppelin-Stiftung weiterhin, sieht nun aber vor allem den ZF-Aufsichtsrat und Vorstand in der Pflicht, wieder Ruhe ins Unternehmen einkehren zu lassen. Die Personalie von Vorstandschef Stefan Sommer will auf SÜDKURIER-Anfrage keine der Gemeinderatsfraktionen kommentieren.

Die Wahl von Franz-Josef Paefgen zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden hingegen wird als erster Schritt gesehen, ZF wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. "Wir gehen davon aus, dass mit der Bestellung des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, der die ZF ja bereits seit fast zehn Jahren im Aufsichtsrat begleitet, ein Weg eingeschlagen werden kann, der wieder Ruhe ins Unternehmen bringt", erklärt Eberhard Ortlieb (Freie Wähler) auf Nachfrage. Er sieht es als Aufgabe des Unternehmens, die Mitarbeiter ausgewogen zu informieren: "Eine sachliche Aufklärung der Belegschaft innerhalb des Unternehmens zu einzelnen Themen würde sicher weiterhelfen." Die neue Regelung über die künftige Gewinnausschüttung bei ZF und Zeppelin GmbH sieht Ortlieb als gut machbar an: "Da dennoch 82 Prozent des Ergebnisses nach Steuern im Unternehmen verbleiben, müsste dies zu bewältigen sein."

Achim Brotzer (CDU) will Interna und Personalangelegenheiten der Stiftungsunternehmen derzeit nicht kommentieren. „Aus Sicht der CDU-Gemeinderatsfraktion ist die Dividendenerwartung der Zeppelin-Stiftung von 18 Euro pro 100 Euro Nettogewinn moderat und für nahezu jedes gesunde Unternehmen zumutbar", sagt er. Die Zeppelin-Stiftung könne damit ihre wachsenden Ausgaben schultern und zusätzlich einen Kapitalstock ansparen. "Die Arbeitsplätze lassen sich damit sichern. Das dient dem Zukunftskurs der Stiftungsbetriebe. Und ist ein Vorteil für alle, die Stadt, die Stiftung und auch für ZF", betont Brotzer.

Dieter Stauber (SPD) formuliert die Erwartungen seiner Fraktion in Richtung Aufsichtsrat und Vorstand so: "Wir vertrauen darauf, dass weitere Beschlüsse wie zum Beispiel die Nachnominierung eines weiteren Aufsichtsratsmitglieds zeitnah erfolgen. Von einem Vorstandsvorsitzenden erwarten wir, dass er Beschlüsse des Aufsichtsrates, der die Pflicht hat ihn zu kontrollieren und zu beraten und mit dem er strategische Entscheidungen abzustimmen hat, respektiert." Die neue Dividendenregelung sei aus SPD-Sicht notwendig, um eine Zukunftssicherung für die Zeppelin-Stiftung und die Stiftungsunternehmen aufzubauen – und das funktioniere vor allem in guten Zeiten.

Auch die Grünen-Fraktion zeigt sich zurückhaltend, was Personalangelegenheiten angeht. „Als Gemeinderäte mischen wir uns nicht in das operative Geschäft der ZF AG ein. Deshalb steht es uns auch nicht zu, bei Personalangelegenheiten des ZF-Vorstands mitzusprechen oder diese zu kommentieren. Das ist Aufgabe des Aufsichtsrates", sagt Mathilde Gombert. Die Dividende sei außerdem im nationalen und internationalen Vergleich angemessen und liege weder am unteren oder oberen Rand. "Außerdem ist die Höhe der Dividende schließlich kein Gesetz auf die Ewigkeit", so Gombert.

Ähnliche Worte kommen von der FDP-Fraktion. "Der Gemeinderat hat nichts mit dem operativen Geschäft der ZF zu tun und kann daher auch keine Unternehmensinterna und Personalangelegenheiten bewerten. Dem neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden ist zu zustimmen: Es muss wieder Ruhe einkehren!", sagt Gaby Lamparsky. Auch die Dividendenerwartung werde von der FDP unterstützt, 18 Prozent vom Gewinn nach Steuern seien moderat und zumutbar und sicher nicht in Stein gemeißelt.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Außergewöhnliche Geschenkideen für Ihre Liebsten
Neu aus diesem Ressort
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen/Konstanz
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Region
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren