Friedrichshafen Finanzhilfe für Flughafen als Starthilfe für Airlines gedacht

Zwei Millionen Euro schießen Stadt und Landkreis dem angeschlagenen Flughafen Friedrichshafen zu, um damit die innerdeutschen Strecken zu reaktivieren

Am Montagabend wurde bekannt, dass sowohl die Stadt Friedrichshafen als auch der Landkreis erneut Geld in die Hand nehmen, um der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) finanziell unter die Arme zu greifen. In den fast wortgleichen Pressemitteilungen von Stadt und Landkreis hieß es: „Diese finanzielle Unterstützung soll gezielt zur Reaktivierung innerdeutscher Flugstrecken, insbesondere nach Hamburg und Berlin, dienen.“ Wie das Geld genau ausgegeben werden soll, fragte der SÜDKURIER bei Flughafen-Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr nach. "Die genaue Verwendung ist abhängig von der detaillierten Vereinbarung mit der Fluggesellschaft, mit der diese Strecken aufgenommen werden. Wir befinden uns derzeit dazu noch in Verhandlungen mit zwei Gesellschaften", erläutert Wehr. Ein Mehrjahresvertrag erfordere sowohl für den Flughafen als auch für die Fluggesellschaft einen finanziellen Anschubbedarf und beinhalte Risiken, die abgesichert sein müssten. "Wir werden hier in die Marktentwicklung investieren, um die Bedienung dieser Strecken nachhaltig sicherstellen zu können", fügt der Flughafen-Chef hinzu. Dieter Hornung, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, erläutert den Hintergrund: „Die Airlines gehen natürlich bei einem solchen Streckenaufbau ein hohes Risiko ein. Die zwei Millionen Euro sind als eine Art Starthilfe zu sehen“, erklärt Hornung. Ob das bedeutet, dass das Geld den betreffenden Airlines direkt zugute kommt, ließen sowohl Wehr als auch Hornung offen.

Warum die Entscheidungen von Kreistag und Gemeinderat jeweils in nicht-öffentlicher Sitzung getroffen wurden, erklärt Monika Blank, Pressesprecherin der Stadt Friedrichshafen. „Die Debatte wurde nicht-öffentlich geführt, da es auch um schützenswerte vertragliche sowie weitere Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse ging, die sowohl die FFG als auch mögliche Airlines betreffen.“

Die Grünen im Stadtrat hatten mit einem Antrag noch versucht, die Debatte über die neuerliche Finanzspritze in der öffentlichen Sitzung zu führen. „Doch unser Antrag wurde abgelehnt“, so Stadträtin Mathilde Gombert. Christa Hecht-Fluhr, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, teilt die Bedenken der Häfler Grünen. „Der Flughafen wird zum Fass ohne Boden. Wir sind der Überzeugung, dass wir nicht immer weiter Steuergelder in den Airport pumpen dürfen“, erklärt sie. Sowohl der Gemeinderat als auch der Kreistag werden sich in naher Zukunft grundsätzlich mit dem Thema Flughafen befassen. „Dann wird sicher auch in öffentlicher Sitzung darüber debattiert“, meint CDU-Mann Hornung. Er ist jedoch der Meinung, dass eine Entschuldung des Flughafens auf Dauer unumgänglich sei. „Alle anderen Verkehrsarten werden subventioniert, warum also nicht auch der Flughafen?“, argumentiert er. Bis auf die Grünen unterstützten alle Fraktionen im Häfler Gemeinderat die erneute Finanzhilfe und betonten die Wichtigkeit des Flughafens für die Region.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Flughafen Friedrichshafen: Der Flughafen Friedrichshafen, auch Bodensee-Airport genannt, ist der südlichste Flughafen Deutschlands. Alle Informationen zu dem Flughafen, der in unmittelbarer Nähe der Messe Friedrichshafen zu finden ist, finden Sie hier.
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen -
Friedrichshafen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren