Friedrichshafen Fachmann steht Rede und Antwort zum Thema Kinderbetreuung in Friedrichshafen

Das Thema Kinderbetreuung stand jüngst bei "Schwätz mit" im Mittelpunkt: Auf Einladung von Yvonne Eberhard, Vorsitzender der CDU Friedrichshafen und Initiatorin der Plattform, diskutierten Häfler mit Reinhard Friedel, Amtsleiter für Bildung, Familie und Sport.

Zwölf Träger, 40 Einrichtungen, 136 Gruppen, 2540 Plätze, 24,7 Millionen Euro im Jahr: Reinhard Friedel, Amtsleiter für Bildung, Familie und Sport, präsentierte den Besuchern im Rathauscafé zunächst Zahlen und Fakten zur Betreuung von Kindern. "Durch das Engagement der Zeppelin-Stiftung können wir in den Einrichtungen viele Freiwilligkeitsleistungen anbieten", sagte Friedel. Dazu gehörten hauswirtschaftliche Kräfte, Sprachförderung, ein Budget für Krankheitsvertretung und anteilige Freistellung der Leitung.

"Es muss um Qualität gehen, nicht nur um Quantität", sagte Yvonne Eberhard, Vorsitzende der CDU Friedrichshafen und Initiatorin der Plattform "Schwätz mit", die zu dem Gespräch eingeladen hatte. Die Anforderungen an Erzieherinnen würden steigen: frühkindliche Bildung, Inklusion und Integration seien Stichworte dafür. Gemeinderätin Miriam Hornung schlug vor, bei Kindern mit Migrationshintergrund aufgrund des höheren Betreuungsbedarfs die Gruppenstärke zu reduzieren, vergleichbar den Inklusionskindern, für die rechnerisch drei Plätze bereit gestellt würden.

Derzeit sind die Gruppen mit 28 Kindern größer, als sie sein sollten. "Nach einem Gemeinderatsbeschluss sollen die Zahlen bis Mitte 2018 wieder auf 25 zurückgehen", sagte Reinhard Friedel. Neubaugebiete und Flüchtlingskinder hätten die Zahlen in den vergangenen Jahren steigen lassen – auch in Zukunft sei mit mehr Kindern zu rechnen. Die Stadt plant daher die Einrichtung weiterer Gruppen in bestehenden Einrichtungen. Im Max-Grünbeck-Haus und im Competence Park sollen Kindergärten entstehen und in Kluftern ein Waldkindergarten.

Das Kinderhaus im Riedlewald ist fertig, das Bildungshaus in Berg im Bau. "Die Schwierigkeit wird sein, genügend Personal zu bekommen", so Friedel. Die Stadt versuche, dem mit Fortbildungsmaßnahmen zu begegnen.

Aus der Runde kam der Vorschlag, das Gehalt der Erzieherinnen zu erhöhen. "Ich habe gehört, dass Erzieherinnen in andere Kommunen gehen oder sogar den Beruf wechseln, weil sie dann mehr verdienen", sagte Yvonne Eberhard. "Die Kooperation mit Tagesmüttern könnte verbessert werden", meinte Jutta Merz-Baumann vom Tagesmütter-Netzwerk. Die Stadt könnte Tagesmüttern Räume zur Verfügung stellen oder diese Betreuungsform für Kinder über drei Jahren besser etablieren. Zur Zeit kommen Tagesmütter nur zum Zug, wenn die Einrichtungen geschlossen haben oder keine Plätze anbieten können. "Ein Junge kommt früh morgens zu mir, dann bringe ich ihn in den Kindergarten und hole ihn mittags ab – ob das dem Wohl des Kindes dient, weiß ich nicht", erzählte Tagesmutter Susann Struppke.

Die CDU Friedrichshafen veranstaltet "Schwätz mit" zum zweiten Mal, es soll zu einem regelmäßigen Gesprächsangebot mit Vertretern aus Politik und Verwaltung werden. "Wir wollen Bürgern die Möglichkeit geben, Informationen aus erster Hand zu bekommen, nachzufragen und Gehör zu finden", erklärte die Vorsitzende Yvonne Eberhard die Motivation für diese Reihe. Friedel jedenfalls hat sich Notizen gemacht und später das Gespräch mit den Tagesmüttern gesucht.

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