Friedrichshafen Ein Dorf lässt den Rubel rollen

Das Stuttgarter Theaterensemble „Stück für Stück“ führt mit fünf Schauspielern das in Eigenregie produzierte Werk „Auf Wind gebaut“ auf.

„Auf Wind gebaut“ – so heißt das Theaterstück mit Bezügen aus dem wahren Leben, dass im Theater Atrium in Friedrichshafen am Samstagabend aufgeführt wurde. Die Stuttgarter Gruppe „Stück für Stück“ spielte mit fünf Schauspielern das Werk von Sonja Doerbeck.

Heckengold, eine kleine idyllische Gemeinde – seine tatkräftigen Einwohnern versuchen, den Ort vor dem finanziellen Untergang zu retten. Um das zu erreichen, beginnt man mit dem Bau von Windkraftanlagen. Dabei versucht das Stück dem Publikum stets klarzumachen, dass man sich in Notlagen auf Zusammenhalt konzentrieren sollte und keine Angst zu haben braucht, wenn es darum geht, Visionen real zu machen.

Das Stück will dem Zuschauer die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft lehren. 1999, 2012 und 2025 sind die drei Zeitfenster, die im Stück geöffnet werden. Doch keine kniffligen Botschaften, sondern die Unterhaltung stehe im Vordergrund, betont Doerbeck. „Wenn die Zuschauer aus dem Saal gehen und deprimiert sind, ist was schief gelaufen“, sagt die geschulte Theaterpädagogin aus Stuttgart.

Die Schauspieler, die seit vielen Jahren zusammen arbeiten, scheinen optimal aufeinander eingestimmt zu sein. „Das war unser letzter Auftritt für dieses Kalenderjahr“, sagte Micha Goepel, der den Bürgermeister Heckengolds spielt.

Verblüffend, dass die Darsteller von „Stück für Stück“ hauptberuflich einer ganz anderen Tätigkeit nachgehen. Denn sie wissen, wie man das Publikum fesselt und sie untermalen ihr Programm mit kultiger Popmusik und Wortspielen. „I'm singing in the rain...“, singt Schauspielerin Kirsten Schulze und hellt damit die Stimmung im nicht allzu großen Raum auf.

Heckengold, das ist die Geschichte einer kleinen Gemeinde, die diese oder jene in Baden-Württemberg sein könnte. Dabei bedient man sich unterschiedlicher Quellen. Entenhausen, das Fantasiedorf und Heimat von Donald Duck, wird hier genauso herangezogen wie eine authentisch gehaltene Nachrichtenansage, die gerade die Ermordung von John Lennon durchgibt.

Das Erbauen neuer Windanlagen bringt der Gemeinde zwar neuen Glanz. Doch mit der Zeit altern die Anlagen und stürzen in sich zusammen. Eine Kehrtwende des Glücks, die Doerbeck durch Verdunkelung des Saals gut zu untermalen weiß.

Auch zum Schluss, als das Dorf von russischen Botschaftern aufgekauft wird, scheint die Gemeinde Heckengold nicht am Ende zu sein: „Heckengold, die erste Stadt Deutschlands, die sich selbst versorgt“, lautet der Slogan.

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