Friedrichshafen Die B 31-Baustelle aus der Vogelperspektive: So sieht es gerade am neuen Abschnitt in Friedrichshafen aus

Rund um Friedrichshafen wird am neuen Streckenabschnitt der B31 gearbeitet. Wir zeigen, wie es derzeit an der Baustelle vorangeht.

Wer in der Zeppelinstadt unterwegs ist, dem werden sie kaum entgangen sein: Die zahlreichen Baustellen der neuen Bundesstraße 31, wie der Tunnel in Waggershausen, der Brückenbau am Sportplatz in Schnetzenhausen oder am Waldgebiet Buchschach.

Der SÜDKURIER hat sich mit dem Baubevollmächtigten Christoph Becker auf einen Rundgang begeben und den aktuellen Stand der Arbeiten unter die Lupe genommen.

 

Text: Mona Lippisch, Videos: Achim Mende und Julius Hiller

 

In den vergangenen Wochen sind zum Beispiel einige Baustraßen an den Projekten entstanden. "Wir nutzen die Straßen beim Tunnelbau in Waggershausen, um dort den Damm zu schütten", erklärt Becker. Bevor der Damm entstehen konnte, mussten die querenden Leitungen – Stromkabel, Wasser und Co. umgelegt werden.  

An anderen Stellen sind Baustraßen nötig, um überhaupt mit Kränen, Baggern und mehr zur Baustelle zu gelangen. "Wenn zuvor keine Straße da war, haben wir sonst ein Problem mit den schweren Geräten", sagt Becker.

 

Tunnel Waggershausen

Die Arbeiten am Tunnel in Waggershausen mit Blick Richtung ZF.
Bild: Mona Lippisch

Am Tunnel in Waggershausen werden derzeit Baustraßen gebaut und der Straßendamm in Richtung Anschlussstelle Schnetzenhausen wird errichtet. Außerdem stehen Sicherungsarbeiten im Einschnittsbereich des Tunnels an. An drei Brückenbauwerken sind Arbeiter dafür zuständig, die Widerlager zu schalen. Weiter in Richtung der Anschlussstelle Immenstaad finden Bauvorbereitungsarbeiten des nächsten Bauloses statt. "Im Frühjahr werden wir am Tunnel mit dem Aushub der Baugrube weitermachen", erklärt Christoph Becker, Baubevollmächtigter bei Deges. 

 

 

Anschlussstelle Schnetzenhausen

Bildunterschrift
Bild: Mona Lippisch

Derzeit wird an den Lärmschutzwällen bis zur Anschlussstelle Schnetzenhausen gebaut und der Damm der neuen Bundesstraße aufgeschüttet. "Wir sehen hier den späteren Straßendamm. Rechts wird auch noch ein Lärmschutzwall angeschüttet", erklärt Becker. Der Wall soll später über die B31 hinausragen und die Anwohner vor dem Lärm der vorbeifahrenden Autos schützen.

 

 

Wie Christoph Becker erklärt, laufen an dieser Baustelle nicht alle Arbeiten wie geplant: "Im Tunnel stand Wasser. Das danach gefroren war. Wenn wir das rausgenommen hätten und das vereiste Material eingebaut hätten, wäre es irgendwann geschmolzen und hätte dann einen unverdichteten Bereich zurückgelassen. Dieser hätte nachher Schäden in Form von Setzungen an der Straße mit sich gebracht." Deswegen konnte dort bei Minusgraden in den vergangenen Wochen nicht gearbeitet werden. Lediglich kleine Baubehelfe, die wieder zurückgebaut werden mussten, standen auf dem Programm.

 

Brücke Sportplatz Schnetzenhausen

Am Sportplatz in Schnetzenhausen entsteht momentan die nächste Brücke. Die Arbeiten liegen hier im Zeitplan. Bilder: Mona Lippisch
Bild: Mona Lippisch

Am Sportplatz in Schnetzenhausen entsteht momentan die nächste Brücke. Dort schalen Bauarbeiter den Fahrbahnüberbau, sie stellen also die Schalung her. Für den Überbau musste auch ein Traggerüst aufgestellt werden. Auf diesem Traggerüst wird dann die Überbauschalung mit der Bewehrung hergestellt und schließlich in zwei Abschnitten – einer je Richtungsfahrbahn – betoniert.

 

 

Die Arbeiten an dieser Baustelle schreiten nach Aussage von Christoph Becker derzeit planmäßig voran, genau wie alle anderen auch. "Zeitlich sieht es sehr gut aus. Bis jetzt haben wir den Plan eingehalten. An manchen Teilbaustellen sind wir zwar einige Wochen im Verzug, bei anderen sind wir dafür schneller", sagt Becker. Zwar haben das Wasser und der Frost in den vergangenen Wochen den Arbeitern weh getan, doch im Endeffekt würde die Gesamtdauer bisher nicht verlängert. "Auf dem Bau weiß man nie, was einen erwartet. Deswegen freut es uns, dass bis jetzt alles klappt", sagt Becker.

 

Zwischen Schnetzenhausen und Raderach

Arbeiten auf der Baustelle zwischen Schnetzenhausen und Raderach.
Bild: Mona Lippisch

Nördlich von Schnetzenhausen, in Richtung Raderach am Bauwerk acht, wird derzeit ebenfalls geschalt. "Im Bereich Raderach beginnen wir dann mit der Herstellung der Grünbrücke", sagt Christoph Becker. Außerdem werde dort gerade eine Stützwand gebaut, die dazu dient, den Hang des Herrmannsberges zu sichern. "Der Hang ist so instabil und so stark wasserführend, dass wir den unten quasi mit dieser aufgelösten Bohrpfahlwand aufhalten müssen", erklärt Becker und fügt hinzu: "Rechts, in Richtung Raderach, wird gerade die Schalung gebaut.

Als nächstes kommen die Bewehrungsarbeiten. Und wenn das alles erledigt ist, fangen die Bauarbeiter mit dem Betonieren an." Auf der anderen Seite, mit Blick nach links, erkennt man momentan noch die Anschlusseisen aus dem Fundament. "Hier ist die Schalung zu sehen, die schon bereit liegt und demnächst auch hingestellt wird", erklärt Becker beim Vorort-Termin auf der Baustelle gegenüber dem SÜDKURIER.

 

Waldgebiet Buchschach

Waldgebiet Buschach
Bild: Mona Lippisch

Später soll an dieser Stelle die Grünbrücke stehen. "Da die Brücke etwa 50 Meter breit wird, ist die Baugrube ungefähr 60 Meter breit. Jetzt haben wir also ein 60-Meter-Schwimmbecken", sagt Becker schmunzelnd. Bei Minusgraden konnte dort nicht gearbeitet werden. "Eigentlich wollten wir bereits unten eine dünne Betonschicht eingebracht haben, damit man einigermaßen treten kann", so Becker. Aufgrund des Frostes in den vergangenen Wochen wurde darauf verzichtet – denn die dünne Betonschicht wäre zugefroren.

Doch trotz geringem Zeitverzug an der Brücke, gehe der Kostenplan für die Baustellen der B31 derzeit auf: "In der Summe liegen wir voll im Plan. Manchmal gibt es bei einer Brücke mehr Kosten als erwartet, zum Beispiel wenn der Boden anders ist als gedacht und zusätzliche Maßnahmen getroffen werden müssen. An anderen Stellen kann man dafür auch mal was einsparen. Es verhält sich also ähnlich wie mit dem Zeitplan: Es gleicht sich gerade alles gut aus."

 

Anschlussstelle Kluftern

Anschlusstelle Kluftern
Bild: Mona Lippisch

Bei der Anschlussstelle in Kluftern ist aktuell noch nicht sehr viel zu sehen. Autofahrern müsste nur die vorübergehende andere Straßenführung auf Höhe der Baustelle aufgefallen sein. Am Projekt selbst wird noch nicht viel gemacht. Denn Arbeiter bauen momentan lediglich ein paar Baustraßen, damit sie überhaupt mit Bagger, Kran und weiteren großen Geräten zur Baustelle kommen. Diese werden später als Wirtschaftswege genutzt – damit die Bauern weiterhin an ihre Felder kommen. "Immer dort, wo wir einen Weg wegen einer Baustelle zerschneiden, müssen wir dafür sorgen, dass der Zugang trotzdem weiterhin möglich ist", erklärt Christoph Becker.

Diese Baustraße dient aber auch dazu, das Bauwerk vier, die Eisenbahnbrücke, zu errichten. Die Brücke soll genau auf der bereits freigeschlagenen Lücke zwischen den Bäumen entstehen. "Ende März haben wir hier erst einmal mit vorbereitenden Arbeiten begonnen", sagt Becker.

 

Gesprächsrunden zum Thema B31 jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr im Baubüro an der Waggershauserstraße.

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