Friedrichshafen Der "Pioneerport" der ZU soll Raum für neue Ideen bieten

Der Brandschutz macht allerdings noch ein paar Schwierigkeiten.

Junge Gründer können den sogenannten "Pioneerport" der Zeppelin-Universität seit Herbst 2017 nutzen. Was dieser "Pioneerport" genau ist, wer dort Zugang hat und was in diesen Räumen passiert, weiß Marcus Langemack. Er gehört zum Leitungsteam des Gründerzentrums und vertritt vor allem die Belange der Studenten.

Ein Hafen für Pioniere. So lässt sich der Name "Pioneerport" grob übersetzen. Dem Eindruck eines Hafens entspricht das Gründerzentrum allerdings nicht: Lange Tische mit Bildschirmen und grauen Lampen, Sitzbänke aus Europaletten mit bunten Kissen und ein aufblasbares Einhorn dominieren das Bild. Auf der anderen Seite der Etage sind Boxen mit verglasten Türen. Auf einer steht "VR Lab": ein Labor für Virtuelle Realität.

Das Gründerzentrum bietet Arbeitsplätze und -material. Verschiedene Projektgruppen können diese nutzen.
Das Gründerzentrum bietet Arbeitsplätze und -material. Verschiedene Projektgruppen können diese nutzen. | Bild: Sandro Kipar

"Hier beginnen Ideen, verwirklicht zu werden", erklärt Langemack. Der "Pioneerport" soll in erster Linie ein Arbeitsplatz für junge Gründer mit guten Geschäftsideen sein. Dementsprechend streng ist die Vorauswahl: "Bewerber müssen uns ihre Idee vorstellen, einen Businessplan vorlegen und zu unserem Themenschwerpunkt passen", sagt Langemack. Aktuell liegt dieser Schwerpunkt beim Thema Digitalisierung: Apps, Programme, Algorithmen. Doch nicht nur die strenge Auswahl limitiert die Zahl der Gruppen, die die Räumlichkeiten nutzen können: "Nur 20 Leute dürfen sich auf dieser Etage gleichzeitig aufhalten. Das ist eine Auflage des Brandschutzes", so Langemack. Es gebe zu wenig Fluchtwege, aber das soll nicht so bleiben. Eine Feuerleiter wird laut Langemack in den nächsten Monaten installiert. "Dann ist das erledigt."

Marcus Langemack studiert seinen Master an der ZU und gehört zum Leitungsteam des Pioneerports.
Marcus Langemack studiert seinen Master an der ZU und gehört zum Leitungsteam des Pioneerports. | Bild: Sandro Kipar

Das Angebot, das sogenannte Deck des Gründerzentrums zu nutzen, ist nicht nur den Studenten der Zeppelin-Universität vorbehalten. "Auch Firmen können sich hier Arbeitsplätze mieten", so Langemack. Bei dem Preis komme es unter anderem auf die Größe der Firma an. Wie hoch die Miete ist, will Langemack nicht sagen. Für Studenten anderer Universitäten stehe grundsätzlich die Möglichkeit offen, den "Pioneerport" zu nutzen. "Bisher haben aber nur Studenten der ZU unser Angebot wahrgenommen." Insgesamt vier studentische Gruppen nutzen laut Langemack die Räumlichkeiten aktuell.

Auch Platz zum Entspannen ist vorhanden: Sitzecken und aufblasbares Einhorn sorgen für Ablenkung.
Auch Platz zum Entspannen ist vorhanden: Sitzecken und aufblasbares Einhorn sorgen für Ablenkung. | Bild: Sandro Kipar

Dort anzutreffen ist derzeit zum Beispiel der Student Manuel Rees. Seit Ende Oktober 2017 arbeiten er und drei weitere Studierende an einem Projekt, das für Arbeitnehmer das Fahrradfahren attraktiver machen soll. "Kranke Arbeitnehmer kosten das Unternehmen Geld. Das Fahrrad hält dagegen fit", erklärt Rees. Eine App soll die Lösung sein. Seine Gruppe schätzt nicht nur die Infrastruktur, die die Zeppelin-Universität mit dem "Pioneerport" zur Verfügung stellt, sondern auch die Nähe zu anderen Gründern und Firmen. "Die Arbeit hier bietet auch Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen. So etwas ist wertvoll", so Rees.

Neben der Infrastruktur bietet die ZU auch Vorträge von erfahrenen Gründern an, die von ihren Erlebnissen berichten und Tipps geben. Erst vor wenigen Tagen war Axel Jockwer im Rahmen der elften Startup-Lounge Bodensee zu Gast. Jockwer hat unter anderem das Unternehmen Holidaycheck bei seinen Anfängen begleitet.

Zeppelin-Universität

Die private Hochschule Zeppelin-Universität (ZU) wurde 2003 gegründet. Aktuell rund 1200 Studierende werden von 48 Professoren zu Führungskräften in Wirtschaft, Kultur und Politik ausgebildet. Gesellschafter ist die ZU-Stiftung, die von der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen, der ZF Friedrichshafen AG sowie der Zeppelin GmbH getragen wird. Die Universität hat 130 Unternehmensgründungen von Studierenden hervorgebracht. Seit dem 1. April 2015 hat Insa Sjurts das Amt der Präsidentin inne. Davor war sie an der Universität Hamburg und der Hamburg Media School tätig. (kip)

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