Friedrichshafen Das sind die Sportler des Jahres 2018

Die Stadt Friedrichshafen ehrt die erfolgreichsten Athleten des Jahres 2018. Gut 200 Akteure stehen in Ettenkirch auf der Bühne. Der Ehrenbrief des Sports geht an Dagmar Hoehne. Oberbürgermeister Andreas Brand will die Sportlandschaft weiter fördern.

Über 200 Sportler standen gestern Abend in der Ettenkircher Ludwig-Roos-Halle einmal mehr im Rampenlicht. 200 von rund 26 000 Häflern, die in knapp 50 Vereinen aktiv sind, wurden für ihre Leistungen im vergangenen Jahr bei der Sportlerehrung 2018 gewürdigt. „Ganz gleich ob auf der Aschenbahn, im Ruderboot oder mit dem Mountainbike. Ganz gleich ob im Handball, Fußball, Volleyball oder Tennis. Sie alle haben eindrucksvoll aufgezeigt, was in Ihnen steckt“, sagte Oberbürgermeister Andreas Brand, der die erfolgreichsten Athleten auf die Bühne bat. Und er hatte ein Versprechen dabei: „Für diese vielfältige Sportlandschaft haben wir als Stadt Friedrichshafen in der Vergangenheit eine Menge getan und werden dies auch in Zukunft tun.“

Im Mittelpunkt standen die Sportler des Jahres. Der BSV Friedrichshafen darf sich über eine doppelte Ehrung seines sportlichen Nachwuchses freuen. Er ist Heimat einer sehr erfolgreichen Taekwondo-Mannschaft, die international Medaille um Medaille holt – so wie Razak Issoufu Alfaga oder Celine Schmidt. Mit David List und Bianca Metz haben es zudem zwei Radsportler auf die Top-Plätze bei der Sportlerwahl geschafft. Erstmals vergeben wurde der Titel „Häfler in der großen Welt des Sports“, den bei der Premiere eine junge Frau erhält: die Frauenfußballerin Giulia Gwinn.

 

Das sind die Sportler des Jahres 2018:

 

Sportler des Jahres: Razak I. Alfaga

Razak Alfaga vom BSV Friedrichshafen mit einer seiner Goldmedaillen.
Razak Alfaga vom BSV Friedrichshafen mit einer seiner Goldmedaillen. | Bild: BSV

Zum zweiten Mal in Folge hat die Jury Abdoul Razak Issoufa Alfaga zum "Sportler des Jahres" in Friedrichshafen gekürt. Nach Olympia-Silber 2016 – der ersten Silbernen für sein Heimatland Niger bei Olympia überhaupt – holte der 2,07-Meter große Athlet des BSV Friedrichshafen in der Schwergewichtsklasse (über 87 Kilogramm) im vergangenen Jahr den Weltmeistertitel. Die Wettkampfbilanz garnieren zudem Goldmedaillen bei den Paris Open, Croatia Open und den Austrian Open. Auch die Bronzene bei den German Open und der 3. Platz beim Grand Prix Finale zeigen, dass der 23-Jährige unter den Taekwondo-Kämpfern weltweit eine Klasse für sich ist.

 

Nachwuchssportler: David List

David List vom RSV Seerose war auf dem Mountainbike vorn dabei.
David List vom RSV Seerose war auf dem Mountainbike vorn dabei. | Bild: Armin M. Küstenbrück

Für David List war es 2017 schon der dritte Deutsche Meistertitel im Cross Country hintereinander. Den ersten holte sich der ehrgeizige Radsportler schon in der Jugend, zwei im U-19-Bereich folgten. Damit hat der Mountainbiker, der für den RSV Seerose und das Lexware Mountainbike Team startet, Geschichte geschrieben. Der inzwischen 18-jährige Häfler hat aber auch international erste Achtungszeichen gesetzt – mit Platz 5 bei der MTB-Weltmeisterschaft und einem 16. Platz bei der EM (beide U 19). Mit dem Sprung in die MTB-Bundesliga wird David List als Jungspund des Teams weiterhin bei internationalen Wettkämpfen sein Können unter Beweis stellen.

 

Sportlerin des Jahres: Bianca Metz

Gehörlosen-Radsportlerin Bianca Metz holte zwei Titel.
Gehörlosen-Radsportlerin Bianca Metz holte zwei Titel. | Bild: Privat

Eigentlich hätte Bianca Metz den Titel als "Sportlerin des Jahres" schon ein Jahr früher bekommen können, denn 2016 feierte die Gehörlosen-Radsportlerin quasi aus dem Stand den Titel als Sprint-Europameisterin auf der Bahn. Bei der Deutschen Radsportmeisterschaft 2017, die in Friedrichshafen ausgetragen wurden, hat die 21-Jährige zwei nationale Titel "nachgereicht" und sowohl das Einzelzeitfahren als auch das Straßenrennen für sich entschieden. Zuvor ging die Ausnahmeathletin des Gehörlosen-SC Bodensee bei den "Deaflympics", der Gehörlosen-Olympiade, in der Türkei an den Start. Die Messkircherin startet auch für den RSV Seerose.

 

Nachwuchssportlerin: Celine Schmidt

Celine Schmidt (links) vom BSV holte bei der Junioren-EM Silber.
Celine Schmidt (links) vom BSV holte bei der Junioren-EM Silber. | Bild: BSV

Medaillen hat Celine Schmidt 2017 nur so gesammelt. In der Jugend A bis 63 Kilogramm war die zierliche, aber schlagkräftige Kämpferin nicht zu stoppen. Zusammen mit Moustapha Kama gewann sie für den BSV Friedrichshafen die Klub-Europameisterschaft im Taekwondo und holte allein auf der Matte bei der Jugend-EM noch eine Silbermedaille. Bei drei nationalen Meisterschaften stand sie 2017 ganz oben auf dem Treppchen. Sowohl bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft, der A-Jugend-Meisterschaft und bei der "Württembergischen" blieb sie ungeschlagen. Weitere Medaillenplätze bei Open-Wettbewerben runden die tolle Bilanz ab.

 

 

Mannschaft 2018: 5er-Bundesligateam

Das 5er-Bundesligateam des RVI Ailingen schaffte es ins Finale.
Das 5er-Bundesligateam des RVI Ailingen schaffte es ins Finale. | Bild: RVI Ailingen

Für Michael Brugger, Pascal Salomon, Markus Lang, Matthias Blab, Norbert Schiegg, Marcel Braunger, Manuel Maier und Marco Braunger (von links, es fehlt Florian Blab) von RVIAilingen ist der Titel "Mannschaft des Jahres" mit Sicherheit eine besondere Ehre. Für eine Medaille hat es dem Aufsteiger im "Oberhaus" der 5er-Radball-Bundesliga im vergangenen Jahr nicht gereicht. Aber die Teilnahme an der Finalrunde und der 5. Platz bei der Deutschen Meisterschaft ist ein Riesen-Erfolg für die Ailinger, auch wenn sie in diesem Jahr in der zweiten Bundesliga antreten. Ein dritter Platz bei den Landesmeisterschaften rundete das Sportjahr 2017 ab.

 

Häfler in der Sportwelt: Giulia Gwinn

Guilia Gwinn (links) ist Fußball-Profi beim SC Freiburg.
Guilia Gwinn (links) ist Fußball-Profi beim SC Freiburg. | Bild: Markus Endberg/dpa

Mit knapp acht Jahren begann Giulia Gwinn, bei der TSG Ailingen Fußball zu spielen – die ersten fünf Jahre nur in Jungenmannschaften. Zehn Jahre später gehört sie zur Stamm-Elf beim Frauen-Bundesligisten SC Freiburg, der als Tabellenzweiter gute Chancen für einen Startplatz in der Champions League in der nächsten Saison hat. Seit 2013 spielt die Mittelfeldakteurin in Auswahlmannschaften und gab als 18-Jährige im November sogar in der Frauen-Nationalmannschaft ihr Debüt. Mit einer bis hierhin beeindruckenden Karriere empfiehlt sich die zielstrebige und bodenständige Sportlerin für die Ehrung als erste "Häflerin in der großen Welt des Sports".

 

Sportehrenbrief: Dagmar Höhne

Dagmar Höhne (Mitte) war bis 2017 Vorsitzende des Stadtsportverbands.
Dagmar Höhne (Mitte) war bis 2017 Vorsitzende des Stadtsportverbands. | Bild: Andrea Fritz

Dagmar Hoehne hatte in ihrer ehrenamtlichen Laufbahn viele "Hüte" auf, so als Ortschaftsrätin, Gemeinderätin und Kreisrätin. Aber auch sportpolitisch engagiert sich die Kinder- und Jugendpsychiaterin seit Jahrzehnten. Als Gründungsmitglied des SVEttenkirch gestaltete sie die Sportentwicklung des Vereins maßgeblich mit. Parallel dazu war Dagmar Hoehne im Stadtverband Sporttreibender Vereine (SSV) ebenfalls von Anfang an vorn dabei, erst als stellvertretende Vorsitzende, seit 2010 bis zu ihrem Ausscheiden 2017 als Vorsitzende. Die Stadt und der Gemeinderat würdigen mit dieser Ehrung das langjährige und vielseitige Engagement von Dagmar Hoehne.

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